WFV-Pokal Abenteuer geht für TSV Crailsheim zu Ende

Reutlingens Milan Jurkovic (links) und Crailsheims Thomas Weiss lachen beim Plausch nach dem Spiel, das der Oberliga-Zweite 3:0 gewonnen hat. Die beiden Torhüter kennen sich aus gemeinsamen Zeiten beim SGV Freiberg.
Reutlingens Milan Jurkovic (links) und Crailsheims Thomas Weiss lachen beim Plausch nach dem Spiel, das der Oberliga-Zweite 3:0 gewonnen hat. Die beiden Torhüter kennen sich aus gemeinsamen Zeiten beim SGV Freiberg. © Foto: Bernd Wolf
Crailsheim / Joachim Mayershofer 02.11.2018
Im WFV-Pokal gelingt dem Landesligisten TSV Crailsheim keine zweite Überraschung. Oberligist Reutlingen setzt sich 3:0 durch. Der Kapitän der Gäste darf sich über einen Hattrick freuen.

Mit mehr als einer halben Stunde Verspätung begann das Achtelfinalspiel im WFV-Pokal am Mittwochabend im Crailsheimer Schönebürgstadion, weil die Reutlinger gleich mehrfach auf der Autobahn im Stau stecken geblieben waren. Die Gäste schienen nach dem Anpfiff auch gedanklich noch im Bus zu sein. Fast wäre den Crailsheimern vor 275 Zuschauern nämlich ein Start wie dem SSV Ulm im DFB-Pokalspiel gegen Düsseldorf gelungen. Tamas Herbaly hatte nach knapp 20 Sekunden schon die riesengroße Chance zur Führung. Herrlich bedient von Tim Meßner, schloss der Ungar am Fünfer aber nicht direkt mit dem linken Fuß ab, sondern versuchte noch eine Drehung, und die Defensive konnte die Situation bereinigen.

In der siebten Minute fiel schon das 0:1. Pierre Eiberger, zusammen mit Tim Schwaiger überragender Reutlinger Spieler auf dem Platz, setzte aus 25 Metern zum Schuss an, der Ball passte genau neben den linken Pfosten. Eiberger sollte noch die zwei weiteren Treffer zum 3:0-Erfolg des Oberligisten beisteuern. Beim 0:2 schob er nach tollem Querpass von Schwaiger am Fünfer ein (55.), beim 0:3 schlenzte er den Ball aus 20 Metern mit links neben den linken Pfosten (78.). „Ich habe noch nie drei Tore in einem Pflichtspiel erzielt“, sagte der Spieler des Abends nach der Partie. „Ich spiele ja eher defensiv. Aber heute habe ich irgendwie ein gutes Füßchen gehabt.“

Und Eiberger hatte noch ein Lob für den TSV Crailsheim parat. „Das war für einen Landesligisten eine richtig gute Leistung. In der ersten Halbzeit war das Spiel ausgeglichen, Crailsheim hatte auch sehr gute Chancen. In der zweiten Halbzeit waren wir aber besser und haben uns den Sieg auch verdient.“ Dieser war allerdings „teuer erkauft“, wie es Reutlingens Sportdirektor Michael Schuster formulierte. Denis Lübke musste nämlich mit einer schweren Knieverletzung vom Feld, die er sich ohne Gegnereinwirkung zugezogen hatte (63.).

Keeper Weiss mit Beschwerden

Auch Crailsheim ging nicht ohne Blessuren aus dem Spiel. Torhüter Thomas Weiss knallte beim 0:3 mit der rechten Hüfte auf den Boden und spielte die Partie unter großen Schmerzen zu Ende. Sein Einsatz im Ligaspiel in Oeffingen ist mit einem Fragezeichen versehen.

„Nach dem schlechten Oktober – rein von den Ergebnissen her betrachtet und Fußball ist ein Ergebnissport – hoffen wir jetzt auf einen guten November“, sagte Crailsheims Trainer Michael Gebhardt. „Das war noch mal ein geiler Abend für uns. Wir hatten ein cooles Abenteuer im WFV-Pokal mit zwei Spielen gegen Oberligisten.“ In der Runde zuvor hatten die Horaffen gegen den TSV Ilshofen 6:5 nach Elfmeterschießen gewonnen. „Wir waren durch dieses Ergebnis natürlich gewarnt“, gab Gästekapitän Pierre Eiberger zu.

Und auch gegen Reutlingen lag durchaus eine Überraschung in der Luft. „Wir haben in der ersten Halbzeit richtig mutig nach vorne gespielt. Klar kommt ein Oberligist gegen uns auch zu seinen Tormöglichkeiten, aber vor der Pause hatten wir die besseren“, sagte Gebhardt. Neben der erwähnten Großchance zu Beginn des Spiels, hatten die Gastgeber noch zwei dicke Dinger auf dem Fuß. So führte eine schnelle Traumkombination vom eigenen Sechzehner über viele Stationen zu Tim Meßner, der Dennis Schwenker in die Gasse schickte, dessen Schuss aber ohne Druck war (29.). Und nach einem Fehlpass von Ruben Reisig im eigenen Sechzehner schoss TSV-Kapitän Jörg Munz den Ball frei stehend über das Tor (36.).

In der zweiten Halbzeit kontrollierte Reutlingen das Spiel dann weitgehend, vor allem nach dem schnellen 0:2 nach der Pause (55.). Daniele Hüttl hätte nach einem feinen Solo allerdings fast noch für Ergebniskosmetik gesorgt, traf aber nur die Latte (81.). „Wenigstens den einen Treffer hätten wir uns verdient gehabt“, sagte Gebhardt. „Für einen Sieg gegen einen Oberligisten braucht man auch das nötige Spielglück.“

Der Weg ins Achtelfinale:

Crailsheim – Fellbach 3:0

Crailsheim – Germania Bietigheim 3:1

Crailsheim – Ilshofen n. E. 6:5

Trossingen – Reutlingen 0:7

SSC Tübingen – Reutlingen 0:7

FV Rottweil – Reutlingen 1:5

Alle Ergebnisse des Achtelfinales:

1. Göppinger SV – SGV Freiberg 1:3

Friedrichshafen – Calcio Leinf.-Ech. 1:3

TV Oeffingen – SSV Ulm 2:5

Essingen – Sonnenh. Großaspach 3:2

TSG Backnang – VfR Aalen 2:0

TSG Balingen II – Rutesheim n. E. 6:4

FC 07 Albstadt – TSG Balingen 3:0

TSV Crailsheim – SSV Reutlingen 0:3

So spielten sie

Crailsheim – Reutlingen

0:3

Tore: 0:1, 0:2, 0:3 Pierre Eiberger (7., 55., 78.)

Crailsheim: Weiss, Fuchs, Düll, Weinberger, Rümmele (83. Krebs), Wolf, Schwenker (76. Wagemann), Munz (67. Maneth), Meßner (72. Saidy), Hüttl, Herbaly

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