Fünf Spiele hatte Eintracht Braunschweig vor dem Auftritt in der Aspacher Mechatronik-Arena in der Dritten Liga nicht mehr gewonnen und dabei zuletzt zweimal keinen Treffer erzielt. Bei der SG Sonnenhof Großaspach änderten die Niedersachsen die Bilanzen und gewannen mit 3:1. Dadurch rückte die Eintracht auf Tabellenplatz drei vor, während sich die Gastgeber vom Chemnitzer FC überholen lassen mussten und nun auf Rang 18 stehen.

„Die Effektivität kam wieder, so viele Chancen hatten wir nicht. Es war ein Arbeitssieg“, freute sich Eintracht-Coach Christian Flüthmann über die drei Punkte und die drei Treffer. Bei allen Toren zeigten die Braunschweiger ihre spielerische Klasse und ihre Qualitäten im Abschluss. Die vermisste Großaspachs Trainer Oliver Zapel, bei allem Willen und Einsatz: „Meine Mannschaft hat heute kämpferisch und spielerisch  überzeugt. Wir hatten alle Werte auf unserer Seite, bis auf das Ergebnis. Bei uns wird vorne viel gearbeitet, aber wir machen die Tore nicht. Uns fehlt da die Qualität.“ Gar nicht zufrieden war Zapel mit der Entscheidung von Bundesliga-Schiedsrichter Robert Hartmann, ein Handspiel von Robin Becker im Braunschweiger Strafraum nicht mit Strafstoß zu ahnden. „Wir sind der Dorfklub, wir sind klein. Da ist es kein Problem, wenn man für uns keinen Elfmeter pfeift“, meinte er sarkastisch.

Die Eintracht hatte in der ersten Halbzeit zwei Chancen, und beide führten zu Toren. Eingeleitet hatte sie auch noch Großaspachs Panagiotis Vlachodimos, der Fixpunkt in der Offensive der SG Sonnenhof.

Gäste schalten schnell um

Der 28-Jährige Grieche verlor den Ball in der Vorwärtsbewegung zweimal auf der linken Seite. Braunschweig schaltete zweimal schnell um. Vor dem 0:1 segelte eine Flanke von Benjamin Kessel durch den Großaspacher Strafraum bis zu Martin Kobylanski, der am langen Pfosten seine Arbeit erledigte und mühelos ins Netz traf (26.). Nach dem zweiten Ballverlust von Vlachodios setzte Marc Pfitzner den durchgestarteten Nick Proschwitz mit einem genialen Pass in Szene. Der Torjäger  schloss eiskalt zum 0:2 ab (32.). „Wir hatten noch mehrfach die Möglichkeit, das Böse abzuwenden“, meinte SG-Coach Zapel und verwies auf seine Defensive, die sich zweimal ausmanövrieren ließ. Drei Minuten nach dem 0:2 waren die Gastgeber wieder dran. Kai Brünker war nach einem Pass von Jonas Behounek am glänzend reagierenden Eintracht-Torwart Jasmin Fejzic gescheitert, den Abpraller hatte Vlachodimos zum 1:2 verwertet. Bis dahin hatten die Großaspacher einige gute Gelegenheiten zu einem Treffer, waren vor allem bei Standards und zwei Flanken von Vlachodimos und Kai Gehring gefährlich, kamen aber nicht zum finalen Abschluss. „Wir sind nicht kollabiert nach dem Rückstand und waren nach dem 1:2 wieder voll drin“, lobte Trainer Zapel seine durch das Fehlen mehrerer potenzieller Stammkräfte geschwächte Mannschaft. Die Ausfälle betrafen vor allem Positionen im Mittelfeld und in der Abwehr. Das machte sich im Spielaufbau bemerkbar, denn es gab deutlich zu viele Fehlpässe und ungenaue Zuspiele in die Spitze. Die Bemühungen und der Wille, die Partie zu drehen, waren über 90 Minuten vorhanden. Nur reichte es eben nicht gegen eine erfahrene und in der Defensive gut stehende Gästemannschaft. Deren Offensivqualitäten demonstrierte vier Minuten nach seiner Einwechslung Mike Feigenspan. Der ehemalige Mönchengladbacher versetzte an der linken Strafraumlinie Großaspachs Marco Hingerl und zog aus spitzem Winkel knallhart ab. Der Ball prallte vom Innenpfosten zum 1:3 ins Tor der SG Sonnenhof. Wieder hatten die Gäste ihre erste Tormöglichkeit in der zweiten Halbzeit genutzt. Der SG fehlten die spielerischen Mittel, um erneut zu verkürzen. Nur Vlachodimos kam nochmal zum Abschluss, scheiterte aber an Fejzic.

So spielten sie


Großaspach – Braunschweig 1:3
SG Sonnenhof Großaspach:
Reule – Gehring, Slamar, Leist, Behounek – Sommer (74. Martinovic), Hingerl, Unlücifci, Vlachodimos – Röttger (59. Imbongo Boele), Brünker (69. Hottmann).
Eintracht Braunschweig: Fejzic – Kessel, Becker, Ziegele, Kijewski – Wiebe, Pfitzner (79. Nkansah) – Amade (54. Feigenspan), Kobylanski (69. Otto), Bär – Proschwitz.
Halbzeit: 1:2; Tore: 0:1 Kobylanski (26.), 0:2 Proschwitz (32.), 1:2 Vlachodimos (35.), 1:3 Feigenspan (58.); Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen/Allgäu); Zuschauer: 3056.