Neue Oberligamannschaft TSV Ilshofen - Gegner hat „einige Kracher vorne drin“

Maximilian Egner bringt sich während der Vorbereitung in Form. Der 26-Jährige ist einer der Spieler des Aufsteigers TSV Ilshofen, der schon Oberliga-Erfahrung hat.
Maximilian Egner bringt sich während der Vorbereitung in Form. Der 26-Jährige ist einer der Spieler des Aufsteigers TSV Ilshofen, der schon Oberliga-Erfahrung hat. © Foto: Ufuk Arslan
Ilshofen / Viktor Taschner 11.08.2018
Für Maximilian Egner und seinem TSV Ilshofen beginnt an diesem Wochenende die Fußball-Oberligasaison.

Maximilian Egner gehört zu den Spielern, die mit Ilshofen in der vergangenen Saison den Aufstieg perfekt gemacht haben. Heute um 14 Uhr steht in Reutlingen das erste Spiel in der neuen Runde an. Egner spricht über die Herausforderungen in der Oberliga.

Herr Egner, die Vorsaison war für den TSV Ilshofen die erfolgreichste der Vereinsgeschichte mit dem Oberliga-Aufstieg und dem WFV-Pokal­finale. Ist das noch ein Thema in der Mannschaft oder schon Schnee von gestern?

Maximilian Egner: Wir haben viele Neue in der Mannschaft. Die Spieler, die letztes Jahr dabei waren, sprechen schon darüber. Der Aufstieg war sensationell und von den Neuen hat der ein oder andere das entscheidende Spiel gegen Freiburg auch gesehen. Sie fragen dann, wie es auf dem Feld war.

Der Kader hat jetzt im Sommer einen Umbruch erlebt. Welchen Eindruck machen die Neuen auf Sie?

Es sind alle nette Burschen. Sie sind offen in die Mannschaft reingekommen und es gab keine Anlaufschwierigkeiten. Fußballerisch bringen sie auch Qualität rein, aber es ist noch zu früh, um es umfassend zu beurteilen.

Wegen der Relegation und des frühen Beginns der Oberliga blieb aber wenig Zeit für die Integration der Neuen …

Ja, das stimmt. Da man nicht wusste, in welcher Liga man spielt, war auch nicht klar, wie der Kader am Ende aussieht. Trotzdem haben wir jetzt die Zeit umso intensiver genutzt. Wir haben viel Taktiktraining gemacht und viel gesprochen. Was letztes Jahr bei den meisten vielleicht schon klar war, haben wir jetzt explizit nochmal auf dem Platz einstudiert. Das betrifft auch die Dinge außerhalb des Platzes. Natürlich war die Zeit kurz, aber das darf keine Ausrede sein.

Aber die Hierarchie hat sich schon geändert im Team, weil wichtige Spieler gegangen sind …

Ja, wobei wir in Ilshofen eine flache Hierarchie haben. Aber es sind schon viele ältere Spieler gegangen und wir haben viele junge dazubekommen. Dadurch ändert sich die Hierarchie schon ein wenig. Die, die jetzt schon länger dabei sind, die müssen jetzt vorangehen.

Auch Sie?

Ich bin zwar jetzt erst ein Jahr hier, aber ich habe schon einiges erlebt. Deswegen nehme ich mich da auch in die Pflicht.

Wären Sie in Ilshofen geblieben, auch wenn der Aufstieg nicht geklappt hätte?

Ja, ich wäre geblieben.

Sie haben in Hollenbach fünf Jahre in der Oberliga gespielt. Was kommt auf Ilshofen in der neuen Liga zu?

In der Oberliga gibt es einige große Vereine wie die Stuttgarter Kickers oder den SSV Reutlingen. Auch den FC Nöttingen, Ravensburg, Bissingen und Freiberg zähle ich dazu. Da tummeln sich abgezockte Profis oder Ex-Profis. Man merkt die Kaltschnäuzigkeit. Jeder Fehler wird bestraft. Man hat auch weniger Zeit auf dem Platz, alles geht schneller. In meinen Augen ist der Unterschied von der Verbandsliga zur Oberliga schon groß.

