Fußball Der Pokal geht nach Heimbach

Schwäbisch Hall / Viktor Taschner 22.01.2018

Die Spieler in den roten Trikots hüpfen vor Freude im Kreis. Soeben hat die SSV Schwäbisch Hall den Stadtmeistertitel errungen. 3:2 steht es nach einem spannenden Finale gegen die Sportfreunde Hall. „Der Turniersieg kommt etwas überraschend“, gibt Trainer Daniel Markus zu. Die Mannschaft habe nicht vorher in der Halle trainiert und sei erst zum Turnier zusammengetroffen. „Im Team waren Spieler, die in der Hinrunde immer da waren. Deswegen dürfen sie als Belohnung auch an so einem Turnier teilnehmen“, sagt Markus. Die SSV verliert auf dem Weg zur Stadtmeisterschaft kein Spiel. „Wir haben ein makelloses Turnier hingelegt“, freut sich Markus.

Im Endspiel setzt sich die SSV gegen die Sportfreunde durch. Der Verbandsligist tritt bei den Stadtmeisterschaften mit seiner A-Jugend an. „Die erste Mannschaft hätte an diesem Tag bereits ein Freundschaftsspiel in Dünsbach absolviert. Die Partie ist dann wegen des Wetters ausgefallen, aber wir sind trotzdem bei dieser Einteilung geblieben. Für die jungen Spieler ist das ein guter Test, mal gegen Erwachsene zu spielen“, führt Thorsten Schift, Manager Sport bei den Sportfreunden, aus. Lediglich Simon Glück und Torwart Patrick Bauer gehören dem Kader der Verbandsliga-Mannschaft an. Die beiden 19-Jährigen sind aber auch erst vor dieser Saison aus der A-Jugend herausgekommen.

Sharif mit der Entscheidung

Das Pendel im Finale schlägt zunächst auf die Seite der Spiel- und Sportvereinigung aus dem Stadtteil Heimbach aus. Die SSV führt früh bereits mit 2:0. Erst nutzt der spielende Co-Trainer Oliver Köhler – Ex-Akteur der Sportfreunde – die Chance und trifft zur frühen SSV-Führung. Nach der Hälfte der Spielzeit zirkelt Thomas Herrmann einen Freistoß zum 2:0 ins Sportfreunde-Tor. Aber das junge Team in Blau gibt sich nicht geschlagen. Erst verkürzt Leon Hadun nach einer schönen Kombination. Rund drei Minuten vor Schluss nutzen die Sportfreunde ihrerseits einen Freistoß durch Dennis Koch zum 2:2. Als noch 50 Sekunden auf der Uhr sind, zögert Sportfreunde-Schlussmann Patrick Bauer bei einem Abstoß. Er entscheidet sich für ein Anspiel in die Mitte, das aber SSV-Mann Zarda Sharif abfängt. Anschließend behält Sharif die Nerven und schiebt zum 3:2 ein. Aber auch danach ist der Sieg noch nicht sicher. Die Sportfreunde kommen zehn Sekunden vor dem Ende nochmal gefährlich vors Tor. SSV-Torwart Nicolai Feimer avanciert zum Helden, als er dreimal hintereinander glänzend reagiert und den abermaligen Ausgleich verhindert.

„Meine Jungs haben sich sehr gut geschlagen“, sagt Marco Dahmen. Als A-Jugend Coach hat er die Sportfreunde-Mannschaft bei den Stadtmeisterschaften betreut. „Es gab viele enge Spiele. Es war ein gutes Turnier“, fasst Dahmen zusammen. Zwei- oder dreimal hätten seine Jungs vorher in der Halle trainiert, jeweils mit dem Futsal-Ball, der auch bei den Stadtmeisterschaften benutzt wurde. Diese Woche beginnen die A-Junioren wieder mit der Vorbereitung auf die Rückrunde in der Bezirksstaffel. Die Sportfreunde sind zur Winterpause Fünfter mit sieben Punkten Rückstand zur Tabellenspitze. „Wir werden nochmal angreifen“, verspricht Dahmen, der zusammen mit Stefan Ledwig die Sportfreunde-A-Jugend coacht.

Die SSV wird etwas später mit der Vorbereitung auf die Rückserie anfangen. „Uns haben jetzt zwei Stammspieler, Vincent Latiano und Djilali Bouidia, verlassen. Aber der Kader hat trotzdem noch Qualität“, erklärt Daniel Markus. In der Kreisliga A steht die SSV auf dem sicheren Mittelfeldplatz 7.

Sprungreduzierter Futsal-Ball

Einen Rang dahinter liegt der SC Steinbach. Bei den Stadtmeisterschaften belegen die Steinbacher diesmal Platz 3. „Die Trauben hängen hoch“, sagt Trainer Andreas Kurz noch während der Gruppenphase. In den Vorjahren hat der SC nur knapp den Titel verpasst – so wie im Vorjahr mit einer Finalniederlage gegen Hessental. Dieses Jahr scheitern die Steinbacher im Halbfinale am späteren Turniersieger SSV Hall. „Aber man muss auch mit Niederlagen umgehen können“, sagt Kurz. „Meine Jungs sind alle heiß auf dieses Turnier, da wollen alle spielen“, erklärt Kurz.

Die Meinungen zum Futsal-Ball, der kaum von der Oberfläche abspringt, gehen auseinander. „Ungefähr die Hälfte meiner Spieler findet es gut, die andere Hälfte nicht“, meint Steinbachs Andreas Kurz. „Es ist schon ungewöhnlich, vor allem beim Schießen“, sagt Marco Dahmen. Kurz ärgert vielmehr die Handhabung bei Fouls. „Dann gibt es nach Futsal-Regeln eine gelbe Karte. Aber im nächsten Spiel ist die wieder vergessen. Eine Zwei-Minuten-Strafe wie früher ist da sinnvoller“, verdeutlicht Kurz, der es aber prinzipiell gut findet, dass bei den Futsal-Regeln in der Halle nicht gegrätscht werden darf. Der DFB wolle aber den Futsal-Sport in Deutschland voranbringen. „Das wurde uns bei den Trainer-Lehrgängen so kommuniziert“, so Kurz.

Die Steinbacher sind an diesem Tag aber nicht leer ausgegangen. Die Ü32-Senioren holen sich die Stadtmeisterschaft. Anderes als bei den Aktiven und den D-Junioren gibt es kein Halbfinale und Finale bei den Ü32. Nach den Gruppenspielen entscheidet die Tabelle. Die Steinbacher gewinnen fünf ihrer sechs Partien, nur gegen den SV Tüngental verlieren sie. Im letzten Turnierspiel hat Tüngental noch die Chance auf den Titel. Die Steinbacher benötigen die Schützenhilfe des TSV Sulzdorf. Lautstark von den Steinbacher Fans angefeuert gewinnen die Sulzdorfer tatsächlich mit 3:0 gegen Tüngental und verhelfen so Steinbach zum Titel.

Bei den D-Junioren hat der Ausrichter TSV Hessental Grund zum Jubeln. Im Finale gewinnt der TSV-Nachwuchs mit Freistoßtoren 2:1 gegen die favorisierten Sportfreunde.

D-Juniorinnen zeigen ihr Können

Außer Konkurrenz haben die D-Mädchen der TSG Hall und des TSV Sulzdorf ein Einlagespiel bestritten. Die TSG entschied die Begegnung für sich. Die Sulzdorfer D-Juniorinnen haben sich zu Anfang der Saison erst neu gegründet.

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