Fußball Joker Lindner glänzt als Vorbereiter

Der Bissinger Alexander Götz wurstelt sich gegen die Backnanger Julian Schiffmann und David Kienast (vorne) durch. Rechts beobachtet 08-Rechtsverteidiger Lukas Buck den Dreikampf.
Der Bissinger Alexander Götz wurstelt sich gegen die Backnanger Julian Schiffmann und David Kienast (vorne) durch. Rechts beobachtet 08-Rechtsverteidiger Lukas Buck den Dreikampf. © Foto: eventpho.to/Jan Simecek
Bissingen / Von Andreas Eberle 03.09.2018

Wohl dem, der ein Ass wie Simon Lindner im Ärmel hat. In der 67. Minute schickte Trainer Alfonso Garcia den offensivstarken Flügelspieler beim Stand von 0:0 für Riccardo Gorgog­lione aufs Feld – und in den verbleibenden 23 Minuten plus Nachspielzeit bereitete Lindner im Oberliga-Duell zwischen dem FSV 08 Bissingen und der TSG Backnang die beiden Treffer zum 2:0-Sieg der Heimelf vor. „Ein Tor wäre auch noch schön gewesen, aber die drei Punkte sind für mich absolut zufrieden­stellend“, sagte der Linksfuß, der mit seinen Teamkollegen am Samstagabend auf dem Bietigheimer Pferdemarkt in seinen 24. Geburtstag hineinfeierte.

Die Rolle als Bankdrücker und Joker gefällt Lindner allerdings gar nicht. „Ich würde schon gerne von Anfang spielen – das will jeder von uns. Die Entscheidung des Trainers muss man aber hinnehmen. Wenn man dann reinkommt, muss man eben sein Bestes geben und dem Trainer zeigen, dass er vielleicht doch was falsch gemacht hat“, stellte der Matchwinner fest.

Auch wenn der Klub vom Bruchwald seinen zweiten Tabellenplatz am Wochenende aufgrund des schlechteren Torverhältnisses an Reutlingen abtreten musste und auf Rang drei abrutschte, ist der Saisonstart mit zehn Zählern aus den ersten vier Partien gelungen. Die 08-Kicker scheinen für das Derby am Mittwoch (18 Uhr) beim Erzrivalen SGV Freiberg bestens gerüstet. „Wir können mit Selbstvertrauen ins Spiel gehen“, meinte Lindner.

Die vom langjährigen Bissinger Spieler, Co-Trainer und Chefcoach Andreas Lechner trainierten Backnanger erwiesen sich am Samstag allerdings als der erwartet unbequeme Gegner. Die TSG stand hinten diszipliniert und ging beherzt in die Zweikämpfe. Das schnelle Bissinger Umschaltspiel kam mangels Räume kaum zum Tragen, Torszenen waren Mangelware. Gefährlich waren beide Teams am ehesten noch bei Standards. Etwa in der 26. Minute, als Backnangs Julian Geldner eine Ecke Richtung Bissinger Kasten köpfte und Alexander Götz auf der Torlinie rettete.

Auch die beste Chance der Nullachter resultierte aus einem Eckstoß. Den von Götz in den Strafraum getretenen Ball verlängerte ein Gästeakteur bei seinem Klärungsversuch unfreiwillig zu Marius Kunde, und der 1,70-Meter-Mann köpfte knapp drüber (38.). Kurz vor der Pause tauchte der Kapitän plötzlich frei am TSG-Torraum auf, zögerte aber einen Moment zu lange – und der Backnanger Schlussmann Marcel Knauss ging dazwischen.

Zur zweiten Hälfte brachte Garcia mit Duc Thanh Ngo und Oskar Schmiedel zwei frische Kräfte. Der entscheidende Schachzug war aber die Einwechslung von Lindner. Dieser war gerade einmal vier Minuten auf dem Feld, als er sich auf dem linken Flügel dynamisch durchsetzte und den aufgerückten ­Pierre Williams im Zentrum bediente – und der Linksverteidiger vollendete zum 1:0. Eine Führung, die mittlerweile verdient war, denn die Hausherren hatten das Tempo angezogen.

Die TSG wirkte dagegen nicht mehr ganz so frisch und angriffslustig wie noch im ersten Durchgang. Bei der Lechner-Elf machten sich mit fortschreitender Spieldauer die 120 intensiven Pokal-Minuten vom Mittwoch bei den Stuttgarter Kickers (1:0-Sieg nach Verlängerung) bemerkbar. Die beste Chance zum Backnanger Ausgleich vergab der Ex-Freiberger Julian Schiffmann, dessen Schuss aus der Drehung in der 83. Minute knapp am langen Pfosten vorbeizischte.

Kunde trifft in Nachspielzeit

In der Nachspielzeit versetzte Kunde dem tapferen Gegner den endgültigen K.o.-Schlag: Der Mann mit der Nummer 16 war aus acht Metern zum 2:0 erfolgreich. Die Vorarbeit hatte erneut Lindner mit einem Querpass geliefert. „Das Spiel war hart umkämpft“, sagte der Bissinger Coach Garcia und lobte die Effektivität seiner Mannschaft: „Die wenigen Chancen, die du da hast, musst du eben nutzen – und das haben wir heute zum Glück gemacht.“

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