Ist die Art des Verteidigens eine andere in der Oberliga?

Als erfahrener Abwehrspieler kenne ich ja die Stürmer meistens schon, die auf mich zukommen. In der Verbandsliga fallen da manche schon ab im Vergleich zur Oberliga, wo einige Kracher vorne drin spielen. Da muss man zu 100 Prozent fokussiert sein. Aber ich freue mich darauf, mich mit den Besten zu messen.

Mögen Sie eher die großen, bulligen Stürmer oder die kleinen, wendigen als Gegenspieler?

Aufgrund meiner Körpergröße mag ich doch eher die bulligen Typen, mit denen man auch den Körperkontakt suchen kann.

Das Team ist als Aufsteiger nicht mehr in der Favoritenrolle wie noch in der Verbandsliga. Freut man sich, nicht mehr diesen Druck zu haben?

(Überlegt lange) Wenn man Meister werden oder vorne mitspielen möchte, dann muss man die Mehrzahl der Spiele gewinnen. Das wollen wir in der Oberliga natürlich auch, aber jetzt haben wir nicht mehr den Druck, jedes Spiel gewinnen zu müssen. Das könnte es schon einfacher machen, wenn man jetzt erst mal hinten sicher steht und schaut, was dann nach vorne möglich ist. Da können wir schon entspannter in die Spiele gehen.

Mit dem Auftaktspiel in Reutlingen hat man gleich einen harten Brocken vor der Brust. Hätten Sie sich einen anderen, leichteren Gegner zum Start gewünscht?

Nein, das ist der perfekte Gegner zu Beginn, vor allem für die Leute im Team, die noch keine Oberliga-Erfahrung haben. Dann wissen sie sofort, was in dieser Liga abgeht. Reutlingen hat viele Fans und ein schönes, großes Stadion. Ich denke, auch aus Ilshofen werden viele Leute dorthin fahren. Das ist ein guter Auftakt für uns.

Und danach folgt gleich das nächste Auswärtsspiel in Bissingen, ebenfalls eines der Topteams der letzten Saison. Wie groß ist die Angst vor einem Fehlstart mit null Punkten aus zwei Spielen?

Nein, davor habe ich keine Angst. In Reutlingen habe ich bisher immer gut gepunktet (lächelt). Und gegen Bissingen haben wir schon öfters in der Vorbereitung gespielt und kennen sie deswegen auch. Klar sind es zwei Topteams, gegen die wir zwei Topleistungen brauchen, aber in diesen Spielen ist auf jeden Fall was für uns drin. Wir hissen jetzt nicht gleich die weiße Fahne. Und wenn wir beide Partien verlieren, dann ist das eben so und trotzdem geht´s dann weiter.

Was muss aus Ihrer Sicht gut funktionieren, damit das Saisonziel Klassenerhalt erreicht wird?

Hinten zu null und vorne Tore schießen (lacht). Das ist natürlich einfach gesagt. Im besten Fall  haben wir wenig Verletzte. Und was auch wichtig ist, ist eine gute Team-Chemie. Wir müssen eine Einheit sein. Wenn alle füreinander fighten, dann haben wir die Qualität, die Liga zu halten.

Steckbrief Maximilian Egner

Geburtstag: 7. März 1992
Geburtsort:
Künzelsau
Wohnort:
Zweiflingen
Familienstand:
verlobt
Beruf:
Key-Account-Manager
Hobbys:
Fußball, Fahrrad fahren, Snowboard fahren
Bisherige Stationen:
TSV Zweiflingen, TSV Crailsheim (C-Jugend), Sportfreunde Hall (B-, A-Jugend und Aktive), FSV Hollenbach (2012-2017), TSV Ilshofen (seit 2017)
Größte sportliche Erfolge:
Landesligameister und Aufstieg in die Verbandsliga mit Hall (2011), Aufstieg in die Oberliga und WFV-Pokalfinale mit Ilshofen (2018) und fünf Jahre Oberliga mit Hollenbach

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