Stadtderby Sachinidis köpft Hellas zum Derbysieg

Nico Antoni (rechts) und der FSV 08 Bissingen II hatten im Stadtderby gegen den SV Hellas 94 Bietigheim einen schweren Stand. In dieser Szene grätscht ihm Stefanos Likoudis in die Parade. Links eilt Tolunay Aydin seinem Mitspieler zu Hilfe.
Nico Antoni (rechts) und der FSV 08 Bissingen II hatten im Stadtderby gegen den SV Hellas 94 Bietigheim einen schweren Stand. In dieser Szene grätscht ihm Stefanos Likoudis in die Parade. Links eilt Tolunay Aydin seinem Mitspieler zu Hilfe. © Foto: Richard Dannenmann
Bietigheim-Bissingen / Daniel Haug 07.11.2016

Manchmal benötigt man ein Gegentor, um selbst ins Spiel zu kommen. So geschehen am 14. Spieltag der Fußball-Bezirksliga im dritten Stadtderby der Saison. Nach dem 0:1-Rückstand wachte der SV Hellas 94 Bietigheim gegen den FSV 08 Bissingen II richtig auf und gewann am Ende noch mit 2:1.

Auf dem Kunstrasenplatz im Ellental hatten am Sonntag zunächst die Gäste vom Bruchwald mehr Spielanteile, ohne allerdings zu gefährlichen Torgelegenheiten zu kommen. Hellas hatte dagegen einige Offensivaktionen. Den ersten Freistoß der Hausherren von Tolunay Aydin klärte die 08-Abwehr vor dem einschussbereiten Polykarpos Sachinidis zur Ecke. Einen Schuss von Tolgahan Kaya parierte Schlussmann Sezer Özerdem, und ein Kopfball von Keven Metsch nach einem erneuten Aydin-Freistoß flog über die Latte. Dafür gingen im Gegenzug die Null­achter mit ihrer ersten Chance in Führung: Chris Linkenheil spielte den Ball flach in die Mitte zu Nico Antoni, der den Ball gut abschirmte und in den Rückraum zu Björn Rothkopf passte. Der Routinier zog direkt ab und traf zum 1:0 (15.).

Hellas steckt Rückstand weg

Dieses Tor gab der Oberliga-Reserve aber nicht die zu erwartende Sicherheit, sondern weckte den Kampfgeist der Hellenen. „Nach dem 0:1 ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen. Wir waren aggressiver und präsenter“, sagte Trainer Benjamin Kotsis. Sein 08-Kollege Adam Adamos kritisierte sein Team: „Nach dem Tor war sich der eine oder andere vielleicht zu sicher. Wir haben taktisch schlecht gespielt und durch Fouls unnötig viele Standardsituationen verursacht.“

Zunächst konnte Hellas daraus aber kein Kapital schlagen. Ein Freistoß von Neofytos Kalfakis wurde genauso von Özerdem gehalten wie ein Schuss von Sachinidis. Nachdem Rothkopf einen 20-Meter-Freistoß etwas zu hoch angesetzt hatte, forderte 08 in der 40. Minute einen Elfmeter, weil Mario Teutsch im Strafraum gehalten worden war. Doch Schiedsrichter Karl-Heinz Kurz ließ weiterlaufen. 60 Sekunden nach dieser Aktion vergab Kaya die große Ausgleichschance, als er nach Vorlage von Antonio la Macchia am zweiten Pfosten freistehend über das Tor schoss. Im direkt darauf folgenden Angriff machte es Sachinidis besser, indem er eine Vorarbeit von Aydin nutzte und zum verdienten 1:1-Ausgleich traf.

Nach dem Seitenwechsel brachte Adamos mit Dani da Silva einen zweiten Stürmer. Die Mehrzahl an Gelegenheiten spielte sich aber die Kotsis-Elf heraus, ohne dabei richtig gefährlich zu werden. Beide Mannschaften neutralisierten sich weitestgehend, wobei Hellas immer wieder Standardsituationen herausholte ohne diese allerdings zu nutzen. Das änderte sich in der 79.Minute. Nach einer Ecke von Salvatore Glietti stieg Sachinidis am höchsten und köpfte aus fünf Metern unbedrängt zum 2:1 ein. „Es kann nicht sein, dass der kopfballstärkste Spieler so frei zum Kopfball kommt“, ärgerte sich Adamos, während sich Kotsis freute. „Ich habe 19 Standardsituationen für uns gezählt. Es ist psychologisch wichtig, dass wir eine davon nutzen konnten.“

In der hektischen Schlussphase nahmen die Derby-Emotionen auf dem Spielfeld immer mehr zu und entluden sich nach dem Abpfiff. Doch es blieb bei einigen Wortgefechten zwischen beiden Mannschaften, und die Lage beruhigte sich wieder. Auch wenn die Gäste nochmal alles nach vorne warfen, brachte Hellas die knappe Führung über die Zeit. „Im Nachhinein muss man sagen, dass der Ausgang so verdient ist, weil Hellas den Sieg mehr wollte als wir“, sagte Adamos. Kotsis lobte seine als Kollektiv aufgetretene Mannschaft. „Wir punkten nur als Team. Heute hat man außerdem gesehen, dass wir uns gegen die Mannschaften der oberen Tabellenregion irgendwie leichter tun.“ Hellas springt durch diese drei Punkte auf einen Nichtabstiegsplatz.

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