Fußball „Über Grenzen gehen“

Fichtenberg / Klaus Rieder 09.06.2018

Um den letzten freien Platz in der Kreisliga A2 Rems-Murr geht es morgen im Relegationsspiel in Schlechtbach: Der Vorletzte der A2 Rems-Murr, die SK Fichtenberg, trifft auf den Vizemeister der B2 Rems-Murr, die Spvgg Kleinaspach. Der SKF-Abteilungsleiter Michael Busse sieht sein Team in der Favoritenrolle.

Herr Busse, mit dem 4:1 im Entscheidungsspiel gegen den B1-Vizemeister SV Hegnach II und dann wenige Tage später mit dem 3:0 im Relegationsspiel gegen den FC Welzheim  schaffte die SK Fichtenberg am 21. Juni 2014 den Aufstieg in die Kreisliga A2 Rems-Murr. Nun sind die Zeichen umgekehrt: Die SK Fichtenberg muss gegen die B2-Vize Spvgg Kleinaspach. Kommen da die Erinnerungen an den Juni 2014 wieder hoch?

Michael Busse: Es geht in den letzten 90 Minuten einer Saison schlicht um den Sieg und die umgekehrte Ausgangslage ist allerspätestens mit dem Warm-up absolut egal, eigentlich schon jetzt. Mit der Relegation 2014 verbinden wir eine der geilsten SKF-Zeiten der letzten zwei Jahrzehnte: Da geht man gerne in so ein Spiel, denn das Ganze will man wieder erleben und positiv gestalten!

In den beiden Aufstiegsspielen im Juni 2014 stellte die SK Fichtenberg jeweils durch ein frühes Tor die Weichen auf Sieg: Gegen Hegnach traf Frank Schäfer nach 15 Minuten, gegen Welzheim markierte Achim Rosenberger bereits nach 6 Minuten den Führungstreffer. Die Taktik ging auf. Wird auch diesmal ein frühes Tor der Schlüssel zum Erfolg oder sollte eher die Null stehen?

Eine frühe Führung oder viele früh gewonnene Zweikämpfe helfen ins Spiel und ziehen dem Gegner den Zahn, das weiß natürlich jeder. Kleinaspach wird das Spiel über auf den Sieg brennen und kämpfen bis zum Umfallen. Die Jungs haben jedoch auch schon ein bitteres Negativerlebnis aus dem Vorjahr zu verkraften, das sitzt tief und ist mit dem Anpfiff wieder da. Wir werden die Euphorie brechen wollen, so schnell und so klar wie nur möglich. Einstellungssache.

Nach dem Aufstieg belegte die SK Fichtenberg eher hintere Plätze. 2015 als Elfter waren es drei Punkte vor dem Relegationsplatz, 2016 gelang erst am letzten Spieltag der Sprung vom Relegationsplatz. Im vergangenen Jahr war die Platzierung mit Rang sieben zwar besser, es waren aber auch nur sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Woran lag es, dass sich die SK Fichtenberg nicht im sicheren Mittelfeld etablieren konnte?

Wie schon im Mai erwähnt, lag es an Hochnäsigkeit, Faulheit und fehlender Einstellung in der Hinrunde. In der Rückrunde war dann eher der Kopf das Problem. Letztendlich ist der nötige Schritt wegen mangelndem Antrieb und blauäugiger Mentalität bisher nicht gemacht worden und es muss eben gezittert werden, trotz vorhandenem Potenzial.

Während in der Spielzeit 2016/17 die Kurve nach der Winterpause wieder nach oben zeigte, war in der zurückliegenden Runde bereits am 11. Spieltag der vorletzte Platz „erreicht“. Fichtenberg kam nicht mehr entscheidend aus dem Tabellenkeller heraus, war mit nur drei Punkten die schlechteste Rückrundenmannschaft. Was lief da anders?

