Von den Fans verehrt, von der Vereinsspitze vertrieben – auch das klare Votum der Anhänger konnte Uwe Neuhaus nicht mehr den Job retten. Bundesligist Arminia Bielefeld hat sich am Montag von seinem Aufstiegstrainer getrennt. Allein die Medienberichte über die bevorstehende Beurlaubung des 61-Jährigen hatten in den sozialen Medien und Klub-Foren für heftige Diskussionen gesorgt. Neuhaus war nach dem überraschenden und souveränen Aufstieg überaus beliebt. Nachfolger soll offenbar Bundesliga-Nobody Frank Kramer, 48, werden, der unter anderem 2015 für fünf Monate Fortuna Düsseldorf trainiert hat.

Mit Platz 16 noch im Soll

Mit Rang 16 sahen die meisten Fans die Arminia, die vor zwei Wochen noch beim 3:3 in München überrascht hatte, im Soll. Zwischen Neuhaus und Sportdirektor Samir Arabi soll es zuletzt aber mehrfach zu Diskussionen über Aufstellungen und taktische Ausrichtungen gekommen sein. In den vergangenen fünf Spielen kassierten die Bielefelder immer mindestens drei Gegentore. Neuhaus hatte das Team der Ostwestfalen 2018 übernommen und in der vorigen Saison nach elf Jahren zurück in die Bundesliga geführt. Der Vertrag des Fußball-Lehrers läuft noch bis Sommer 2022. In der Hinrunde soll Neuhaus nach sieben Niederlagen in Serie schon einmal gewackelt haben, mit 13 Punkten aus den folgenden acht Spielen brachte er das Team aber wieder ins ruhige Fahrwasser. Doch offenbar ahnte er bereits nach dem jüngsten Spiel bei seinem Ex-Klub Dortmund (0:3), mit dem er 2002 als Assistent von Matthias Sammer Meister geworden war, was ihm drohte. Die Diskussion hätten „schon länger Fahrt aufgenommen. Das ist ja fast durchgängig so gewesen. Ich mache mir meine Gedanken ausschließlich über die Trainingsarbeit“.

Neururer als Schalke-Trainer?

Ex-Bundesligatrainer Peter Neururer, 65, hält sich derweil für eine Rückkehr zu Schalke 04 bereit: Er habe bereits Signale erhalten, die Nachfolge des entlassenen Christian Gross anzutreten. Der krisengeschüttelte Revierklub, den Neururer 1989/1990 coachte, hatte sich am Sonntag unter anderem von Gross getrennt.