Fußball Hildmann hofft auf göttlichen Beistand

Aspach / Jan Fedra 01.10.2018

Was sich in der Mechatronik-Arena am Samstagnachmittag in der Schlussviertelstunde zugetragen hat, kennen Fußball-Fans als offenen Schlagabtausch. Visier runter, mit Vollgas nach vorne. Beide Teams – die gastgebende SG Sonnenhof Großaspach und die Spvgg Unterhaching – boten den 2200 Zuschauern im Fautenhau ein Spektakel. Das Problem aus Sicht der Platzherren: Für einen Heimdreier hat es auch am zehnten Spieltag der Dritten Liga wieder nicht gereicht. 1:1 hieß es nach packenden 90 Minuten. Damit bleiben die Gäste mit 17 Punkten auf Tuchfühlung zur Tabellenspitze. Der SG hilft der Punkt nicht weiter, das torungefährlichste Team der Liga rangiert mit zehn Zählern weiter auf Platz 16.

Für Sascha Hildmann nimmt die Situation langsam tragische Züge an: „Wir hatten unfassbare Möglichkeiten. Konterchancen, die du einfach ausspielen musst“, sagte der Sonnenhof-Trainer kopfschüttelnd. „Du musst das 2:0 nachlegen – so oft, wie wir durchgebrochen sind. Aber wir belohnen uns überhaupt nicht. Es ist haarsträubend, wie wir mit den Chancen umgehen. Das darf uns nicht mehr passieren.“

Den besseren Start im Fautenhau legten die vom Verletzungspech verfolgten Gäste hin. Ohne ihren am Kreuzband operierten Kapitän Josef Welzmüller pressten die Hachinger früh – und kamen in der 15. Spielminute zu einer Doppelchance: Großaspachs Sebastian Bösel schenkte den Ball an Sascha Bigalke her, der Stephan Hain bediente. Der Top-Torjäger passte in den Rückraum, wo Dominik Widemann zum Abschluss kam – zu zentral. Nur Sekunden später setzte Orestis Kiomourtzoglou seinen Linksschuss nach Pass von Thomas Hagn etwas zu hoch an. In der Folge fanden die Gastgeber besser ins Spiel. Einen Kopfball von Stürmer Philipp Hercher lenkte Gästekeeper Lukas Königshofer mit einem starken Reflex über die Latte (24.). Was Bösel mit einem nur um Zentimeter zu hohen Schuss noch verpasst hatte (40.), machte Marco Hingerl eine Minute später besser. Der Mittelfeldspieler, der seine Karriere einst in Unterhaching begann, schoss in der 41. Spielminute das 1:0. Nachdem er in zentraler Position bedient wurde, traf der Neuzugang per Flachschuss ins linke Eck.

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein unterhaltsames Drittliga-Duell. Ebenso wie sich der Aspacher Führungstreffer angedeutet hatte, nutzte auch die Schromm-Elf eine von drei guten Möglichkeiten binnen drei Minuten zum 1:1. Der startende Hain wurde im richtigen Moment vom eingewechselten Maximilian Krauß bedient und vollendete mit einem Rechtsschuss ins lange Eck – bereits der fünfte Saisontreffer des Ex-Löwen (79.). In der Folge nahm die Partie noch einmal richtig Fahrt auf. Trotz bester Kontermöglichkeiten und mehreren Überzahl-Situationen gelang es den Hausherren aber nicht, den erlösenden Treffer zum 2:1 zu erzielen.

„Natürlich hätten wir super gerne gewonnen. Wir müssen weitermachen, bis dieser Fußball-Gott, den es hoffentlich gibt, auch mal wieder auf unserer Seite ist. Immer weiter, Kopf in den Wind und Feuer frei“, so die markigen Worte von SGS-Coach Hildmann nach der Partie.

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