Fußball-Landesliga Bitteres Gegentor in der Nachspielzeit

Turbulente Szenen spielen sich im Gästestrafraum ab, aber der Ball will einfach nicht den Weg ins Tor finden.
Turbulente Szenen spielen sich im Gästestrafraum ab, aber der Ball will einfach nicht den Weg ins Tor finden. © Foto: Bernd Wolf
Crailsheim / Von Ralf Mangold 03.12.2018
Äußerst glücklich baut Landesliga-Primus TSV Heimerdingen seine Serie beim TSV Crailsheim auf neun Siege in Folge aus.

Eine Halbzeit lang war der TSV Crailsheim die klar bessere Elf und wurde am Ende sogar noch um den hochverdienten Punktgewinn gebracht. Eine eigentlich harmlose Freistoßflanke wollte Crailsheims Nachwuchs­torwart Lars Albig, der schon seit mehreren Wochen Stammkeeper Thomas Weiß gut vertritt, nach vorne abklatschen. Dabei sprang der Ball an seinen Fuß und von dort aus äußerst unglücklich ins eigene Tor.

„Das ist ganz bitter für den Jungen. Aber trotz des Missgeschicks ist und bleibt er ein ganz großes Torwart-Talent, dem die Zukunft gehört“, fand TSV-Coach Michael Gebhardt tröstende Worte nach dem Spiel für den allerdings kaum zu tröstenden Torspieler.

Nur wenige Höhepunkte

Bis dahin hatte er seine Sache nämlich ordentlich gemacht, auch wenn er oft längere Phasen völlig beschäftigungslos war. Vor allem in der zweiten Halbzeit plätscherte das Spiel nur vor sich hin, in beiden Strafräumen herrschte beinahe völlige Flaute. Die Partie passte sich dem nasskalten Wetter immer mehr an und die wenigen Zuschauer, die sich ins Schönebürgstadion verlaufen hatten, um den Landesliga-Spitzenreiter live zu erleben, sahen nur wenig Erwärmendes. Einziger wirklicher Höhepunkt war der Freistoß von Heimerdingens Kapitän Daniel Riffert, der nur um Zentimeter am TSV-Gehäuse vorbeistreifte. Zerfahren war das Spiel beider Mannschaften, die oft mit weiten Bällen ihr Glück auf dem glitschigen Untergrund suchten.

In der ersten Hälfte hingegen war zumindest die Heimelf viel aktiver und hatte deutlich mehr Spielanteile. Bereits nach neun Minuten gingen die Platzherren dann auch in Führung, als Marcel Maneth den mitgelaufenen Tim Meßner toll bediente.

Das 1:0 beflügelte die Crailsheimer. „In dieser Phase hatten wir einige gute Möglichkeiten und hätten das zweite Tor nachlegen können, ja müssen“, ärgert sich Gebhardt, dass seine Elf nach der vor allem sehr guten ersten Hälfte am Ende ganz mit leeren Händen vom Platz gehen musste. „Bei einem zweiten Tor von uns wäre das Spiel möglicherweise ganz anders gelaufen.“ Marc Wagemann und Hannes Wolf waren die auffälligsten Offensivkräfte in der ersten Hälfte aufseiten der Heim­elf und sorgten mit ihren Pässen und Dribblings immer wieder für Alarmstufe rot bei den Gästen. Beide hatten Mitte des ersten Durchgangs innerhalb von zwei Minuten das 2:0 auf dem Fuß, doch sie verzogen jeweils aus ­aussichtsreicher Position. Der TSV war bissiger in den Zweikämpfen und dominierte weitestgehend das Geschehen auf dem Platz. Die größte Chance hatte Tamas Herbaly in der 27. Spielminute. Nach einer Freistoßflanke stand er auf einmal ganz frei vor Lukas Emmrich, doch der Gästekeeper verhinderte einen weiteren Gegentreffer mit einer Glanztat.

Einen Konter nutzten die Heimerdinger jedoch kurz vor der Pause zum Ausgleich. Erst konnte Crailsheims Torwart Lars Albig den Schuss von Michele Ancona aus kurzer Distanz mit einem tollen Reflex gerade noch parieren, beim Nachschuss Anconas war aber auch er machtlos.

Die zweite Hälfte war dann ausgeglichen mit nur noch ganz wenig Höhepunkten – bis zu dem unglücklichen Gegentreffer in der Nachspielzeit. Die Crailsheimer Defensive um Routinier Kai Rümmele stand bärenstark. Einen Zähler mindestens hätten die engagierten Gastgeber an diesem Tag verdient gehabt.

Durch die sechste Saisonniederlage gehen die Crailsheimer als Tabellenachter punktgleich mit Satteldorf und Gaisbach in die Winterpause.

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So spielten sie

TSV Crailsheim – Heimerdingen

1:2

Tore: 1:0 Tim Meßner (9.), 1:1 Michele Ancona (39.), 1:2 Eigentor (90. +1)

TSV Crailsheim: Albig, Herbaly, Wolf, Fuchs, Hüttl, Meßner, Maneth  (75. Saidy), Rümmele, Wagemann (81. Schneider), Schwenker, Weinberger

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