Die zwei Kracher am 26. Spieltag der Oberliga steigen an diesem Samstag (15.30 Uhr) am Bissinger Bruchwald und im Bahlinger Kaiserstuhl-Stadion. Der FSV 08 Bissingen (47 Punkte) erwartet als Tabellenvierter den Sechsten SSV Reutlingen (43), im Duell Zweiter gegen Dritter hat der Bahlinger SC den SGV Freiberg (beide 48) zu Gast.

Es scheint, als trenne sich vor dem Einbiegen der Saison 2018/19 auf die Zielgerade langsam das bislang eng beieinanderliegende Feld der Aufstiegsanwärter.

Gut dabei ist weiter der FSV 08 Bissingen, der den Abstand auf den Tabellenführer SV Stuttgarter Kickers auf drei Punkte verkürzt hat und nur einen Zähler hinter Freiberg und Bahlingen rangiert. In der Heimpartie gegen den SSV Reutlingen haben die Nullachter die Gelegenheit, nach dem FC 08 Villingen (43) vor zwei Wochen einen weiteren Verfolger etwas zu distanzieren. „Wir spielen auf dem Rasenplatz. Der Zustand ist nicht gut, aber wir gehen jetzt einfach mal drauf“, berichtet 08-Trainer Alfonso Garcia und macht mit der Entscheidung sicher dem einen oder anderen Zuschauer eine Freude. „Wir wollen das Ding ziehen, ein Punkt wäre fast zu wenig“, so Garcia, der sein Team für die konzentrierte Leistung beim knappen 1:0-Sieg in Spielberg lobt: „Solche Spiele sind nicht einfach.“

Garcia muss basteln

Die Ausfallliste der Nullachter ist länger geworden. Neben Duc Thanh Ngo, Anil Sarak und Mario Di Biccari fallen auch der gesperrte Simon Lindner und Tim Reich (geschäftlich unterwegs) aus. „Wir haben Alternativen nach vorne. In der Defensive gibt es ein paar Möglichkeiten, da müssen wir ein bisschen basteln“, sagt Garcia, der mit Sarak, Reich und Ngo immerhin drei seiner vier etatmäßigen Innenverteidiger nicht zur Verfügung hat. Spannend ist die Antwort auf die Frage, wer im 08-Tor stehen wird. Der ehrgeizige Sven Burkhardt hat nach zwei Spielen Pause wegen eines Rippenbruchs am Montag erstmals wieder trainiert und brennt auf seinen Einsatz. „Er spielt nur, wenn es bei ihm zu 100 Prozent geht“, so der Bissinger Coach. Möglich, dass gegen Reutlingen nochmals Burkhardt-Ersatz Moritz Welz, der in den Partien gegen Villingen und Spielberg gute Leistungen abgeliefert hat, zwischen den Pfosten steht.

Die Reutlinger haben sich ihre komfortable Ausgangssituation innerhalb einer Woche gegen zwei Kellerkinder versaut. Gegen den Tabellenletzten SV Spielberg kamen sie nicht über ein 1:1 hinaus, beim FC Germania Friedrichstal verloren sie am vergangenen Sonntag glatt mit 0:3. Dabei vergaben sie durch einen nicht verwandelten Elfmeter die Führungschance. Einzig dem jungen Torhüter Enrico Piu, der den angeschlagenen Stammkeeper Milan Jurkovic vertrat, hatte es der SSV zu verdanken, dass die Schlappe nicht noch höher ausfiel. „Das war viel zu wenig. Wir haben in den vergangenen beiden Spielen alles kaputt gemacht, was wir uns über die Saison aufgebaut haben. Über Tabellenplatz zwei brauchen wir so gar nicht reden“, meinte der Reutlinger Trainer Teo Rus nach der Blamage. Da ist Wiedergutmachung angesagt.

Eine zentrale Rolle im Mittelfeld nimmt im SSV-Team der Ex-Bissinger Luca Wöhrle ein, aufpassen müssen die Nullachter vor allem auf die Standards und Torjäger Cristian Gilés Sanchez. „Die werden ganz anders auftreten. Reutlingen hat einen großen Kader und eine gute Truppe“, rechnet Bissingens Trainer Garcia damit, dass der SSV auf Wiedergutmachung für die beiden Pleiten zuletzt aus sein wird.

Große Vorfreude auf Bahlingen

„Das wird ein total geiles Spiel. Beide Mannschaften sind formstark und offensiv ausgerichtet. Das sieht nach Fußball aus. Es waren immer tolle Spiele in Bahlingen, ich bin gern dort“, freut sich Trainer Ramon Gehrmann vom SGV Freiberg auf das Spitzenspiel beim Bahlinger SC. Die Gastgeber sind das zweitbeste Heimteam der Liga, der SGV ist die beste Auswärtsmannschaft. Bahlingen legte nach einem fulminanten Saisonstart mit fünf Siegen und einem Unentschieden nach einer 0:3-Niederlage beim SV Linx eine Serie mit durchwachsenen Ergebnissen, darunter Niederlagen gegen den FSV 08 Bissingen (2:3) und beim SGV Freiberg (1:3) hin. Mittlerweile ist die Mannschaft von Trainer Dennis Bührer, der den Sprung vom Spieler prima gemeistert hat, seit acht Spielen ungeschlagen – mit einer Bilanz von sieben Siegen und einem Remis.

Die Heimstärke der Südbadener schreckt Freibergs Coach Gehrmann nicht. „Oberachern hatte auch eine gute Heimbilanz“, erinnert er an den 3:1-Sieg vor zwei Wochen. Er setzt auf die Stärken seines Teams: „Meine Mannschaft macht mir Spaß. Sie ist spielerisch einfach gut.“ Anteil daran hat auch Denis Zagaria, der seit seiner Verschiebung von der Abwehrkette auf die Sechserposition ein starkes Spiel nach dem anderen abliefert und dazu bestens von Tobias Fausel als Nebenmann von Maximilian Rohr in der Innenverteidigung vertreten wird. Richtig gut drauf sind auf den Außenpositionen der junge Denis Latifovic, Torschütze in den letzten drei Spielen, und Sven Schimmel, der seine letzten Spiele in der Oberliga bestreitet, ehe er beim Bezirksligisten TSV Pliezhausen zur neuen Saison als Spielertrainer einsteigt.