Hallenfußball „Leistungsgedanke ist nicht alles“

Ein Kirchheimer hat abgezogen, gleich schlägt es im Tor der F2-Junioren der SSV Hall ein. Der SSV-Spieler, der hinter dem Tor steht, geht schon mal in Deckung.
Ein Kirchheimer hat abgezogen, gleich schlägt es im Tor der F2-Junioren der SSV Hall ein. Der SSV-Spieler, der hinter dem Tor steht, geht schon mal in Deckung. © Foto: Foto: Hartmut Ruffer
Schwäbisch Hall / Hartmut Ruffer 31.01.2017

Akkurat sind die kleingeschnittenen Paprika, Karotten und Gurken nebeneinander in der großen Schüssel sortiert, die auf der Tribüne der Hagenbachhalle steht. Der gesunde Imbiss ist von Spielermüttern des 1. FC Heidenheim vorbereitet und nach Schwäbisch Hall mitgebracht worden.

Die F-Junioren des Zweitligisten und deren Trainer fallen auf. Sowohl dank des fußballerischen Könnens als auch wegen des professionellen Auftretens. Trainer Sascha Funk hat zum Aufwärmen eine Koordinationsleiter dabei. „Wir konnten aus Zeitgründen leider nicht unser gesamtes Aufwärmprogramm durchziehen“, berichtet er. Er macht keinen Hehl daraus, dass man beim 1. FC Heidenheim hohe Ansprüche auch schon bei den F-Junioren hat. „Wir betreiben unsere Fußballschule nicht zum Spaß.“ Den soll es zwar auch geben, aber die Vision des Heidenheimer Geschäftsführers Holger Sanwald ist, dass es in Zukunft immer wieder Talente aus der eigenen Jugend in den Kader des momentanen Zweitligisten schaffen sollen. Den Sieg bei den F1-Junioren holte Heidenheim souverän.

Spaß ist auch dabei

Im jüngeren Jahrgang der F-Junioren, also der F2, war die SG Quelle Fürth dabei. „Wir fahren teilweise sogar bis nach Dortmund zu Turnieren“, berichtet Trainer Dimitri Pardalis. Das gehöre zu der Philosophie des Vereins, der offiziell mit der SpVgg Greuther Fürth eine Partnerschaft für den Nachwuchs eingegangen ist. „Doch der Leistungsgedanke darf nicht alles sein“, meint Pardalis.

So sehen es auch die heimischen Vertreter. Kurt Aldinger coacht die E-Junioren des TSV Michelbach, „auch, weil mein Enkel mitspielt“. Während Heidenheim und Quelle Fürth jedes Wochenende mindestens ein Turnier spielen, sucht sich Aldinger insgesamt zwei bis drei Wettkämpfe aus. Ihm geht es um die Vermittlung des Fußball-Einmaleins. Und es gehört auch dazu, dem einen oder anderen Schützling beim Schnürsenkelbinden zu helfen. Aldinger, ein Michelbacher Urgestein, wünscht sich allgemein mehr Jugendtrainer.

Nicht jede Begegnung bei den vielen Turnierspielen ist auf einem guten Niveau, doch zeigen die einheimischen Vertreter, dass sie auch gegen Teams aus dem Stuttgarter Raum, die teilweise höhere Ansprüche haben, mithalten können.

Kleine und große Dramen spielen sich auch ab: Die D-Junioren der SGM Bühlerzell/Bühlertann/Obersontheim fiebern im Finale mit ihrem Torwart und ihren jeweiligen Schützen mit. Letztlich müssen sie sich Bad Friedrichshall mit 4:5 nach Neunmeterschießen geschlagen geben. Beim Turnier der Reserven hat der TSV Michelfeld 2 das Pech, sowohl das Halbfinale als auch das Spiel um Platz 3 im Neunmeterschießen zu verlieren.

Unverhoffte Glücksmomente gibt es bei den F2-Junioren des Gastgebers SSV Hall. Weil der TSV Hessental absagen muss, stellen sie kurzerhand zwei Teams auf. „Da wir elf Spieler haben, ist das kein Problem“, so Trainer Denis Islic. „Und selbst die etwas Schwächeren konnten mithalten, hatten ihre Erfolgserlebnisse.“

Die Motivation und der Spaß am Fußball – das eint alle, egal mit welchen Ansprüchen die Mannschaften dabei waren.