Das letzte Heimspiel der laufenden Saison am Bruchwald gewinnen und auf einen weiteren Ausrutscher der Stuttgarter Kickers hoffen. Das sind die Voraussetzungen beim FSV 08 Bissingen vor dem Duell an diesem Samstag (15.30 Uhr) gegen die Neckarsulmer Sport-Union. Vier Punkte beträgt der Vorsprung des Tabellenzweiten aus Stuttgart, der zeitgleich beim SSV Reutlingen zu Gast ist. Gar zu gerne würden die Bissinger nach der verpassten Riesengelegenheit am vergangenen Samstag durch das magere 1:1 beim Absteiger 1. FC Normannia Gmünd auf zwei Punkte an die Kickers herankommen, um dann am 30. Mai in der Mechatronik-Arena in Aspach im direkten Duell um Platz zwei eine realistische Chance auf die Vizemeisterschaft und die Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Regionalliga zu haben.

„Die theoretische Chance ist da. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, drei Punkte holen und hoffen. Vielleicht patzen die Kickers nochmal. Reutlingen wird sich sicher nicht hängen lassen, das ist auch ein Prestigeduell“, sagt 08-Trainer Alfonso Garcia. „Wir waren am Samstag in Schwäbisch Gmünd nicht so gut drauf. Gegen Neckarsulm müssen wir mutig sein und einfach drauf los spielen. Uns kann ja nicht mehr viel passieren“, fordert Gracia von seiner Mannschaft eine forsche Herangehensweise. Bei der Umsetzung nicht helfen kann dabei Kapitän Marius Kunde, der erkrankt ist. Zumindest im Kader dabei ist Oskar Schmiedel, der angeschlagen ist, zudem Prüfungen zu absolvieren hatte und deswegen im Training pausieren musste. „Neckarsulm hat einen guten Lauf. Die Spiele gegeneinander sind meist unentschieden ausgegangen. Aber egal wie, wir müssen drei Punkte holen“, fordert der Bissinger Coach.

Personell tut sich bei den Nullachtern einiges. Als Neuzugänge stehen Torwart Dominik Ferdek (TSV Weilimdorf), Moritz Haile (FV Löchgau) und Mert Okar (U19 SGV Freiberg) fest. Bissingen verlassen werden Lukas Buck (wir berichteten), Moritz Welz, Colin Schulze und Emmanuel Apler, Manuel Sanchez wechselt zur zweiten Mannschaft. Simon Lindner (ein Jahr), Michael Deutsche und Tim Reich (beide zwei Jahre) haben ihre Verträge verlängert.

Die Sport-Union aus Neckarsulm belegt aktuell Rang zehn in der Tabelle und hat von den letzten fünf Spielen drei gewonnen und zweimal unentschieden gespielt. Während Trainer Marcel Busch seinen Vertrag nach einer erfolgreichen Premierensaison verlängert hat, stehen Veränderungen zum Saisonende in Neckarsulm an. Nach zehn Jahren als Sportdirektor hört Marco Merz auf, 30 Jahre im Verein als Spieler und Co-Trainer ist Aydin Cengiz. Auch er legt eine Pause ein.

Seit Sommer 2011 war Ramon Gehrmann mit einer einjährigen Unterbrechung Trainer beim SGV Freiberg. Mit dem Heimspiel an diesem Samstag (15.30 Uhr) gegen die TSG Backnang verabschiedet er sich vom Wasenstadion. Wohin sein Weg führt oder ob er eine Pause einlegt, steht noch nicht fest. Im Gespräch ist er beim Drittliga-Absteiger VfR Aalen. „Ich verlange, dass die Mannschaft nochmal alles reinhaut. Ein Sieg zum Abschied wäre schön“, sagt Gehrmann.

Freiberg drohen viele Ausfälle

Allerdings sind die Voraussetzungen alles andere als gut, die kleine Negativserie zu beenden, denn es drohen zahlreiche Ausfälle von Spielern. Fraglich ist, ob Torjäger Marcel Sökler, Schlussmann Thomas Bromma, Spetim Muzliukaj, Denis Latifovic und Sven Schimmel spielen können, sicher nicht dabei sind neben den Langzeitverletzten Niklas Pollex und Hakan Kutlu auch Thomas Gentner, Patrick Fossi, Steven Kröner. „Es wird vielleicht die U 19 des SGV Freiberg gegen Backnang spielen“, meint der Freiberger Coach scherzhaft. Dabei sein werden in der Startformation vier bis fünf A-Junioren.

Mit einer grandiosen Rückrunde unter Trainer Evangelos Sbonias haben sich die Backnanger die Chance bewahrt, den Klassenerhalt noch zu schaffen. Vier der letzten fünf Spiele haben sie zudem gewonnen. Um den Ligaverbleib aus eigener Kraft zu schaffen, muss die TSG Backnang (36) in der Tabelle noch einen Platz gutmachen und entweder den SV Oberachern (38), den TSV Ilshofen (40) oder den SV Linx (41) einholen. Nach der Partie in Freiberg spielt die TSG noch daheim gegen den FV Ravensburg. „Das werden zwei absolute Vollgas-Veranstaltungen“, sagt der Backnanger Coach Sbonias, der die maximale Punktausbeute anstrebt. Ob die dann reichen wird, hängt von anderen ab.