WFV-Pokal Aus kommt kurz vor Toresschluss  

Als Zuschauer in der Heimat: Adrian Beck schaute sich an, wie der TSV Gerabronn knapp an einer Überraschung im Pokal vorbeischrammte.
Als Zuschauer in der Heimat: Adrian Beck schaute sich an, wie der TSV Gerabronn knapp an einer Überraschung im Pokal vorbeischrammte. © Foto: Klaus Helmstetter
Gerabronn / Von Klaus Helmstetter 06.08.2018
Der ersatzgeschwächte TSV Gerabronn liefert Türkspor Neckarsulm (Bezirksliga) in der 1. Runde des WFV-Pokals ein offenes Spiel. Beim 1:3 trifft Lucas Schmidt zum 1:1-Ausgleich.

Die Überraschung lag in der Luft. Lange. Sehr lange. Bis zur 88. Spielminute. Nach dem Tor von Tuncay Acay per Elfmeter für Türkspor Neckarsulm und dem prompten Ausgleich durch Lucas Schmidt für den TSV Gerabronn stand es unentschieden auf dem Platz „Unter den Linden“. Einzelne Spieler erkundigten sich schon danach, wie es weitergehen würde. Gleich Elfmeterschießen? Oder vorgeschaltete Verlängerung (so schreibt es das Regelwerk vor)? Doch dann machten die Gäste in einem ausgeglichenen Spiel kurzen Prozess und derlei Überlegungen überflüssig.

Die Sorgenfalten standen Volker Beck, dem sportlichen Leiter, und Marcus Hutzenlaub, seines Zeichens neuer Trainer beim A2-Vize, nicht gerade ins Gesicht geschrieben. Wenn sie jedoch darüber sprachen, dass der Bezirkspokalsieger „ohne acht Stammkräfte“ würde auflaufen müssen, in Runde 1 des WFV-Pokals, quasi mit dem viel beschworenen „letzten Aufgebot“, dann wurde doch schnell klar, dass sie sich Sorgen machten. Darüber, dass ihr Team unter die Räder kommen könne, sich vielleicht sogar eine Klatsche einhandeln würde.

Mit Keeper Fritsch, Mook, Dumalski, Krey und Schmidt hatte Marcus Hutzenlaub nur fünf Stammkräfte zur Verfügung. Gute 90 Minuten später haderten die Gerabronner ein wenig mit dem Schicksal. Denn gegen Türkspor Neckarsulm war definitiv mehr drinnen und das verlockende Aufeinandertreffen mit Oberligist Ilshofen in Runde 2 nicht wie befürchtet Utopie. „Unter dem Strich eine unglückliche Niederlage für uns“, befand Marcus Hutzenlaub, der neue Trainer. „Ich kann den Jungs eigentlich keine Vorwürfe machen. Sie haben sich alle nach Kräften bemüht. So ist halt der Fußball.“

In einer kompakten Grundordnung suchten die Gerabronner ihr Heil in Halbzeit 1. Die Null sollte stehen, möglichst lange. Türkspor hatte zwar viel Ballbesitz, doch die zündende Idee, um die Gera­bronner Hintermannschaft zu überraschen, wollte sich nicht einstellen. Tuncay Acay hatte die beste Chance. Seinen Distanzschuss aus zentraler Position parierte Gerabronns Kapitän und Keeper Joachim Fritsch jedoch bravourös.

Marcus Hutzenlaub sah die sprichwörtlich dunklen Wolken heraufziehen. „Das geht nicht mehr lange gut so“, richtete er nach einem einfachen Fehler in der Spielentwicklung mahnende Worte an seine Bankspieler. Doch kurz nach der ersten Trinkpause (30.) strafte ihn Sergej Mook beinahe Lügen. Sein direkter Frei­stoß aus vielleicht 22 Metern Tor­entfernung touchierte den Außenpfosten. In der Folge legte Cris Dumalski auf der linken Seite für Lucas Schmidt auf. Der schoss nur knapp am langen Pfosten vorbei. Gerabronns zweite gute Möglichkeit.

Nach dem Seitenwechsel blieb der Bezirkspokalsieger zunächst mutig, hatte Chancen durch Cris Dumalski und Jan Bücherl. Dann ging es Schlag auf Schlag. Zwei Tore in drei Minuten. Zunächst legte Tuncay Acay (65.) vom Elfmeterpunkt für Türkspor vor. ­Deren erste gute Chance in Halbzeit 2. Gerabronn ließ sich nicht beeindrucken, kombinierte geschickt durch den gegnerischen 16er und ein satter Schuss aus der Distanz von Lucas Schmidt (68.) bescherte den Hausherren den Ausgleich. Wenig später fischte Keeper Fritsch gegen den Neckarsulmer Torschützen den Ball gerade noch aus dem Dreieck.

Dann die letzten beiden Minuten. Zunächst nahm Ismail Celik einen langen Ball handlungsschnell auf und traf zur Gästeführung ins lange Eck. Der eingewechselte Doganay Bodur sorgte unmittelbar danach für den 1:3-Endstand.

So spielten sie

TSV Gerabronn –
Türkspor Neckarsulm

1:3

Tore: 0:1 Tuncy Acay (65.; Elfmeter), 1:1 Lucas Schmidt (68.), 1:2 Ismail Celik (88.), 1:3 Doganay Bodur (89.)

TSV Gerabronn: Joachim Fritsch, Sergej Mook, Dennis Hartwich, Cris Dumalski, Marc Albig (30. Andreas Hartwich), Jan Bücherl, Martin Hallmen, Fabian Frey, Sven Hodik (65. Waldemar Schleicher).

Adrian Beck auf Stippvisite in der Heimat

Als Zaungast schaute sich Adrian Beck, Sohn von Gerabronns sportlichem Leiter Volker Beck die Partie in seiner Heimat an. Seit dieser Spielzeit kickt der 21-Jährige in der Regionalliga für den SSV Ulm und war bei den bisherigen Siegen in Mannheim und gegen Balingen jeweils mit dabei.

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