Die Oberliga-Fußballer des FSV 08 Bissingen und des SGV Freiberg leisten Woche für Woche sportlich auf dem Platz die Vorarbeit und liegen vor dem 26. Spieltag aussichtsreich im Rennen um Platz eins und zwei und damit um den Aufstieg in die Regionalliga Südwest. Klar, dass die Verantwortlichen die Steilvorlagen ihrer Spieler aufnehmen und die erforderlichen Voraussetzungen schaffen, um im Fall der Fälle am Aufnahmeverfahren teilnehmen zu können.

Auf dem Schreibtisch von Oliver Dense liegt der weitgehend bearbeitete Lizenzantrag für die Regionalliga-Saison 2019/20. Der Sportdirektor des FSV 08 Bissingen kennt sich aus mit dem umfangreichen Fragen- und Maßnahmenkatalog, denn 2017 scheiterten die Nullachter bekanntlich hauchdünn am Aufstieg. Bis zum 15. April müssen die Unterlagen bei der Geschäftsstelle der Regionalliga Südwest in Karlsruhe vorliegen, verbunden mit einer Sicherheitsleistung in Höhe von 35 000 in bar oder als Bankbürgschaft. Der SGV Freiberg hat seine Unterlagen von der Stadtverwaltung als Eigentümerin des Wasenstadions am Mittwoch unterschrieben zurückerhalten.

Die Spielstätten sind gerade für Vereine, die noch nie über der Oberliga gespielt haben, häufig mit das größte Problem bei einem Aufstieg. „Wichtig sind regionalligataugliche Alternativen, die die Kriterien erfüllen. Wir versuchen aber immer gemeinsam vor Ort Lösungen zu finden, dass so viele Spiele wie möglich am Standort stattfinden können“, sagt Sascha Döther, der Geschäftsführer der Regionalliga, im Gespräch mit der BZ. Von hoher Bedeutung ist der Aspekt der Sicherheit, erforderlich sind mindestens 100 Sitzplätze, Parkplätze sind ein eher „weiches“ Kriterium.

Ausweichen nach Großaspach

„Wir würden einen Teil der Spiele am Bruchwald austragen und einen Teil in Großaspach. So hatten wir das ja auch schon vor zwei Jahren vor“, berichtet 08-Sportdirektor Dense von den Überlegungen. Am Bruchwald gibt es bereits einen eingezäunten Bereich für Gästefans. Auf einer mobilen Tribüne zwischen Vereinsheim und Rasenspielfeld könnten Sitzmöglichkeiten geschaffen werden. Für Spiele gegen Mannschaften mit traditionell hohem Fanpotenzial wie Kickers Offenbach, 1. FC Saarbrücken und SSV Ulm würden die Bissinger in die Mechatronik-Arena der SG Sonnenhof Großaspach ausweichen.

Dort zu kicken könnte ziemlich schnell auf die Bissinger zukommen. Am letzten Oberliga-Spieltag am 30. Mai erwartet der FSV 08 den aktuellen Tabellenführer SV Stuttgarter Kickers. Sollte bis dahin keine Entscheidung über den Aufstieg und die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Regionalliga gefallen und eine oder beide Mannschaften darin involviert sein, kämen am Himmelfahrtstag wohl locker ein paar tausend Zuschauer zusammen. „Dann müssten wir uns überlegen, ob wir nach Großaspach gehen“, so 08-Sportdirektor Dense.

Die Arena der SG Sonnenhof gilt auch beim SGV Freiberg als Ausweichstätte für Spiele mit hohem Fanaufkommen und Risikopotenzial. Eine Ausweichmöglichkeit haben die Freiberger Verantwortlichen auch mit dem Ludwig-Jahn-Stadion in Ludwigsburg ins Auge gefasst und mit der Stadtverwaltung diesbezüglich Kontakt aufgenommen. Eine Entscheidung, ob Maßnahmen wie die Installierung von Sicherheitsbereichen durchgeführt werden würden, steht noch aus.

Das Freiberger Wasenstadion verfügt ebenfalls über eine Tribüne und mit dem neuen Funktionsgebäude auch über genügend Umkleidekabinen und sanitäre Einrichtungen. Mit einigen Um- und Anbaumaßnahmen durch die Stadt im Bereich Sicherheit wäre der SGV gut aufgestellt, zumal Parkraum vorhanden ist. „Das wäre machbar. Der SGV hat ja schon viele Jahre lang die Zulassung beantragt. In den ersten Jahren bekommen Aufsteiger Ausnahmegenehmigungen, dann müssten Dinge nach und nach umgesetzt werden. Die Infrastruktur muss wachsen“, sagte Stefan Kegreiß, Erster Beigeordneter der Stadt Freiberg. „Es ist die Frage, wer investieren müsste und was die Aufgaben der Stadt und des Vereins sind, der ja sportliche Ziele verfolgt“, so Kegreiß.

Vor den Problemen eines Aufsteigers stand vor der Saison 2015/16 der SV Spielberg als Meister der Oberliga. Der kleine Verein aus dem Badischen stemmte das Regionalliga-Abenteuer mit Unterstptzung der Stadt Karlsbad an seinem Standort selbst, wich nur zum Heimspiel gegen den SV Waldhof Mannheim ins Karlsruher Wildparkstadion aus. Die Gegengerade des Sportplatzes ohne Laufbahn wurde zu zwei Dritteln mit Zäunen für die Gästefans versehen, der Zugang erfolgte direkt von einem dahinter liegenden Parkplatz. Die einheimischen Zuschauer gelangten über den Haupteingang auf die Anlage. Auf dem Parkplatz der Gäste wurden zudem Verkaufsstände und WCs installiert. Zudem wurde eine Stahlrohrtribüne mit rund 200 Sitzplätzen aufgebaut.