Jugendfußball „Ein kleiner Beitrag auf dem Weg nach oben“

Horst Beck ist jetzt Trainer beim TSV Assamstadt.
Horst Beck ist jetzt Trainer beim TSV Assamstadt. © Foto: Ralf Mangold
Schrozberg / Ralf Mangold 06.10.2018

Zwölf Jahre lang war Horst Beck als Trainer beim DFB-Stützpunkt in Schrozberg und hat in dieser Zeit unzählige  Nachwuchstalente bei ihrer fußballerischen Laufbahn begleitet und unterstützt. Seit dieser Saison trainiert der A-Lizenz-Inhaber aber nur noch die Herren des TSV Assamstadt in der Kreisliga Baden.

Wie sind Sie eigentlich damals Stützpunkttrainer geworden?

Horst Beck: 1993 habe ich angefangen, Jugendmannschaften bei meinem Heimatverein VfR Gommersdorf zu trainieren. Nachdem ich die B-Lizenz abgelegt hatte, wollte ich dann aber etwas über den Vereinsfußball hinaus im Leistungsbereich machen. Und mit dem Stützpunktwechsel von Satteldorf nach Schrozberg hat es sich ergeben, dass dort eine Stelle frei geworden ist.

Was hat sich verändert in all den Jahren?

Nach den verkorksten Auftritten der Nationalelf bei WM und EM Anfang des Jahrtausends wurde das System der DFB-Stützpunkte bundesweit eingeführt. Hauptaugenmerk lag anfangs darauf, flächendeckend in ganz Deutschland alle Talente zu finden und dadurch die Nachwuchsleistungszentren mit guten Spielern zu versorgen.  Inzwischen haben sich die Schwerpunkte als Stützpunkttrainer aber verschoben und es gibt viel mehr administrative Aufgaben wie Datenerfassung in eine Datenbank oder schriftliche Spielerbeurteilungen zu erledigen.

Ziel ist es also, Spieler an die  Nachwuchsleistungszentren heranzuführen. Ist Ihnen dies gelungen?

In der Zeit, in der ich am Stützpunkt war, sind rund 25 Spieler in Nachwuchsteams von Profimannschaften gewechselt. Arthur Reiswich, Tizian Amon, Mart Ristl und aktuell Lukas Schappes haben es von den Spielern, die mir spontan einfallen, am weitesten gebracht. Bei den Mädchen war es U-Nationalspielerin Lisa Karl. Ich verfolge den Weg von allen Spielern, die bei uns am Stützpunkt waren und in ein NLZ gewechselt sind. Das ist nämlich auch für das Trainerteam  eine Bestätigung seiner Arbeit, einen kleinen Teil auf dem Weg nach oben  beigetragen zu haben. Doch ich freue mich auch genauso über die zahlreichen anderen Nachwuchskicker, die inzwischen bei den Herren in der Ober-, Verbands- oder Landesliga mitspielen dürfen.

Hat Sie die Zeit als Stützpunkttrainer weitergebracht?

Ein ganz klares Ja. Vor allem habe ich gelernt, Talente schnell einzuschätzen. Zudem durfte ich selbst  Trainerschulungen durchführen und  habe Kommunikationskompetenzen entwickelt, als Vermittler zwischen Trainern, Eltern und Jugendlichen. Auch fällt es mir inzwischen leicht, im Trainerteam zu arbeiten, wie es heutzutage im Leistungsfußball gar nicht mehr anders geht. Schwer war allerdings immer, wenn ich einem Nachwuchsspieler sagen musste, dass er nicht mehr an den Stützpunkt kommen darf.

Nach welchen Kriterien beurteilen Sie eigentlich, wer ein Talent ist?

Das Spielverständnis steht für mich dabei ganz oben bei der Bewertung.  Ganz wichtig ist im modernen Fußball zudem die Schnelligkeit. Dazu kommen Technik und weitere konditionelle Elemente wie Beweglichkeit und natürlich der Charakter wie  beispielsweise Führungseigenschaften auf dem Platz.

Haben Sie neben dem DFB-Stützpunkt auch noch Vereinsmannschaften trainiert?

Ja, die A- und B-Junioren sowie die Landesligamannschaft des FSV Hollenbach. Bis vor einem Jahr war ich zudem Co-Trainer bei den Sportfreunden Schwäbisch Hall. Die Vereinsarbeit mit leistungsorientierten Mannschaften hat mir immer Spaß gemacht, aber irgendwann war der Aufwand zu groß und ich musste mich entscheiden. Nach einem Jahr Pause als Vereinstrainer will ich mich nun beim TSV Assamstadt ganz auf meine Aufgabe als Cheftrainer dort konzentrieren. Die Zeit am DFB-Stützpunkt war toll, aber ich habe inzwischen alles erlebt, was dort möglich ist, und mich nun entschieden, mit Mitte 50 noch einmal eine neue Herausforderung bei einem ambitionierten Team anzunehmen. Ich wollte einfach einen neuen Reiz setzen, und es macht mir riesigen Spaß. Zudem lief der Saisonstart recht gut, momentan stehen wir auf dem zweiten Platz in der Tabelle.

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