Böblingen / Jan Simecek  Uhr

Die A-Junioren des FSV 08 Bissingen stehen mit einem Bein in der Verbandsstaffel. In der Qualifikation gewannen sie das Hinspiel in einer Hitzeschlacht am Sonntagmittag bei der SV Böblingen, dem Meister des Bezirks Böblingen/Calw, deutlich mit 4:1. Das Rückspiel findet am Sonntag (11 Uhr) am Bissinger Bruchwald statt.

Schon bei Spielbeginn um 11 Uhr war die Hitze im Böblinger Stadion am Silberweg eigentlich unerträglich. Das Thermometer zeigte schon an die 30 Grad im Schatten, doch Schatten gab es bestenfalls unter dem Glasdach der großen Tribüne ein wenig. Entsprechend entwickelte sich, obwohl es um so viel ging, eher ein müder Sommerkick – sehr ausgeglichen mit nur ganz wenigen Chancen auf beiden Seiten. Eine davon nutzte aber Bissingen zur Pausenführung. Und wie! Nach einem langen Ball aus dem Mittelfeld guckte sich Georgios Tsaoussis SVB-Torhüter Petros Tsentidis ganz genau aus. Der stand viel zu weit vor seinem Kasten, und der Bissinger Angreifer überwand ihn mit einem sehenswerten Heber.

Durch dieses Traumtor mussten die Gastgeber nach dem Seitenwechsel kommen. Sie versuchten auch, die Abwehr der Nullachter unter Druck zu setzen, doch das blieb fast durchweg Stückwerk. Meist kam Böblingen gar nicht zum Abschluss, und die Bissinger konnten durch die abgefangenen Bälle ein gefälliges und recht effektives Umschaltspiel aufziehen. Eine erste Kontermöglichkeit ergab sich gut fünf Minuten nach der Pause. Da verzog Tim Holzwarth aber noch aus rund 14 Metern halbrechts. Zehn Minuten später machte er es dann deutlich besser. Diesmal war er noch knapp außerhalb des Strafraums, hatte dafür alle Zeit der Welt, das Visier einzustellen und die Lederkugel humorlos zum 2:0 in die Maschen zu dreschen.

Böblingen wachte auch jetzt nicht auf, schien eher in einer Hitzelethargie gefangen zu sein. Die befiel in der 66. Minute auch Schlussmann Tsentidis. Nach einer Ecke von Giovanni Frasca segelte der Ball etwa einen Meter von der Torlinie entfernt durch seinen Fünf-Meter-Raum. Tsentidis signalisierte dann auch lautstark, dass er die Situation klären werde. Doch er blieb einfach nur regungslos am Boden kleben. Leon Haufe, der direkt dahinter lauerte, brauchte nur noch den Kopf hinzuhalten, um aus kürzester Distanz zum 3:0 einzunetzen.

Es blieb nicht der letzte Fauxpas des SVB-Keepers. Fünf Minuten später wusste Tsaoussis etwa 20 Meter vor dem Tor gegen zwei Gegenspieler nicht so recht wohin mit dem Ball. Weil Tsentidis wieder nicht durch Stellungsspiel glänzen konnte, versuchte es der 08-Stürmer einfach mal mit einem gefühlvollen Heber und traf von sich aus gesehen genau in den rechten Winkel. Die Böblinger schauten durch die Bank nur verdutzt zu.

Erst in der Schlussphase gelang es den Gastgebern erstmalsn etwas mehr Druck aufzubauen, weil Bissingen etwas nachlässig und durch einige Wechsel auch ungeordnet wurde. So konnte der zur Pause eingewechselte Wais Alekuzei in der 82. Minute den Ball an Torhüter Tom Vahldiek vorbei ins Netz drücken, doch obwohl die Nullachter noch zwei-, dreimal wackelten, schlug Böblingen kein weiteres Kapital mehr daraus.