Die U 23 der TSG Hoffenheim hat am vergangenen Wochenende mit einer 1:4-Niederlage bei Absteiger Stadtallendorf die Saison in der Regionalliga Südwest beendet. Das Team von Trainer Marco Wildersinn wurde Zehnter. Der 38-jährige Trainer wird diese Mannschaft auch in der kommenden Saison coachen. Dabei wird ihn der Mann unterstützen, der den TSV Ilshofen als Spielertrainer von der Bezirks- in die Oberliga geführt hat: Ralf Kettemann.

Ende März hatte der 32-jährige Kettemann angekündigt, dem TSV nach dieser Saison nicht mehr als Trainer zur Verfügung zu stehen. Er wollte alles auf sich zukommen lassen. „Klar war nur: Cheftrainer werde ich nicht.“ Ungefähr Mitte April bekam Ralf Kettemann einen Anruf aus Hoffenheim. „Das hat dann ein paar Dinge ausgelöst“, bekennt Ralf Kettemann. Das Angebot: Er kann Marco Wildersinn als Co-Trainer bei der U 23 unterstützen. „Natürlich war das eine interessante Sache.“

Kettemanns Kontakt mit Hoffenheim war lose

Wildersinn und Kettemann haben sich in den vergangenen Wochen besser kennengelernt. Zuvor gab es losen Kontakt – unter anderem bei dem Wechsel von Tim Michael von Hoffenheim nach Ilshofen –, und doch verbindet sie etwas. „Als ich 2008 zu den Stuttgarter Kickers wechselte, habe ich die Wohnung von Marco übernommen, der nach Nöttingen ging“, erinnert sich Ralf Kettemann. Der Vormieter wird also sein Chef. Auch Dirk Mack, den Direktor Nachwuchs bei Hoffenheim, kennt Kettemann schon seit längerer Zeit. „Er war früher beim Württembergischen Fußballverband und dabei sind wir uns immer mal wieder über den Weg gelaufen.“

Kettemann hatte schon früher immer wieder klargemacht, dass ihn eine Aufgabe auf eine spezielle Art reizen muss, damit er sie übernimmt. Für sein Engagement in Hoffenheim liegen die Argumente auf der Hand. „Ich erhalte dort einen anderen Einblick in den Fußball. Die U 23 ist nah an die Profis angebunden. Die Spieler wollen alle Profis werden. Ich hoffe, dass ich ihnen dabei helfen kann. In Hoffenheim besteht für mich darüber hinaus die Möglichkeit, mich mit vielen Fachleuten auszutauschen. Zudem gibt es in Sachen Weiterbildung nichts Besseres als Hoffenheim.“ Die TSG ist dafür bekannt, ihren Trainern die bestmögliche Ausbildung angedeihen zu lassen. Kettemann besitzt die DFB-Elite-Jugend-Lizenz, die zwischen dem B- und A-Trainerschein angesiedelt ist.

Der große Unterschied zwischen seinem jetzigen und dem künftigen Job: Kettemann steht nicht an der Spitze. Beim TSV Ilshofen war er der Mann, der die Richtung vorgab, nun wird er Untergebener sein. „Es wird sicher ein paar Situationen geben, die spannend werden“, gibt er zu. „Aber für mich fühlt es sich richtig gut an. Es ist genau das, was sein soll.“ Im Juni will Kettemann umziehen. „Pendeln ist nichts für mich.“

Beim TSV Ilshofen hört er vor allem deswegen auf, weil ihm der Druck zu viel wurde, er sich „permanent im Tunnel“ fühlte. Es habe nichts damit zu tun, dass er den Eindruck hatte, dass er mit Ilshofen das maximal Mögliche erreicht hätte. „Oberliga ist toll, aber mehr zu erreichen, ist schwierig, aber nicht völlig unrealistisch.“ Dass dies nur mit potenten Sponsoren ginge, sei allerdings klar.

Das allerdings ist Zukunftsmusik. Zunächst möchte Kettemann mit Ilshofen den Klassenerhalt feiern. An Christi Himmelfahrt genügt am letzten Spieltag dafür ein Punkt gegen das Schlusslicht Spielberg. Der Klassenverbleib wäre für Kettemann, seiner Aussage nach, „der größte Erfolg, den ich mit Ilshofen feiern kann“.

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Dario Caeiro über Kettemanns Wechsel


Wertschätzung Dario Caeiro, Vorstand Fußball beim TSV Ilshofen, macht einerseits deutlich, dass er sich für Ralf Kettemann sehr freut: „Kette und ich sind befreundet. Ich bin stolz darauf, dass er diesen Schritt machen kann, und ich halte es auch für eine große Wertschätzung seiner Arbeit. Er hat angekündigt, uns auch in Zukunft mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, und meinte, dass wir wohl weiterhin jeden Tag Kontakt haben werden.“ ruf