Jugendfußball Kroaten wollen von den Besten lernen

Die D-Junioren des FSV 08 Bissingen (blaue Trikots) bezwangen den FC Union Heilbronn im ersten Turnierspiel mit 2:1.
Die D-Junioren des FSV 08 Bissingen (blaue Trikots) bezwangen den FC Union Heilbronn im ersten Turnierspiel mit 2:1. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / Andreas Eberle 02.07.2018

Neun Spiele, sechs Siege, drei Remis, 14:0 Tore – die D-Junioren des FSV Waiblingen waren am Samstag beim Sommer-Cup des FSV 08 Bissingen eine Klasse für sich und gewannen mit dieser Traumbilanz das U-13-Turnier. Dagegen entschieden Nuancen in dem Zehnerfeld den Kampf um Platz zwei: Mit dem Zweitliga-Nachwuchs des SV Sandhausen, dem Schweizer Vertreter FC Schaffhausen und 08 Bissingen waren drei Teams mit 16 Zählern punktgleich. Das Torverhältnis gab den Ausschlag – und da war Sandhausen (9:2) letztlich besser als Schaffhausen (10:7) und der Gastgeber (13:12). Die Nullachter konnten sich damit trösten, dass bei ihren neun Auftritten – gekickt wurde im Modus jeder gegen jeden – im Schnitt mit 2,8 Treffern in den je 15 Minuten Spielzeit die meisten Tore fielen.

Bereits zwei Wochen zuvor hatten die Bissinger Talente bei einem hochkarätig besetzten Turnier in Essen Platz vier belegt. Dort hatte sich der Meister der Bezirksstaffel zum Beispiel mit dem späteren Sieger FC Schalke 04, Fortuna Düsseldorf, dem 1. FC Magdeburg, Dynamo Berlin und Rot-Weiß Essen gemessen.

Als „schönes Turnier mit einem guten Niveau“ bezeichnete Jens Roth den diesjährigen Sommer-Cup. Der Bissinger Trainer bedauerte aber, dass diesmal ein ganz großer Klub im Teilnehmerfeld nicht dabei war: „Die Bundesligisten sind alle schon im Urlaub. Das war unser Handicap.“ In den vergangenen Jahren hatte auch schon mal der Nachwuchs des FC Bayern München und von 1899 Hoffenheim seine Visitenkarte am Bruchwald abgegeben.

Verschnupft war der Veranstalter darüber, dass der Würzburger FV seine Teilnahme am Freitagmittag mit dem Hinweis auf Verletzungsprobleme kurzfristig abgesagt hatte. „Das ist unhöflich und werden wir uns merken“, schimpfte Roth. Die ursprünglich ebenfalls angekündigte Jugend-Fußballschule Köln musste derweil wegen einer Terminüberschneidung passen. Sie hatte die Bissinger Verantwortlichen aber vorzeitig informiert. Für Würzburg und Köln sprangen der FC Union Heilbronn und der 1. FC Normannia Gmünd ein. Der für Sonntag angesetzte Master-Cup fiel mangels Teilnehmer aus.

Zehn Stunden Anreise

Die weiteste Anreise hatten die Spieler der Fußballschule 1. Gol Rijeka auf sich genommen: Zehn Stunden saßen die Kicker aus Kroatien im Bus, um am sportlichen Wettstreit teilzunehmen. Am Ende belegten sie den siebten Platz, was Trainer Domagoj Radja allerdings nicht sonderlich wurmte. „In diesem Alter sind Ergebnisse noch nicht wichtig. Es geht darum, die Spieler besser zu machen“, sagte der 40-Jährige. Außerdem habe er nur die halbe Mannschaft zur Verfügung gehabt. „Uns haben starke Leute gefehlt, denn in Kroatien ist die Saison schon seit zwei Wochen vorbei, und viele Spieler sind bereits in den Ferien.“

Die 2010 gegründete Fußballschule Gol hat bereits zwei kroatische U-15-Nationalspieler hervorgebracht. Radja tritt mit seinen Schützlingen jährlich bei sieben bis zehn Turnieren in Deutschland an und spielt besonders gern gegen hiesige Teams. „Wir sind hier, um von den Besten zu lernen. Deutsche Jugendmannschaften haben einen geordneten Spielaufbau, pflegen das Kurzpassspiel und lassen den Ball laufen. Bei uns in der Stadt und in der Region bolzen viele Teams dagegen oft nur die Bälle vor“, sagt der Kroate.

Endstand Sommer-Cup: 1. FSV Waiblingen, 2. SV Sandhausen, 3. FC Schaffhausen, 4. FSV 08 Bissingen, 5. TSV Schmiden, 6. Freiburger FC, 7. 1. Gol Rijeka, 8. FC Union Heilbronn, 9. FC Normannia Gmünd, 10. VfB Rauenberg.

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