Das vierte Aufeinandertreffen zwischen der SG Sonnenhof Großaspach und dem FC Carl Zeiss Jena seit dem Drittliga-Aufstieg der Gäste 2017 endete bereits zum dritten Mal torlos. Obwohl die Punkteteilung weder den Dorfklub noch die Thüringer im Abstiegskampf entscheidend voranbringt, äußerten sich beide Trainer nach der Partie mehr erleichtert als trauernd. So war Jenas Lukas Kwasniok froh „einen Punkt gestohlen“ zu haben, und auch SG-Coach Florian Schnorrenberg gab sich nicht unzufrieden: „Natürlich wollten wir gewinnen. Wir sind aber auch nicht total enttäuscht. Wir hatten Riesenrespekt vor den Umschaltmomenten.“

In den 90 Minuten zuvor hatte die SG die Jenaer Offensive allerdings gut im Griff. Den gegenseitigen Respekt merkte man beiden Teams an, und so begann die Partie eher verhalten und kontrolliert. Während Großaspach schnell das Heft in die Hand nahm, agierte Jena abwartend. Ganz im Gegensatz zu dessen Fans, die ihre Mannschaft von der ersten Minute an lautstark unterstützten. Die erste gute Gelegenheit gehörte dem Dorfklub: Makana Baku spielte im Rückraum postiert Raphael Dem hoch im Sechzehner an, dessen Kopfball kam jedoch knapp rechts neben dem Pfosten auf (25.).

Kapitän Leist köpft Abseitstor

Auf nassem Rasen entwickelte sich ein umkämpftes Spiel mit vielen Zweikämpfen. Jenas René Eckardt musste aufgrund einer Verletzung bereits früh das Feld verlassen. Für ihn kam Niklas Erlbeck ins Spiel (26.). Ab der 30. Minute erhöhte Carl Zeiss den Druck und verbuchte nun auch längere Ballbesitzzeiten. Bis auf eine Unachtsamkeit von Yannick Thermann stand die SG-Abwehr aber sicher. In der 36. Minute jubelte dann der Dorfklub – allerdings nur kurz: Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld, getreten von Dominik Pelivan, erreichte Kapitän Julian Leist das Spielgerät gerade noch vor Gästetorhüter Raphael Koczor und köpfte aus sieben Metern ins leere Tor. Doch der Assistent erkannte eine Abseitsstellung und hob die Fahne. In der Folge blieb Jena das aktivere Team und zeigte phasenweise gutes Kombinationsspiel, schaffte es jedoch nicht, die stabile Großaspacher Defensive entscheidend unter Druck zu setzen.

Die zweite Hälfte begann, wie die erste aufgehört hatte: Jena versuchte nach vorne Druck zu entwickeln, der Dorfklub verlagerte sich aufs Kontern. Einen kurzen Schockmoment erlebte die SG, als Philipp Hercher nach einem Flankenlauf über die rechte Seite gegen die Bande prallte und minutenlang behandelt werden musste. Letztlich ging es aber weiter für den Großaspacher Neuzugang vom 1. FC Nürnberg II (51.). In der 58. Minute nutzte Dem einen gegnerischen Fehler aus und spielte Timo Röttger an der Strafraumgrenze an, dessen halbhoher Schlenzer mit links von Koczor gerade noch aus dem linken Eck gefischt wurde.

In der 68. Minute kam Jena der Führung erstmals nah: Manfred Starkes Freistoß von links konnte nur unzureichend geklärt werden, sodass Sören Eismann aus 14 Metern frei zum Abschluss kam und das Tor nur knapp verfehlte – die beste und einzige große Chance der Gäste. Die Schlussphase blieb intensiv, größere Gelegenheiten blieben jedoch aus. Ohne jegliche Nachspielzeit beendete Schiedsrichter Nicolas Winter die Partie.

„Wir brauchen jetzt die Pause“, sagte SG-Coach Schnorrenberg und sprach von einem „Abnutzungskampf“: „Je länger die Partie ging, desto schlechter wurde der Platz.“ Zeit also, dass sich nicht nur die Spieler erholen. Am 26. Januar (14 Uhr) spielt der auf Platz 17 überwinternde Dorfklub beim 1. FC Kaiserslautern und trifft damit auf Ex-Trainer Sascha Hildmann, ehe am 2. Februar (14 Uhr) die Sportfreunde Lotte in der Mechatronik-Arena zu Gast sind.