Mit dem 0:0 am Freitagabend bei der Neckarsulmer Sport-Union beendete der SGV Freiberg seine Negativserie mit zuletzt vier Niederlagen und 21 Gegentoren. Es war zudem der erste Punktgewinn für den neuen SGV-Trainer Milorad Pilipovic im zweiten Spiel. Der 61-Jährige war angetan von seinem Team. Er meinte nach Spielende: „So spielt man Fußball. Mit so einer Leistung gehört man in die Spitzengruppe. Die Mannschaft hat eine ganz andere Mentalität gezeigt.“ Fußballerisch waren die Gäste schon in der ersten Halbzeit besser, in der zweiten Hälfte kamen auch einige Torchancen hinzu.

Zweimal musste der Torpfosten für die Neckarsulmer retten. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Sport-Union mit ihrem Umschaltspiel einige richtig gute Möglichkeiten hatte. In der 62. Minute war das Glück gleich dreifach auf Seiten der Freiberger. Zuerst blockte Savino Marotta eine Flanke von Maximilain Gebert im Strafraum mit dem Arm, dann rettete SGV-Schlussmann Alexander Michalik bravourös gegen Shpetim Islamaj, und der Nachschuss von Mert Öztürk aus 15 Metern landete an der Latte des Freiberger Tors. „Wir hätten führen müssen, hatten bei dem Lattenschuss aber auch Glück. Wir sind sehr zufrieden und auf dem richtigen Weg“, meinte Coach Pilipovic.

Geärgert hatte er sich über die Leistung von Schiedsrichter Marc List. „Die machen was sie wollen. Er hat mit zweierlei Maß gemessen.“ Besonders erzürnt waren die Freiberger über die Gelb-Rote Karte für Denis Zagaria, der schon nach 15 Minuten Gelb gesehen hatte. Denn das Foul, das der Referee ahndete, hatte Kreshink Lushtaku begangen, der das hinterer auch freimütig einräumte. Jetzt fehlt mit Zagaria schon wieder ein Spieler wegen einer Sperre.

Pilipovic hatte gegenüber der Startformation aus dem Spiel gegen den VfB Stuttgart II (2:6) vier Änderungen vorgenommen. Im Tor erhielt der junge Michalik eine Chance, die er mit einer ausgezeichneten Leistung auch genutzt hat. Neben der Parade gegen Ismalajs Schuss glänzte Michaelik auch bei einem tückischen 16-Meter-Flachschuss von Öztürk, als er den Ball um den Pfosten lenkte. Für den gesperrten Volkan Celiktas begann Marotta hinten rechts in der Viererkette, für Simon Klostermann übernahm der Ex-Neckarsulmer Ouadie Barini dessen Job in der Sturmmitte, und links hinten erhielt Matthias Stüber den Vorzug vor Mario Andric.

Nach forschem Beginn  ließen die Freiberger etwas nach in ihren offensiven Bemühungen, achteten aber nach der Torflut in den letzten Wochen darauf, dass sie defensiv stabil standen. Dennoch kam die Sport-Union, die nun auch im siebten Spiel in Folge sieglos blieb und nur zwei Punkte in dieser Phase geholt hat, zur besten Chance der ersten Halbzeit. In der 33. Minute verfehlte Gebert mit einem Drehschuss nur haarscharf das SGV-Tor.

In der zweiten Halbzeit nahm die Partie enorm an Fahrt auf, vor allem die Gäste drückten aufs Tempo. Neckarsulm hielt dagegen, allen voran der Ex-Freiberger Tobias Fausel, der eine überragende Partie ablieferte. Fausel gewann nahezu jeden Zweikampf, glänzte durch sein Stellungsspiel und schaltete sich auch nach vorne mit ein. Nun entwickelte aber auch der SGV mehr Zug zum gegnerischen Gehäuse, den er vorher hatten vermissen lassen. Nach einer Flanke von Lushtaku missriet Barini ein Kopfball frei vor dem Tor (57.)  In der 58. Minute lenkte Kutlu den Ball an den Pfosten, David Gotovac klärte die brenzlige Situation auf der Linie. An den Pfosten lenkte NSU-Torsteher Luca Böhringer zudem einen Schuss von Klostermann (87.).  Die kampfstarken Neckarsulmer kamen durch schnelles Umschalten auch zu gefährlichen Situationen.

Die dritte Chance, den ersten Sieg unter Coach Pilipovic zu holen, bietet sich dem SGV Freiberg in einer Woche im Heimspiel gehen den SV Linx.