Bönnigheim / Andreas Eberle  Uhr

Beim FV Kirchheim herrschen Frust, Groll und Katzenjammer: Weil die Partie gegen die SGM Sachsenheim II am vorletzten Spieltag der Fußball-Kreisliga B 9 beim Stand von 5:0 zur Pause abgebrochen wurde, fühlt sich der Tabellendritte um seine Aufstiegschance gebracht. Denn mit dem zweitplatzierten SV Kaman 91 Bönnigheim liefert sich der FVK derzeit noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Relegationsrang. Am Ende wird bei Punktgleichheit wohl das Torverhältnis den Ausschlag geben – und da haben die Bönnigheimer vor dem letzten Spieltag am kommenden Sonntag klar die Nase vorne.

Am vergangenen Wochenende sah es so aus, als ob die Kirchheimer in puncto Tordifferenz gegenüber dem SV Kaman Boden gutmachen würden. Mit 5:0 lag die Mannschaft der beiden Trainer Volker Wiehl und Bernd Frey gegen Sachsenheim II vorne und hatte nach einem Platzverweis aus der 39. Minute einen Akteur mehr auf dem Feld. Doch genau jener Platzverweis wegen wiederholten Foulspiels zog letztlich den Abbruch nach sich. Denn der Gelb-Rot-Sünder rempelte nach Aussagen mehrerer Zeugen Schiedsrichter Serkan Kocak mit der Brust an. Dieser zog die erste Hälfte noch durch und brach dann die Begegnung zur Pause ab. „Er ist einfach nicht mehr erschienen. Die Leute auf dem Sportplatz sind dagestanden wie Deppen“, sagt FVK-Coach Wiehl und beteuert: „Das war das harmloseste Spiel in der ganzen Saison. Schließlich kennen sich viele Spieler untereinander.“

Der 63-Jährige ist sich sicher, dass seine Elf im zweiten Durchgang noch viele weitere Treffer erzielt hätte und mit „13, 14 oder 15 Toren“ gewonnen hätte. „Für uns ist das natürlich eine unschöne Geschichte. Wir wurden ohne eigenes Verschulden einer großen Chance beraubt. So wird eine ganze Saison kaputt gemacht“, klagt Wiehl.

Arnold stützt den Schiedsrichter

Jetzt liegt der Ball aber erst mal bei den Sportrichtern. „Das Sportgericht hat die Stellungnahmen angefordert und wird noch diese Woche entscheiden“, sagt der Bezirksvorsitzende Hansjörg Arnold, weist allerdings auch auf die Möglichkeit einer Berufung hin. Dass der Unparteiische die Partie vorzeitig beendet hat, kann der Funktionär nachvollziehen: „Wenn er angerempelt worden ist, ist der Abbruch in Ordnung. Da will ich dem Schiedsrichter keinen Vorwurf machen.“

Arnold zeigt Mitgefühl für den FVK („für Kirchheim tut es mir leid“), rechnet aber nicht mit einem Wiederholungsspiel. Wahrscheinlich ist, dass das Duell nun mit 5:0, dem Spielstand zum Zeitpunkt des Abbruchs, gewertet wird – und nicht mit 3:0, wie es bei Abbrüchen sonst oft der Fall ist. Denn laut Statuten darf einer Mannschaft kein Nachtteil entstehen, wenn sie das Vergehen nicht zu verantworten hat. Für die Kirchheimer ist dies in besagtem Fall nur ein schwacher Trost. „Egal, wie das Spiel gewertet ist – uns wird es nichts mehr bringen“, sagt Wiehl mit Blick auf die gegenüber Kaman dann noch immer um acht Treffer schlechtere Tordifferenz und die jetzt nur noch geringe Aufstiegschance. Der Übungsleiter hat für solche Zweifelsfälle auch eine Wunschlösung parat, die in der Spielordnung freilich nicht (mehr) vorgesehen ist. Wiehl: „Meiner Meinung nach müsste es nach Urteilen am grünen Tisch ein Entscheidungsspiel geben, wenn zwei Teams punktgleich sind – also zwischen uns und Kaman. So bleibt ein fader Beigeschmack.“

Die Lage in der B 9 vor dem letzten Spieltag

Mit zuletzt sechs Siegen in Serie hat der FV Kirchheim im Saisonendspurt der Kreisliga B 9 die Chance auf Rang zwei und die Relegation gewahrt. Die Meisterschaft und den direkten Wiederaufstieg hatte sich bereits am vergangenen Sonntag der TSV Bönnigheim gesichert (die BZ berichtete). Der SV Kaman 91 Bönnigheim liegt mit 60 Punkten auf dem Relegationsrang, Kirchheim folgt mit 57 Zählern auf Platz drei. Auch wenn der FVK die drei Punkte aus dem abgebrochenen Sachsenheim-Spiel am grünen Tisch zugesprochen bekommt, hat Kaman wegen des besseren Torverhältnisses die besseren Karten. Am letzten Spieltag treten die Bönnigheimer am Samstag (13 Uhr) beim Vorletzten SGM Sachsenheim II an, die Kirchheimer gastieren zur gleichen Zeit bei der siebtplatzierten SGM Riexingen III.  ae