Wir sind Bezirksliga“ – gut sichtbar hängt das Banner mit dieser Aufschrift auf dem Benninger Sportplatz. Auch in der kommenden Saison soll dieser Satz noch Gültigkeit haben. Dafür muss der TSV 1899 Benningen in der laufenden Spielzeit allerdings noch einige Punkte holen. Aktuell sind die 1899er mit zwölf Punkten Vorletzter. „Wir haben den Relegationsplatz aber fest im Blick. Momentan haben wir da fünf Punkte Rückstand und noch 13 Spiele, um die nötigen Punkte zu holen“, betont Ulli Stiegler, der die Mannschaft seit November 2017 trainiert.

Der TSV verfügt über einen bezirksligaerfahrenen Kader mit mehreren starken Spielern. Auch gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte agierten die Benninger spielerisch auf Augenhöhe. „Leider haben wir aber zu häufig in den entscheidenden Situationen die Tore nicht gemacht und vermeidbare Gegentore bekommen“, so Stiegler. „Es wäre wichtig, einmal mit 2:0 in Führung zu gehen, dann könnten wir etwas befreiter aufspielen.“ Der Trainer lobt den Zusammenhalt in der Mannschaft, der trotz der Tabellensituation groß ist. Co-Trainer Marcel Storz bestätigt: „Die Spieler haben Spaß am Fußball, es gibt keine Spannungen. Wir schauen jetzt von Spiel zu Spiel. Das Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt.“

Falls es nicht mit dem direkten Ligaverbleib klappen sollte, bliebe der Umweg über die Relegation, mit der die Benninger gute Erfahrungen gemacht haben. 2015 sicherten sie sich als Zweiter der Kreisliga A1 den Aufstieg in der Relegation, im Sommer 2017 schafften sie in selbiger den Klassenerhalt in der Bezirksliga.

Beim TSV möchte man den großen Zusammenhalt, der nicht nur im Aktiven- sondern auch im Jugendbereich herrscht, nutzen, um möglichst viele Nachwuchstalente im Verein zu halten. „Mehrere Spieler des jetzigen Bezirksliga-Kaders sind bereits seit frühester Jugend im Verein und haben den Sprung in die erste Mannschaft geschafft“, freut sich Salvatore Trovato. Der Jugendtrainer, der dem Vorstand der Benninger Fußball-Abteilung angehört, hat selbst viele Jahre die Kickstiefel für die Schwarz-Weißen geschnürt. „Mir liegt der Verein sehr am Herzen. Vor allem die Kameradschaft und der Spaß am Fußball sind mir wichtig“, betont er. „Ich fühle mich beim TSV sehr wohl. Dass das nicht nur mir so geht, merke ich immer wieder, wenn mich ältere Vereinsmitglieder ansprechen und fragen, wie es mit den Mannschaften gerade läuft“, berichtet Trovato. Viele Spieler blieben dem Verein treu oder kämen gerne wieder zum TSV zurück, wenn sie doch einmal woanders gespielt haben.

„Rock in den Mai“ ist beliebt

Auch Trovato selbst begann im Alter von fünf Jahren für den TSV 1899 Benningen zu spielen. Der Kontakt zwischen den Mannschaften und auch zu den anderen Abteilungen des Vereins ist sehr gut. Neben dem Trainings- und Spielbetrieb unternehmen die einzelnen Mannschaften auch viel miteinander. So stehen gemeinsame Ausflüge ebenso auf dem Programm wie die Teilnahme am Sommerbiathlon. Zudem veranstaltet der TSV den traditionellen „Rock in den Mai“, der sich großer Beliebtheit erfreut.

Mit Freude sieht der Benninger Fußball auch der kommenden Ausstellung im Heimatmuseum Adler entgegen: Dort wird die Geschichte des Vereins präsentiert werden. Aktuell laufen die Vorbereitungen dafür, Dokumente werden zusammengetragen. Seine Hoch-Zeit hatte der Benninger Fußball in den 1950er Jahren, als der Verein der Amateurliga Württemberg angehörte. Willi und Rudi Entenmann trugen zu dieser Zeit das TSV-Trikot. „Damals sind mehrere Tausend Zuschauer zu den Heimspielen gekommen“, weiß Salvatore Trovato. Heute sind es zwar längst nicht mehr so viele, doch hat der TSV sehr treue Anhänger, die bei den Heimspielen für Stimmung sorgen. Der große Zusammenhalt in Mannschaft und Verein kann auch dazu beitragen, dass es auch in diesem Jahr wieder mit dem Klassenerhalt klappt. Dann können die Benninger auch in der nächsten Saison sagen: „Wir sind Bezirksliga.“

Youtube

Youtube