Der Kader 2016/17 war auf dem Papier qualitativ eigentlich sogar schlechter einzuschätzen und wir waren in der Region früh „der Absteiger Nummer Eins“. Wir haben uns jedoch leidenschaftlich dagegen gewehrt. Eben diese Einstellung und vor allem der innere Antrieb und erkämpftes Selbstvertrauen waren 2017/18 nicht annähernd zu sehen.

Rein rechnerisch war Fichtenberg nach der 1:3-Niederlage am vorletzten Spieltag in Erbstetten schon abgestiegen, sodass es am letzten Spieltag beim 4:1 am 26. Mai gegen die Spvgg Unterrot nur noch darum ging, wer wird Letzter und wer wird Vorletzter. Oder war da schon die Hoffnung vorhanden, dass nach dem Aufstiegsverzicht des B5-Ligisten Schwaikheim III auch Kirchberg und Erbstetten-Nellmersbach verzichten und der vorletzte Platz dann doch noch für die Relegation reicht?

Wir haben genug Erfahrung im Umgang mit solchen Situationen und waren intern ziemlich sicher, dass es im Unterrot-Spiel noch um die Relegation ging. Das war am Vorabend klar. Leider kann man vorher nie eine sichere Aussage treffen, da man seitens des Bezirks doch immer wieder überrascht werden kann, sich so zurückhält und schweigt.

Wussten die Spieler vor der Partie gegen Unterrot davon?

Ja, auch Unterrot wusste, dass es um den letzten Strohhalm ging.

Drei Tage später wurde es zur Gewissheit, als die Mitteilung von Bezirksspielleiter Ralph Rolli kam. Wie lief die Vorbereitung auf das Relegationsspiel an?

Nicht anders als nach dem Abpfiff Tage zuvor gegen Unterrot, da wir uns ja bereits auf die Relegation eingestellt hatten.

Fichtenberg erzielte in der vergangenen Saison nur 37 Treffer in 28 ­Spielen, 1,3 Tore pro Spiel. In der ­Rückrunde waren es nur 13 in 14 Spielen. Die vier Tore gegen Unterrot abgezogen waren es nur neun in 13 Spielen oder 0,7 pro Partie. Liegt hier das Hauptproblem bei der SKF?

Nein. Das Hauptproblem in der Offensiv- und Defensivbewegung ist der selbstsichere Umgang mit den eigenen Stärken in einer schwierigen Situation. Wenn ich bei der genannten Statistik an Spieler wie Paxian, Papadopoulos, Szilagyi, Fritz, ­
Kerekes usw. denke, kann man nicht von mangelnder Qualität sprechen, sondern es überwiegen in der Phase andere Dinge, die sich im Kopf abspielen.

Sind die vier Tore im nun letztlich entscheidenden Spiel gegen Unterrot ein Zeichen, dass die SKF-Truppe sich - wenn es drauf ankommt – steigern kann?

In all den Jahren, in denen ich die Jungs begleiten durfte, war es bisher immer so, dass sie sich genau dann steigern und über die Grenze gehen, wenn es für viele andere bereits schon zu spät erscheint. Eigentlich schade bei dem Potenzial.

Wen sehen Sie im Relegationsspiel in der Favoritenrolle?

Wir sind Favorit. Ganz klar und ohne Umschweife. Wenn wir sofort in das Spiel finden und den Plan von Trainer Toni Liepold durchziehen, dürfen wir uns auf ein weiteres Jahr A-Klasse freuen. Ob es verdient ist, steht freilich auf einem anderen Papier. Aber danach fragt im Herbst niemand mehr. Achtung Floskel: Wir können uns am Sonntag nur selbst besiegen.

Welche Spieler aus den Relegationsspiel 2014 sind noch dabei?

Beim Kader mische ich mich nicht ein, daher kann ich da keine Aussage treffen. Miterlebt haben es fast alle in einer Form, entsprechend positiv ist der Gedanke daran.

So spielten sie

Was
Paarung

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