Zwölf Punkte aus 15 Spielen  in der Frauen-Regionalliga Süd sind für das Fußballteam des TSV Crailsheim deutlich zu wenig – schließlich ist man Absteiger aus der Zweiten Frauenfußball-Bundesliga. Am Telefon erklärt Trainer Wulf Saur, woran es aus seiner Sicht bisher lag und wie es nach der Winterpause bei den Crailsheimer Fußballfrauen weitergehen soll.

Wie lief die Saison in der Regionalliga Süd bisher aus Ihrer Sicht?

Wulf Saur: Natürlich lief die bisherige Runde nicht wie erwartet für uns. Wir hatten das Ziel, mehr Spiele zu gewinnen als zu verlieren. Das haben wir nicht erreicht, obwohl wir oft nicht schlecht gespielt haben.

War das 2:2-Unentschieden im letzten Spiel dann zu wenig?

Das Ergebnis hat uns auf jeden Fall nicht weiter gebracht. Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht. Durch individuelle Fehler haben wir wieder zwei Gegentore bekommen. Doppelt bitter war, dass Löchgau ein direkter Konkurrent ist. Wir hatten aber bisher einige dieser knappen Spiele, die wir nicht gewinnen konnten.

Wie ist denn dann die Stimmung innerhalb der Mannschaft?

Klar ist es nicht einfach, wenn man mehr verliert als gewinnt, aber die Chemie innerhalb des Teams ist nicht schlecht. Problematisch ist, dass von unseren 20 Spielerinnen im Kader am letzten Sonntag gerade einmal noch zwölf einsatzbereit waren. Das macht es für mich nicht einfacher. Gerade im Training kann man das ein oder andere nicht vertiefen.

Ist das dann der Grund, warum es im Moment nicht rund läuft?

Das ist mit Sicherheit einer der Gründe. Allerdings ist es so, dass für einen größeren Kader kaum finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Deshalb müssen wir mit den Spielerinnen planen, die da sind. Ein weiterer Grund sind Beruf und Studium. Einige können nicht immer zum Training hier sein. Klar kann man Laufen gehen, wenn man verhindert ist – aber nichts ersetzt das Mannschaftstraining.

Verbessert sich die Situation in absehbarer Zeit?

Die Saison jetzt ist zum Überbrücken. In den nächsten Jahren kommen einige Jugendspielerinnen nach. Dann kommen auch wieder bessere Zeiten.

Gibt es dann auch schon zur Winterpause beim TSV Crailsheim Neuverpflichtungen?

Wir halten die Augen offen nach Spielerinnen, die dazustoßen könnten. Unser Budget ist aber gedeckelt, das heißt: Viele Möglichkeiten haben wir nicht.

Am 25. Februar geht’s weiter mit der Partie gegen Greuter Fürth . . .

Eine richtungsweisende Partie für uns gegen den Tabellenletzten. Dementsprechend wird auch unsere Vorbereitung verlaufen. Im Sommer bin ich relativ kurzfristig eingesprungen, noch im Juli waren keine Testspiele angesetzt. Das ist jetzt besser. Die Gegner stehen bereits fest.

Abteilungsleiter Herz: „Trainer hat am wenigsten Schuld“

Die Erwartungen sind bisher nicht erfüllt worden. Das liegt laut Abteilungsleiter Günther Herz auch am Kader, aber eben nicht nur. „Das ist auch eine mentale Sache. Wenn man eine Liga absteigt und dann die Klasse unterschätzt, kann es sein, dass sich Bruder Leichtfuß einschleicht“, sagt Herz.
Gerade in der Regionalliga seien Athletik, Ausdauer und Dynamik sehr wichtig. „Mit zwei statt drei Trainingseinheiten in der Woche fehlt aber was.“ Auch Kampf und Einsatz habe er manchmal vermisst.
„Man muss dem Team trotzdem großen Respekt zollen für die Zeit, die es aufbringt.“ Ob, wie bereits in der vergangenen Saison, ein Mentaltrainer helfen kann, wolle Herz erst mit Trainer Wulf Saur klären.
Neuzugänge seien zwar erwünscht, aber mit den momentanen finanziellen Mitteln kaum zu bekommen. „Wir versuchen es, aber es wäre leichter, wenn wir noch in der zweiten Bundesliga spielen würden“, sagt TSV-Abteilungsleiter Günther Herz. Ziel werde es sein, mittel- und vielleicht sogar kurzfristig die aktuellen B-Juniorinnen in die Mannschaft zu integrieren.
Die Schuld an der Situation habe „am wenigsten“ Wulf Saur als Trainer. „Wir haben den Kader bewusst eng gehalten“, sagt Herz. Dies sei auch der finanziellen Situation geschuldet. „Es ist müßig zu diskutieren, ob man taktisch oder an der Aufstellung etwas ändern sollte.“ Der Coach erreiche das Team. „Ich verlasse mich auf die Kompetenz der Trainer.“ luc