Aspach / cp

Das Beste servierten die Drittliga-Fußballer der SG Sonnenhof Großaspach ihren Zuschauern im letzten Saison-Heimspiel und erreichten mit einem 5:2-Sieg über den FSV Zwickau das erhoffte „Endspiel“ am letzten Spieltag beim SC Fortuna Köln. Sie gehen zwar von einem Abstiegsplatz aus ins Saison-Finale, würden sich aber mit einem Sieg beim seit Samstag als zweiten Absteiger feststehenden Klub aus der Domstadt den Klassenerhalt und die sechste Saison in der Dritten Liga sichern.   Dazu würde am Samstag (13.30 Uhr) auch ein Unentschieden reichen, wenn der FC Carl-Zeiss Jena zeitgleich im Heimspiel gegen den TSV 1860 München nicht punktet.

Überragender Mann beim klaren Heimerfolg am Samstag vor 2508  Zuschauern war der 33-jährige Timo Röttger, der zwei Tore selbst erzielte und an zwei weiteren maßgeblich beteiligt war. Nervenstark präsentierte sich Dominik Pelivan, der zwei Elfmeter eiskalt verwandelte.

Interimstrainer Markus Lang, der seit Montag zusammen mit Sportdirektor Joannis Koukoutrigas die Mission „Klassenerhalt“ von Coach Florian Schnorrenberg übernommen hatte, verordnete seiner Mannschaft einen offensiven Spielstil.

Den Spagat geschafft

Die SG Sonnenhof bekam gegen den FSV Zwickau den Spagat zwischen defensiver Stabilität und mutigem Spiel nach vorne zumindest in der ersten Halbzeit erfolgversprechend auf den Platz und ging mit einer 3:1-Führung in die Kabine. Dabei hätte der Vorsprung auch noch höher ausfallen können.  In der zweiten Halbzeit gingen die gereizten Gäste in die Offensive, während Großaspach sein Spiel mehr auf Konter verlegte. Auch das klappte: Während Zwickau nur einmal erfolgreich war, legten die Gastgeber zwei Tore nach.

Mehr Treffer hätten es werden können, wenn Dominik Martinovic nach schnellen Gegenangriffen gegen die entblößte Zwickauer Abwehr seine beiden Riesenchancen verwertet hätte. Der 22-Jährige stand ebenso wie Julian Leist in der Anfangsformation. Kapitän Leist stabilisierte die Abwehr und bewies bei den vielen hohen Bällen, die die Gäste in der zweiten Hälfte in den Strafraum schlugen, seine enorme Kopfballstärke. Er und sein Nebenmann Kai Gehring hatten meist die Lufthoheit gegen die Zwickauer Angreifer Ronny König und Robin Lauberbach.

Die offensive Herangehensweise tat den Großaspachern sichtlich gut. Nach zwölf Minuten durften sie zum ersten Mal jubeln. Röttger hatte mit einem genialen Zuspiel Makana Baku in Szene gesetzt. Der düste an Nico Antonitsch vobei und tunnelte FSV-Keeper Johannes Brinkies zum 1:0.  Die Gäste taten sich schwer in der Spielentwicklung und im -aufbau gegen die zweikampfstark und aggressiv zu Werke gehenden Gastgeber. Mit ihrer ersten gefährlichen Aktion gelang ihnen allerdings der Ausgleich. Danny Frick hatte die SG-Abwehr mit einem feinen Zuspiel auf König ausgehebelt, der Routinier schloss frei vor dem Gehäuse eiskalt zum 1:1 ab (32.). Keine 100 Sekunden später berührte Bryan Gaul im Zwickauer Strafraum Röttger am Fuß. Über die Strafstoßentscheidung von Schiedsrichter Steffen Brütting regte sich FSV-Coach Joe Enochs furchtbar auf. Pelivan verwandelte sicher und brachte die SG mit 2:1 in Führung.Wie es sich anfühlt, wenn Gaul richtig zutritt, musste Röttger wenig später schmerzhaft erfahren, als ihn der kantige Zwickauer Defensivspieler von hinten abräumte und Glück hatte, dass er dafür nur die Gelbe Karte erhielt.

Einen super ausgespielten Konter über Martinovic und den schnellen und kaum zu kontrollierenden Baku schloss Röttger in der 45. Minute mit einem Abstauber zum 3:1 ab. Glück hatten die Gäste, dass es nicht erneut Strafstoß gegen sie gab. Nach einem Sprint war Martinovic  schon an Keeper Brinkies vorbei, bei seinem Abschluss rettete Antonitsch mit dem Arm. Diesmal unterließ der Unparteiische den Elfmeterpfiff. Später gab er aber noch einen Strafstoß.

Zuvor allerdings musste Sonnenhof-Torwart Kevin Broll einen tückischen Aufsetzer von Frick parieren (49.), und das 2:3 durch FSV-Kapitän Toni Wachsmuth im Anschluss an einen Eckball hinnehmen (59.). Gleich dreimal hätte Martinovic Treffer Nummer vier für die SG erzielen können. Zuerst verdaddelte er eine tolle Kontermöglichkeit, dann köpfte er den Ball knapp am Zwickauer vorbei und setzte nach einem weiteren schnellen Gegenangriff seinen Schuss aus 16 Metern etwas zu hoch an.

Pelivan verwandelt erneut

Als der im Zwickauer Strafraum am Boden liegende Wachsmuth den Ball bei einem Solo von Baku mit dem Arm blockierte, erhielten die Gastgeber Elfmeter Nummer zwei zugesprochen. Erneut versenkte Pelivan den Ball mit Präzision und sorgte für das 4:2 (72.). „Ich war mir sicher. Ich suche mir immer eine Ecke aus und habe dann einen peripheren Blick auf den Torwart. Danach entscheide ich mich. Ich war vor dem Spiel nominiert für unsere Strafstöße. Wir hatten zuletzt Pech bei Elfmetern, diesmal haben wir sie bekommen“, meinte der Doppel-Torschütze nach dem Spiel.

Exzellent herausgespielt durch den eingewechselten Michael Vitzthum und Sebastian Bösel und vollendet von Röttger war das 5:2 (78.). Damit waren letzte Zweifel am Sieg im vom neuen Trainerduo ausgerufenen „Halbfinale“ beseitigt.