Jugend-Eurocup Die Erstklassigkeit vor Augen

Jens Keller im Jahr 2014 als Trainer auf Schalke.  Foto: dpa
Jens Keller im Jahr 2014 als Trainer auf Schalke. Foto: dpa © Foto: Foto: dpa
Gaildorf / Von Reinhold Haring 07.01.2017

Wenn man beim Jugend-Eurocup die Trainer beobachtet, dann stellt man fest, dass sie genauso engagiert zu Werke gehen wie ihre Spieler. Und man spürt: Auch die Coaches sind ehrgeizig, streben nach Höherem. Das wird spätestens dann klar, wenn man sich mit ihnen über ihre sportliche Zukunft unterhält. Die meisten Trainer träumen von einer Karriere im Profifußball – und wie bei den Spielern schaffen es manche tatsächlich. Dennoch bleiben die meisten im Juniorenbereich, oft in administrativer Funktion und schlagen die Brücken zu den Profiteams ihrer Vereine. Ein paar wenige hängen aber auch ihre Fußball(trainer)stiefel an den Nagel.

Und wer hat nun in der Gaildorfer Sporthalle gecoacht? Einer, der derzeit noch in Amt und Würden ist, ist Jens Keller. Er betreute einst die U17 des VfB Stuttgart und ist heute Trainer beim 1. FC Union Berlin in der 2. Liga, mit Chancen auf einen Aufstiegsplatz. In der 1. Bundesliga waren bis kurz vor Weihnachten auch Markus Kauczinski und Norbert Meier tätig. Kauczinski  (damals Karlsruher SC), einst Dauergast beim Jugend-Eurocup, musste beim FC Ingolstadt seinen Hut nehmen, nachdem die Mannschaft auf einen Abstiegsplatz zurückgefallen war; Norbert Meier (U17 Bayer Leverkusen) ereilte das gleiche Schicksal beim SV Darmstadt. Für beide heißt es nun warten, der nächste Trainerwechsel kommt bestimmt.

Wieder fester im Sattel sitzt mittlerweile Markus Gisdol beim Hamburger SV. Auch er betreute einst die U17 des VfB Stuttgart. Kazimierz Moskal war mit Wisla Krakau zu Gast in Gaildorf. Heute ist er Cheftrainer bei Pogin Stettin in der höchsten Liga Polens.

Im administrativen Bereich braucht man nicht lange nach Cup-Teilnehmern suchen. Der wohl bekannteste Name dürfte hier Ralf Rangnick sein, der als Sportdirektor großen Anteil am Erfolg von RB Leipzig hat. Und damit alles klappt, hat er seine erfolgreichen VfB-Mitstreiter mit nach Leipzig genommen: Frieder Schrof (Leiter Nachwuchsabteilung), Thomas Albeck (Jugendkoordinator) und Wolfgang Geiger (Berater des Managements) – alle in Gaildorf wohlbekannt. Um beim VfB Stuttgart zu bleiben: Dort ist Marc Kienle nach der Umstrukturierung und dem Neustart in der 2. Liga zum Sportkoordinator aufgestiegen.

Frank Schaeffer, der Urkölner, war viele Jahre mit Bayer Leverkusen in Gaildorf, bevor es ihn zurück zum 1. FC Köln zog. Dort war er Leiter der Nachwuchsabteilung und dieser Funktion noch im vergangenen Jahr in Gaildorf. Mittlerweile ist Schäfer Leiter des Nachwuchszentrums bei Fortuna Düsseldorf. Auch Wolfgang Schellenberg hat mit seinem 1. FC Nürnberg in Gaildorf überzeugen können. Er ist zu seinem Stammverein TSV 1860 München zurückgekehrt und leitet dort das Bundesliga-Nachwuchszentrum. Den einstigen U17-Trainer von Borussia Dortmund, Theo Schneider, hat es ins Ausland verschlagen. Er leitet heute das Nachwuchszentrum von Ferencvaros Budapest. Jan Kmoch (Sparta Prag) ist heute Co-Trainer bei den Profis seines Vereins, Patrick Rahmen (FC Basel) ist nach seiner Co-Trainerzeit beim Hamburger SV (unter Jo Zinnbauer) nun in gleicher Funktion beim FC Luzern tätig.

Thomas Hörster, der mit Bayer Leverkusen das Gaildorfer Turnier gewinnen konnte, ist nach einem kurzen Abstecher als Cheftrainer bei  Bayer 04 nun als Scout für seinen Verein tätig, ebenso wie Stephan Schwarz (VfB Stuttgart) als Chefscout beim FC Augsburg und Leo Lainer (Wüstenrot Salzburg) bei RB Salzburg.

Einst Spieler beim Turnier

Markus von Ahlen, mit Bayer Leverkusen und dem HSV in Gaildorf, ist nach einigen Stationen als Cheftrainer wieder zu seinem Heimatverein nach Leverkusen zurückgekehrt und hat in dieser Saison die U19 übernommen. Herrmann Stadler, mit Salzburg zu Gast in Gaildorf ist beim Österreichischen Fußballverband für die U17-Nationalmannschaft zuständig.

Mittlerweile gibt es auch schon Trainer, die einst als Spieler beim Jugend-Eurocup aufgelaufen sind. So zum Beispiel Alexander Nouri, der 1996 mit Werder Bremen in Gaildorf war. Mittlerweile ist er dort zum Cheftrainer befördert worden. Beim Turnier 1991 führte Thorsten Lieberknecht den 1. FC Kaiserslautern als Spielführer auf das Feld. Er ist inzwischen seit vielen Jahren bei Eintracht Braunschweig auf der Trainerbank, hat die Gelb-Blauen sogar in die Bundesliga geführt. Und beim TSV 1860 München springt als Retter immer wieder ein Spieler ein, der einst in Gaildorf das Bayern-Trikot getragen hat: Daniel Bierofka. Ohne ihn wären die Löwen wahrscheinlich nicht mehr in der 2. Liga.

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