Fußball In Freiberg herrscht noch Gelassenheit

David Kienast (rechts) hat mit Freiberg das erste Oberliga-Heimspiel der Saison gegen Sandhausen II verloren. An diesem Mittwoch soll gegen den 1. CfR Pforzheim nun der erste Sieg her.
David Kienast (rechts) hat mit Freiberg das erste Oberliga-Heimspiel der Saison gegen Sandhausen II verloren. An diesem Mittwoch soll gegen den 1. CfR Pforzheim nun der erste Sieg her. © Foto: Martin Kalb
Freiberg / Andreas Eberle 23.08.2017

Zwei Spiele, zwei Niederlagen, zweimal eine Führung vergeigt – den Oberliga-Saison­start haben sich die Fußballer des SGV Freiberg anders vorgestellt. Dennoch herrscht am Wasen vor der Heimpartie an diesem Mittwoch (18.30 Uhr) gegen den 1. CfR Pforzheim noch Besonnenheit. „Wir bleiben gelassen und positiv, denn wir wissen, wie gut unsere Mannschaft ist. Man sollte die Kirche im Dorf lassen“, sagt Co-Trainer Christian Werner und bittet um Geduld: „Wir müssen 13 neue Spieler integrieren. Da dauert es eben, bis die Mechanismen funktionieren.“ Außerdem weist er auf die Stärke der neuen Spielklasse hin. „Wenn du ein paar Prozent weniger Leistung abrufst, reicht das in der Verbandsliga noch. In der Oberliga dagegen verlierst du solche 50:50-Spiele“, stellt Werner fest.

Er und Chefcoach Ramon Gehrmann haben die Auftaktpleiten gegen Sandhausen II (2:3) und Neckarsulm (1:3) mit dem Team aufgearbeitet und dabei auch die psychologische Komponente nicht außer Acht gelassen. „Der eine oder andere Spieler kommt mit Negativerlebnissen nicht so gut zurecht. Das ist eine Frage der Mentalität“, sagt Werner. Bis auf die Langzeitverletzten Pascal Seil, Spetim Muzliukaj und Emanuel Popescu sind alle Freiberger Spieler fit und einsatzfähig.

Der Gegner aus Pforzheim ist mit einer 1:3-Niederlage beim FC 08 Villingen und einem 4:3-Heimsieg gegen den SV Oberachern in die Runde gestartet. Zu den Leistungsträgern zählen die Brüder Salz. Manuel steht im Tor seinen Mann, während Dominik Salz, der gleichzeitig auch Kapitän ist, als einer der besten Oberliga-Stürmer gilt. Eine feste Größe im defensiven Mittelfeld ist Julian Grupp, der im Sommer mit vier anderen Kickern vom Regionalliga-Klub TuS Koblenz nach Pforzheim gewechselt ist. Auch der frühere Freiberger Anthony Coppola trägt inzwischen das CfR-Trikot. „Das ist ein sehr guter Gegner mit einer extrem hohen individuellen Qualität“, urteilt Werner über den Gastverein.

08 ist in Weinheim Favorit

Eine vergleichsweise einfache Aufgabe hat der FSV 08 Bissingen an diesem Mittwoch (18.30 Uhr) vor der Brust. Der Vizemeister tritt als hoher Favorit bei der TSG Weinheim an. Die Nordbadener haben nach internen Querelen fast ihre komplette Aufstiegsmannschaft verloren und mussten in kurzer Zeit ein neues Team zusammenstellen. In den ersten zwei Partien gegen Bahlingen (1:4) und Ravensburg (2:6) war die TSG noch nicht wettbewerbsfähig. Einige Experten vergleichen den Aufsteiger sogar bereits mit der Spvgg Neckarelz, die in der Vorsaison in der Oberliga nur ein Punktelieferant war und sang- und klanglos abstieg. „Auch gegen eine Mannschaft wie Weinheim muss man seine Leistung abrufen und 100 Prozent bringen, sonst kann auch so ein Duell in die Hose gehen. Wir wollen das Spiel hochkonzentriert und mit großem Engagement angehen“, sagt 08-Vorstandsmitglied Steffen Vahldiek.

Bei Bissingen fallen neben dem Dauerverletzten Michael Deutsche (Achillessehnenriss im rechten Fuß) auch Patrick Milchraum (Muskelfaserriss im Oberschenkel) und Simon Lindner (Einblutung im hinteren Wadenmuskel) aus. Die beiden Offensivkräfte haben sich ihre Blessuren am Samstag im Heimspiel gegen den SSV Reutlingen (0:0) zugezogen und mussten ausgewechselt werden. Innenverteidiger Tim Reich, dessen Rotsperre inzwischen abgelaufen ist, fehlt diesmal aus privaten Gründen. Dafür kehrt sein Abwehrkollege Duc Than Ngo nach einem Bänderriss ins Aufgebot zurück.