Wechselhaft verlief die Oberliga-Saison bisher für die beiden Vertreter des Fußballbezirks Enz/Murr: Der SGV Freiberg mischte nach einem schwachen Start die Liga auf und überwintert nun sogar an der Tabellenspitze – noch vor Topfavorit Stuttgarter Kickers. Einen starken Rundenauftakt legte der FSV 08 Bissingen hin. Am zehnten Spieltag standen die Kicker vom Bruchwald sogar auf Rang eins, ehe es rapide bergab ging. Als Tabellensiebter sind die Nullachter letztlich in die Winterpause gegangen. Allerdings beträgt der Rückstand zum Klassenprimus gerade einmal sechs Punkte. Selten war das Spitzenfeld der Oberliga so breit wie in der laufenden Spielzeit 2018/19 – und wie vor der Runde erhofft spielen auch Freiberg und Bissingen um den Aufstieg mit. Für die Rückserie sind viel Spannung und Brisanz programmiert.

Als Knackpunkt entpuppte sich für den SGV ausgerechnet das Prestigeduell, das der Lokalrivale FSV 08 vor 950 Zuschauern im Wasenstadion nach Toren von Simon Lindner und Alexander Götz mit 2:0 für sich entschied. Für die Mannschaft von Trainer Alfonso Garcia war es der bereits dritte Derbytriumpf hintereinander. Danach setzten die unterlegenen Freiberger allerdings zum Höhenflug an: In den folgenden 13 Punktspielen blieb die Wasen-Elf ungeschlagen und sammelte 33 von 39 möglichen Zählern. Ein Höhepunkt war dabei der 4:2-Sieg am zwölften Spieltag bei den Stuttgarter Kickers.

Marcel Sökler erzielte im Gazi-Stadion alle vier Freiberger Treffer. Der 27-jährige Stürmer ist bisher auch der Mann der Saison und mit 19 Toren der mit Abstand beste Vollstrecker der Liga, gefolgt von Kevin Dicklhuber (Göppingen/14 Tore), Mijo Tunjic (Kickers/12) und Adrian Vollmer (Linx/12). Dem Viererpack aus dem Kickers-Spiel ließ Sökler fünf Wochen später sogar fünf Tore in einer Partie folgen – beim 6:2-Heimerfolg über das Schlusslicht FC Germania Friedrichstal. Mit 42 geschossenen Treffern stellt das Team von Trainer Ramon Gehrmann die produktivste Torfabrik aller 18 Klubs.

SGV im Pokal-Viertelfinale

Auch im WFV-Pokal ist der SGV im neuen Jahr noch vertreten. Nach Siegen gegen Schluchtern, Satteldorf, Aramäer Heilbronn und Göppingen zog der Klub erneut ins Viertelfinale ein, das am 25. Januar 2019 in Stuttgart ausgelost wird. Für die Bissinger Kicker kam hingegen in der dritten Runde das Aus. Gegen den favorisierten Drittliga-Vertreter VfR Aalen gab es am 18. September vor rund 900 Zuschauern am Bruchwald eine knappe 0:1-Heimniederlage.

Nicht zufriedenstellend fiel die Ausbeute der Nullachter aus den letzten acht Begegnungen vor der Winterpause aus: Da holte das Team um Kapitän Marius Kunde nur einen Sieg – ein 3:2 beim Bahlinger SC – und fuhr gerade mal 8 von 24 möglichen Punkten ein. Mit vier Unentschieden in Serie verabschiedete sich der Tabellenvierte der Vorsaison aus dem Fußball-Jahr 2018. Vor allem eine schlechte Chancenverwertung und die Schwächen bei Standards verhinderten ein besseres Bissinger Abschneiden.

Die Aufsteiger tun sich bisher wie erwartet schwer. Der 1. FC Normannia Gmünd, der SV Linx und Friedrichstal stehen jeweils auf einem Abstiegsrang. Einzig der TSV Ilshofen hat sich als Zehnter im Tabellenmittelfeld eingenistet. Nur bis zum 15. Spieltag gab Andreas Lechner bei der TSG Backnang als Trainer die Kommandos. Dann musste der frühere Coach des FV Löchgau und des FSV 08 Bissingen nach acht sieglosen Oberliga-Begegnungen seinen Posten räumen.

Sein Nachfolger Evangelos Sbonias, ehemals Co-Trainer der SG Sonnenhof Großaspach und des SV Werder Bremen II, schaffte bisher noch keinen Dreier. Seine Bilanz: Zwei Remis gegen Freiberg und Villingen sowie eine 0:2-Niederlage in Ravensburg. Somit warten die auf dem drittletzten Platz stehende Backnanger bereits seit Mitte September und elf Liga-Spielen auf einen dreifachen Punktgewinn. Erst zwei Siege hat die TSG bisher auf dem Konto. Dennoch gibt es zwei Teams, die noch seltener jubeln durften: Gmünd und der SV Spielberg bekamen in den 18 Spielen bisher nur einen Dreier zustande.