Die beiden Kais im Team haben der SG Sonnenhof Großaspach am zehnten Drittliga-Spieltag den langersehnten ersten Heimsieg in dieser Saison beschert: Stürmer Kai Brünker schoss den Dorfklub im Kellerduell gegen den Chemnitzer FC früh in Front. Innenverteidiger Kai Gehring köpfte nach der Pause eine Ecke zum 2:0-Endstand ein. „Das war nicht abgesprochen, aber es hat mich gefreut, dass mein Name heute zweimal im Stadion bejubelt wurde“, kommentierte Gehring das Kai-Doppel.

Mit seinen Umstellungen hatte Oliver Zapel ein glückliches Händchen bewiesen. Gegenüber dem 0:2 in Unterhaching nahm der SG-Coach gleich vier Veränderungen vor. Neben den beiden Torschützen kehrten auch Timo Röttger, Vorlagengeber zum 1:0, sowie Torhüter Maximilian Reule am Samstag in die Startelf zurück. Alle vier Spieler nutzten ihren Einsatz zur Werbung in eigener Sache, allen voran Reule. „Der Torwart-Wechsel beim Gegner war wie ein Sechser im Lotto für die SG“, meinte der neue CFC-Trainer Patrick Glöckner mit Blick auf die herausragende Leistung des Aspacher Schlussmanns. „Ich bin dafür da, die Bälle zu halten, und das ist mir heute gut gelungen. Es hat Spaß gemacht“, sagte der viel gelobte Reule selbst über seine Galavorstellung und sprach nach dem ersten SG-Dreier zu Hause von einer „riesigen Erleichterung“. Reule: „Beim ersten Heimsieg gegen einen Abstiegskonkurrenten und meinen alten Klub zu null zu spielen, freut mich umso mehr.“

Vielleicht wäre die Partie anders gelaufen, wenn der Chemnitzer Stürmer Philipp Hosiner nach 33 Sekunden den Ball ins Netz und nicht an den Pfosten getreten hätte. Mit der ersten (Konter-) Chance erzielte dafür die SG Sonnenhof in der zehnten Minute das 1:0: Nach einem Steilpass von Sebastian Bösel legte Röttger den Ball in die Mitte, dort klärte CFC-Kapitän Niklas Hoheneder nicht richtig – und Brünker setzte den Ball ins lange Eck. Es war eine glückliche Führung der Zapel-Schützlinge. Denn die Himmelblauen aus Sachsen gaben vor den 1514 Zuschauern, darunter Schlagerkönigin Andrea Berg, in der Mechatronik-Arena den Ton an. Doch an Reule war kein Vorbeikommen.

Die Aspacher Dorfkicker erwiesen sich zudem als extrem zweikampfstark und in der Defensive gut organisiert. In der 24. Minute hätte es sogar 2:0 stehen können: Gästekeeper Jakub Jakubov lenkte einen Brünker-Schuss mit den Fingerspitzen noch an den Pfosten, und bei Röttgers Nachschuss, der den Weg in den Kasten fand, stand der Schütze im Abseits. Der Treffer zählte nicht.

Chemnitz hat viel Schusspech

Auch nach der Pause waren die Sachsen fast ständig am Drücker. Pech hatte der Neuseeländer Thomas Doyle, der nach einer abgewehrten Ecke aus dem Hinterhalt abzog: Von der Unterkante der Latte sprang die Kugel zurück ins Feld (63.). Obwohl der Tabellenvorletzte am Ende einen Eckenvorteil von 14:4 vorweisen konnte, schaffte nur die Heimelf einen Treffer nach so einem Standard: Gehring setzte sich nach einem Eckstoß von Panagiotis Vlachodimos energisch im Strafraum durch und köpfte die Kugel zum 2:0 ein (69.).

Selbst nach einer Rote Karte für Tobias Müller – der Chemnitzer hatte Eric Hottmann wüst von hinten umgetreten (89.) – hatten die Gäste noch drei weitere Großchancen, aber Reule hielt sein Gehäuse auch in der Nachspielzeit sauber und teilte sich so mit den beiden Kais die Heldenrolle beim ersten Heimsieg.

„Das Gerede vom Heimfluch macht in der Kabine zwar nicht die Runde, aber irgendwie denkt man vielleicht doch unbewusst daran“, sagt Gehring – und freute sich nach diesem Aha-Erlebnis bereits auf das nächste Heimduell am Samstag (14 Uhr) gegen den FC Ingolstadt: „So kann es weitergehen.“