Fußball Trainer Herbst wirft seinen Spielern „Naivität“ vor

Löchgaus Pascal Wolter (vorne) und Valentin Asch kämpfen um den Ball.
Löchgaus Pascal Wolter (vorne) und Valentin Asch kämpfen um den Ball. © Foto: Martin Kalb
Löchgau / jf 01.10.2018

Binnen acht Tagen hat der für gewöhnlich heimstarke FV Löchgau die zweite Niederlage zuhause hinnehmen müssen. Der VfL Nagold war am Sonntagnachmittag bis auf zwei kurze Phasen die überlegene Mannschaft und gewann mit 3:1. Im Duell der Aufsteiger waren die Löchgauer häufig einen Schritt zu spät, während der Ball beim VfL gut lief und vor allem Offensivspieler Luka Kravoscanec überzeugte. Mit sieben Punkten aus sieben Spielen stecken die Roten im Tabellenkeller fest, Nagold klettert aus selbigem.

„Wir hatten eine kurze Phase nach zehn Minuten, in der Löchgau zwei Riesenchancen hatte. Wenn es da 1:0 steht – wer weiß, wie wir danach ins Spiel kommen. Nimmt man die 90 Minuten, war das aber ein absolut verdienter Sieg“, bilanzierte Gästetrainer Armin Redzepagic. „Luka Kravoscanec war nicht nur heute überragend, das ist eigentlich immer so. Er ist ein Nagolder Junge und wird das trotz vieler Anfragen auch bleiben.“

Tatsächlich starteten die Platzherren dominant in die Partie. Tom Kühnle spielte einen hohen Ball hinter die letzte Kette der Schwarzwälder, Flügelspieler Andric startete im richtigen Moment und lief allein auf Bubacarr Sanyang im Gästetor zu – der Abschluss aber war viel zu harmlos (7.). Nur Sekunden später bediente Michael Mariolas im Rückraum Peter Wiens. Der Rechtsschuss des schwachen Regisseurs zog flach am VfL-Gehäuse vorbei. Statt in Führung zu gehen, lud der FVL die Gäste zum 0:1 ein: Wiens‘ haarsträubenden Fehlpass im Aufbauspiel kommentierte der erzürnte Coach Thomas Herbst mit einem „Unglaublich“-Ausruf – Nagolds Chris Wolfer passte nach links zu seinem A-Jugend-Kameraden Elias Bürkle, der nach elf Spielminuten zur Gästeführung ins lange Eck einschob. Fortan lief bei den Roten nichts mehr zusammen. Einzig Torhüter Markus Brasch konnte sich mit starken Paraden und guter Strafraumbeherrschung auszeichnen. Nagold hatte Abschlüsse en masse: Als auch Brasch kurz vor der Pause machtlos gewesen wäre, klärte Linksverteidiger Moritz Haile auf der Linie.

Auch nach der Pause stand Löchgau oft neben sich, Nagold konterte – mit Erfolg. Nach schöner Verlagerung auf die rechte Seite, ausgelöst durch eines der dynamischen Dribblings von Kravoscanec, gab Rechtsverteidiger Fabian Mücke das Spielgerät scharf ins Zentrum. Vor dem einschussbereiten VfL-Stürmer Wolfer bekam Simon Herbst eine Fußspitze an den Ball und lenkte ihn zum 0:2 ins eigene Netz (55.). 13 Minuten später folgte das 0:3, der eingewechselte Pascal Seil verwandelte einen Strafstoß.

Eine Viertelstunde vor Spielende folgte die zweite Drangphase der Herbst-Elf. Haile leitete einen Konter aus der eigenen Hälfte ein, über Terry Offei landete der Ball beim für Wiens gekommenen Terry Asare. Dem Flügelspieler gelang mit einem Flachschuss aus spitzem Winkel das Tor zum 1:3-Endstand. FVL-Trainer Herbst zog ein ernüchterndes Fazit: „Wir sind sowohl offensiv als auch defensiv für unsere naive Spielweise bestraft worden. Das Angriffsspiel ist ein absolutes Manko, aber heute hat auch die Abstimmung in der Defensive nicht funktioniert.“

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