Fußball Letzter KSC-II-Besuch endet mit Pflichtsieg

Der eingewechselte Freiberger Morgan Faßbender versucht den Ball gegen Lukas Boateng vom KSC II zu behaupten. Der SGV trug am Samstag erstmals in diesem Jahr ein Spiel im Wasenstadion aus.
Der eingewechselte Freiberger Morgan Faßbender versucht den Ball gegen Lukas Boateng vom KSC II zu behaupten. Der SGV trug am Samstag erstmals in diesem Jahr ein Spiel im Wasenstadion aus. © Foto: Avanti/Ralf Poller
Freiberg / Andreas Eberle 09.04.2018

Es war eine Premiere und zugleich der letzte Akt in einem: Zum ersten Mal in diesem Jahr trug der SGV Freiberg ein Oberliga-Heimspiel auf seinem Hauptspielfeld im Wasenstadion aus. Und zum allerletzten Mal war dort der Karlsruher SC mit der zweiten Mannschaft zu Gast. Denn die Nordbadener ziehen nach dieser Saison ihr Reserveteam zurück und konzentrieren sich im Aktivenbereich nur noch auf die Profis. Der KSC II, der aktuell den 14. Platz belegt, steht somit bereits als erster Absteiger fest.

So gesehen ging es für die Zweitvertretung aus Karlsruhe am Samstagnachmittag eigentlich nur um den Spaß an der Fußball-Freud’. Und dennoch machte die junge Mannschaft von Ex-Profi Zlatan Bajramovic dem SGV bei der 0:2-Niederlage vor allem in der ersten Halbzeit das Leben schwer.

Lethargie und viele Fehlpässe

Beide Teams hatten auf dem großen Spielfeld Anlaufprobleme. Die Freiberger, die die vier Heimpartien zuvor auf dem kleinen Kunstrasen absolviert hatten, erlaubten sich ungewohnt viele Fehlpässe und wirkten lethargisch und unkonzentriert – und irgendwie so, als ob sie sich bei den frühsommerlichen Temperaturen nicht allzu sehr verausgaben wollten. Erst nach einem Warnschuss von Michael Reith, den SGV-Keeper Pascal Nagel zur Ecke abwehrte (10.), wachte die Wasen-Elf auf und tat mehr für die Offensive.

Die zwei Treffer zur 2:0-Pausenführung resultierten allerdings aus Karlsruher Abwehrschnitzern. Beim 1:0 landete ein Querschläger am Fünfmeterraum des KSC. Dort brachte Innenverteidiger Denis Stosik den Ball nicht unter Kontrolle, sondern vertändelte ihn an Marcel Sökler – und Freibergs Torjäger schoss die Kugel unter dem Körper von Gästekeeper Oliver Semmler hindurch zur Freiberger Führung ins Netz – Söklers bereits 23. Treffer im 25. Saisonspiel (26.). Sechs Minuten später hätte der Führende der Oberliga-Torschützenliste seinen Anspruch auf die Torjägerkanone erneut untermauern können, doch diesmal hatte er kein Glück: Im Fallen traf Sökler nur den Pfosten.

Kurz vor der Pause passierte dann eine Hereingabe von Thomas Gentner Freund und Feind, ein Karlsruher brachte den Ball nicht weg, und am Torraumeck bedankte sich Marco Pischorn für die Einladung und schob aus fünf Metern zum 2:0 ein (43.). Der Favorit führte souverän, ohne spielerisch überzeugt zu haben. Der eher biedere Auftritt des SGV hatte wohl auch mit dem Ausfall der Kreativspieler Hakan Kutlu und Niklas Pollex zu tun. Rechtsaußen Kutlu wurde aufgrund von Oberschenkelproblemen geschont, und Mittelfeldmann Pollex hatte sich im Abschlusstraining das Knie verdreht – Verdacht auf Kreuzbandriss.

In Hälfte zwei machte Freiberg nur noch das Nötigste und verwaltete das Ergebnis. Zwei nennenswerte Offensivkationen brachte der Aufsteiger aber noch zustande: Kurz nach Wiederanpfiff lief Patrick Fossi nach Savino Marottas Steilpass aufs Karlsruher Gehäuse, scheiterte aber an Semmle. Und in der Endphase flog ein Schlenzer von Sökler nicht nur über den Schlussmann, sondern auch knapp über die Latte. Dem KSC II fehlten dagegen im Angriff die Mittel, um der Partie noch eine Wendung zu geben.

Mit den Punkten 17 bis 19 aus den acht Duellen seit der Winterpause überholte der SGV den FC 08 Villingen in der Tabelle und ist nun Dritter „Da geht noch ein bisschen was nach oben. Mit einer Serie kann man sich vielleicht noch den einen oder anderen Traum erfüllen“, sprach Gästecoach Bajramovic den Freibergern Mut für den Aufstiegskampf zu. Sein SGV-Kollege Ramon Gehrmann gab sich dagegen in puncto Spitzenplätze wie üblich zurückhaltend: „Wir schauen nicht auf die Tabelle.“