Fußball SGV Freiberg erlebt ein trauriges Déjà-vu

Der Freiberger Neuzugang David Müller (links) ist einen Schritt schneller am Ball als der Ravensburger Jascha Fiesel. In der ersten Hälfte war es meistens andersherum.
Der Freiberger Neuzugang David Müller (links) ist einen Schritt schneller am Ball als der Ravensburger Jascha Fiesel. In der ersten Hälfte war es meistens andersherum. © Foto: Avanti
Freiberg / Andreas Eberle 13.08.2018

Déjà-vu am Wasen: Wie in der vergangenen Oberliga-Runde haben die Fußballer des SGV Freiberg den Saisonstart im heimischen Stadion verpatzt. Das Team um Kapitän Steven Kröner verlor am Sonntag gegen den FV Ravensburg das Duell zweier Aufstiegskandidaten mit 1:2 – nach einer miserablen ersten Hälfte und trotz einer deutlichen Steigerung im zweiten Durchgang. Im Jahr davor hatte sich der SGV am ersten Spieltag eine 2:3-Heimniederlage gegen den SV Sandhausen II erlaubt. „Es ist schon bitter, wenn man als Heimmannschaft ins erste Spiel geht und keinen Fuß auf den Boden bringt“, sagte Trainer Ramon Gehrmann ernüchtert.

Der Tabellendritte der Vorsaison lief mit den Neuzugängen Maximilian Rohr, Leon Braun und David Müller auf. Doch auch sie passten sich in den ersten 45 Minuten der desolaten Freiberger Leistung an. Nur Ravensburg spielte wie ein Aufstiegskandidat – und den SGV an die Wand. Ein halbes Dutzend bester Chancen versiebten die Oberschwaben. FVR-Kapitän Rahman Soyudogru schoss in der Anfangsphase sogar einen Foulelfmeter neben das Tor (8.). Zuvor hatte Savino Marotta im Strafraum das Bein stehen lassen, über das Soyudogru fiel. In der 21. Minute war die überfällige Führung der Gäste aber perfekt: Nach einem Steilpass von Felix Schäch war der neue Ravensburger Stürmer Daniel Schachtschneider einen Tick eher am Ball als Freibergs Keeper Pascal Nagel und traf zum 0:1. Ein Halbzeitergebnis, das dem SGV schmeichelte.

In der Pause hatte Gehrmann die Qual der Wahl. Denn abgesehen von Nagel, der mehrfach reaktionsschnell gerettet hatte, hätte jeder Freiberger Kicker eine Auswechslung verdient gehabt. Doch der Fußball-Lehrer beließ es zunächst bei seiner Startelf. „Ich habe Vertrauen in diese Mannschaft, und das hat sie in der zweiten Halbzeit auch zurückgezahlt“, sagte Gehrmann. Dies tat sie tatsächlich. Allein Marcel Sökler hatte dreimal die Chance zum Ausgleich. Zweimal per Fuß, einmal köpfte er die Kugel an die Oberkante der Latte. Das nun durchaus verdiente 1:1 gelang Hakan Kutlu in der 72. Minute. Nach Marottas Hereingabe legte Sökler den Ball zurück, und der Mann mit der Numer zehn traf aus dem Hinterhalt mit einem trockenen Flachschuss. Bei einem weiteren Kutlu-Schuss erwies sich kurz darauf Gästetorhüter Haris Mesic als Spielverderber (77.).

Erst in den letzten zehn Minuten kam Ravensburg wieder besser auf – und in der 88. Minute prompt noch zum Siegtreffer: Nach einer Ecke von Daniel Hörtkorn verpasste Nagel beim Herauslaufen den Ball, Philipp Altmann verlängerte, und dessen aufgerückter Innenverteidiger-Kollege Bartosz Broniszewski köpfte zum 1:2-Endstand ein.

„Die erste Halbzeit war eine Katastrophe. Mit so einem Fußball haben wir keine Aufstiegschance“, meinte SGV-Präsident Emir Cerkez ernüchtert und prangerte gar eine „fehlende Einstellung bei dem einen oder anderen Spieler“ an. „Ich hoffe, dass die Spieler wissen, um was es geht – und dass sie dies in Villingen zeigen“, sagte Cerkez. Beim Vizemeister im Schwarzwald treten die Freiberger am nächsten Samstag (15 Uhr) an. Auch Übungsleiter Gehrmann weiß um die Gefahr eines erneuten Fehlstarts: „Jetzt sind wir schon etwas Druck, wenn wir nach Villingen fahren, aber wir können mit Druck umgehen. Das haben wir schon oft gezeigt.“ Zuvor wartet auf seine Truppe aber noch die Pokalaufgabe am Mittwoch (17.45 Uhr) beim Landesligisten Spvgg Gröningen-Satteldorf.

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