Bietigheim / cp  Uhr

In seiner letzten Auswärtspartie der Oberliga-Saison 2018/19 an diesem Samstag (14 Uhr) steht für den FSV 08 Bissingen beim Tabellenvorletzten 1. FC Normannia Gmünd viel auf dem Spiel. Vor den beiden Heimauftritten gegen die Neckarsulmer Sport-Union am Bruchwald und die Stuttgarter Kickers zum Saisonausklang müssen die Nullachter dreifach punkten, wenn sie sich ihre kleine Chance auf Platz zwei oder gar Rang eins erhalten wollen. Sollten die schwächelnden Kickers daheim gegen den Absteiger SV Spielberg oder eine Woche später beim SSV Reutlingen nicht die volle Punkteausbeute holen, hätten die Bissinger im Optimalfall doch noch ein „Finale“ um Platz zwei und die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Regionalliga.

„Wir wollen die letzten Chancen wahren und in den nächsten beiden Spielen Siege holen. Dann hoffen wir, dass die Stuttgarter Kickers noch etwas liegen lassen und wir am letzten Spieltag doch noch ein ,Endspiel’ gegen die Kickers haben“, gibt 08-Trainer Alfonso Gracia die Marschroute auf der Zielgeraden der Saison aus, und betont vor dem Auftritt in Schwäbisch Gmünd: „Wir müssen dort einfach gewinnen, da führt kein Weg daran vorbei. Wir müssen alles raushauen, was noch drin ist. Wenn wir noch zwei gute Spiele daheim haben wollen, müssen wir drei Punkte holen.“

Personell bietet der Kader Trainer Garcia sowohl defensiv als auch offensiv wieder mehr Alternativen. Zwar fällt Emmanuel Apler nach zwei ansprechenden Auftritten in der Startformation verletzt aus, dafür gehört nach seiner verletzungsbedingten Pause Manuel Sanchez wieder zum Aufgebot, auch Anil Sarak ist wieder bereit für die Startformation. Für die Offensive bietet sich nach seiner Gelb-Rot-Sperre und dem Fehlen gegen den Bahlinger SC Riccardo Gorgoglione wieder an.

Gmünd droht der Abstieg

Für den Aufsteiger 1. FC Normannia Gmünd war die Oberliga unterm Strich wohl doch eine Nummer zu groß, trotz eines Leitwolfs wie Routinier Andreas „Bobo“ Mayer, eines überdurchschnittlichen Torhüters wie Yannick Ellermann und erfahrener Spieler wie Stephan Fichter, Marvin Gnaase, Daniel Stölzel oder Patrick Lämmle. Abgestiegen sind die auf dem vorletzten Platz geführten Gmünder allerdings noch nicht. Sie könnten noch den Drittletzten Germania Friedrichstal, der zwei Punkte mehr auf dem Konto aufweist, überholen und müssten dann darauf hoffen, dass nur zwei Mannschaften absteigen.

In den letzten drei Partien hat es der SGV Freiberg bei der Abschiedstour von Trainer Gehrmann mit Mannschaften zu tun, die sich mehr oder weniger im Abstiegskampf befinden: SV Linx, TSG Backnang und FC Germania Friedrichstal. Der SV Linx, bei dem am Samstag (15.30 Uhr) die Freiberger zu Gast sind,  hat sich mit dem 3:1-Sieg vor einer Woche bei der TSG Backnang der größten Sorgen um den Klassenerhalt entledigt. Eng wird es für den Aufsteiger von der französischen Grenze nur dann, wenn sich die Zahl der Absteiger auf vier oder gar sechs Mannschaften erhöht. „Die Linxer verteidigen gut, stehen sehr tief und gehen auf die zweiten Bälle. Sie haben am Samstag Backnang mit deren Waffen geschlagen“, verweist der Freiberger Trainer Ramon Gehrmann auf die eher defensive Ausrichtung der Südbadener.

Bitteres Aus im Aufstiegsrennen

„Bis Neckarsulm war die Welt noch in Ordnung“, sagt der zum Saisonende scheidende Trainer, dessen Nachfolge sein Assistent Mario Estasi antritt. Bis zum Auftritt im Unterland am Gründonnerstag lag der SGV aussichtsreich im Aufstiegsrennen. Dem 1:1 bei der Sport-Union folgte eine 0:1-Heimniederlage gegen die Stuttgarter Kickers, ein 2:2 beim 1. CfR Pforzheim und zuletzt das 1:2 daheim gegen den TSV Ilshofen. Das war’s dann mit den Aufstiegsambitionen.

Nach dem sehr wahrscheinlichen Aus im Kampf um die Plätze eins und zwei  erwartet Gehrmann von seiner Mannschaft, dass sie sich in den restlichen drei Saisonspielen reinhängt und die Leistung abruft, die sie  lange oben in der Tabelle gehalten hat. „Ich verlange von ihr, dass sie sich den Arsch aufreißt und wir nicht in den Verdacht kommen, etwas verschenkt zu haben. Das Spiel gegen Ilshofen hat gezeigt, dass man solche Spiele nicht mit 80 Prozent bestreiten kann. Ich bin zum Teil schon enttäuscht, dass nicht alle 100 Prozent gegeben haben“, sagt Gehrmann. Der SGV-Coach hätte auch „kein Problem mit fünf A-Junioren anzutreten“. Simon Klostermann darf sich nach seinem starken Debüt gegen Ilshofen und gleich seinem ersten Tor in der Oberliga auf alle Fälle Hoffnungen auf den nächsten  Startelfeinsatz machen. Neben den Langzeitverletzten Niklas Pollex und Hakan Kutlu fallen auch Spetim Muzliukaj, Thomas Gentner und neuerdings auch Sven Schimmel aus. Möglich, dass Mert Öztürk und Marco Pischorn, die beide krank waren, in den Kader zurückkehren.

Auf- und Abstieg in der Oberliga

Drei Spieltage sind in der Oberliga noch zu absolvieren. Endgültige Entscheidungen sind bislang weder über den Aufstieg noch den Abstieg gefallen.

Aufstieg Der Meister steigt direkt in die Regionalliga auf, der Tabellenzweite spielt eine Aufstiegsrunde mit den Vizemeistern der Oberligen Hessen und Rheinland-Pfalz/Saar. Für die Plätze eins und zwei kommen noch der Bahlinger SC (62 Punkte), der SV Stuttgarter Kickers (61), der FSV 08 Bissingen und theoretisch der SGV Freiberg, der 1. Göppinger SV (hat keine Lizenz beantragt) und der FC Nöttingen (alle 53) infrage.

Abstieg Die Zahl der Absteiger, die zwischen mindestens  zwei und maximal sechs variieren kann,  hängt auch von Entscheidungen in höheren Spielklassen ab. Durch den feststehenden Abstieg des VfR Aalen aus der Dritten Liga steigen aus der Regionalliga mindestens vier Mannschaften ab. Es könnten fünf werden, wenn auch die SG Sonnenhof Großaspach absteigt. Darunter könnte nach aktuellem Tabellenbild der VfB Stuttgart II sein, der einzige mögliche Absteiger in die Oberliga Baden-Württemberg. Steigt der VfB II nicht ab und der Vizemeister auf, müssen nur zwei Vereine die Oberliga verlassen. Tritt ein Fall nicht ein, sind es drei Absteiger, die mit Friedrichstal, Schwäbisch Gmünd und Spielberg feststehen würden. Im Falle eines Stuttgarter Abstiegs und eines Scheiterns des Zweiten sind es vier. cp