Vor fünf Jahren sind die SG Sonnenhof Großaspach und der SC Fortuna Köln gemeinsam in die Dritte Liga aufgestiegen. Mit einem Sieg an diesem Samstag (13.30 Uhr) im Kölner Südstadion bei der bereits abgestiegenen Fortuna wären die Großaspacher, obwohl sie von einem Abstiegsplatz aus in den letzten Spieltag gehen, auch in der kommenden Saison wieder dabei.

Ein Unentschieden reicht der SG Sonnenhof dann, wenn der FC Carl-Zeiss Jena sein Heimspiel gegen den TSV 1860 München verliert. Nicht mehr zu retten ist neben dem VfR Aalen Fortuna Köln.  Den Abstieg der Kölner besiegelte eine 2:3-Niederlage bei den Münchner Löwen – ausgerechnet im Grünwalder Stadion. Dort schaffte Fortuna  2014 mit einem Treffer in letzter Sekunde gegen den FC Bayern München II den Aufstieg. Bei einem Unentschieden vergangenen Samstag bei 1860 München, wonach es bis zur 85. Minute auch aussah, wäre es zu einem „Finale“ mit der SG Sonnenhof gekommen.

Duell gegen den Ex-Trainer

Der erst vor wenigen Wochen bei Fortuna installierte Trainer Oliver Zapel konnte den Absturz nicht mehr verhindern. Pikant: Zapel trainerte in der Saison 2016/17 die SG Sonnenhof Großaspach und mischte mit dem Dorfklub in der oberen Tabellenhälfte mit. Gut möglich, dass der 51-Jährige Fußballlehrer in Köln den Neuaufbau in der Regionalliga begleiten darf. In dieser Saison hat er noch zwei Spiele mit seiner personell schwer angeschlagenen Mannschaft vor sich: In der Liga gegen Großaspach und eine Woche später im Finale um den Rheinlandpokal gegen Alemannia Aachen.

Bei der Fortuna geht nicht nur die Zeit in der Dritten Liga zu Ende, sondern auch das finanzielle Engagement des langjährigen Investors und Geschäftsführers Michael A. Schwetje. Sämtliche Spielerverträge verlieren zunächst ihre Gültigkeit und müssten für die neue Saison in der Regionalliga West neu verhandelt werden. Besonders bitter für die Fortunen: Am Samstag kann der Stadtrivale Viktoria Köln mit einem Sieg gegen Borussia Mönchengladbach II den Aufstieg in die Dritte Liga perfekt machen.

Gegen Großaspach können sich die Spieler der Fortuna für ein weiteres Engagement in Köln oder bei anderen Vereinen empfehlen.  Allerdings fällt ein Dutzend Akteure aus dem Kader aus. Neben den Abwehrrecken Steven Rupprecht und Bernard Kyere muss Zapel auf seine nahezu komplette Offensivabteilung verzichten, darunter Kapitän Hamdi Dahmani und Maik Kegel sowie das Trio Thomas Bröker, Maurice Exslager und Moritz Hartmann. Alle drei zogen sich vor einer Woche in München Oberschenkelverletzungen zu.

Bei der SG Sonnenhof haben Interimstrainer Lang und Sportdirektor Joannis Koukoutrigas, die die Mission „Klassenerhalt“ gemeinsam leiten, wenig Grund, die beim 5:2 gegen den FSV Zwickau überzeugende, offensiv ausgerichtete Mannschaft zu ändern. „Wir wollen den Schwung aus dem Spiel gegen Zwickau mitnehmen in dieses finale Spiel um den Klassenerhalt. Wir werden um jeden Zentimeter kämpfen“, kündigt Lang an. Sein dribbelstarker Flügelflitzer Makana „Rudi“ Baku will neben den Großaspachern auch seinem Heimatverein 1. FSV Mainz 05 helfen. Schafft die SG Sonnenhof den Verbleib in der Dritten Liga, muss Mainz II nicht aus der Regionalliga Südwest absteigen.