Vor dem Heimspiel gegen den Tabellenvierten Eintracht Braunschweig am Sonntag (14 Uhr) pfeift die SG Sonnenhof Großaspach personell fast aus dem letzten Loch. Neun der 24 Feldspieler des Fußball-Drittligisten fehlen verletzt oder gesperrt – hauptsächlich Akteure, die zuletzt zur erweiterten Stammformation gehörten und vor allem auffällig viele Defensivspieler. Doch Trainer Oliver Zapel will aus der Not eine Tugend machen. Dabei erinnert er sich gerne an eine ähnliche Situation vor drei Jahren, als er die Mannschaft in Halle zu einem 1:0-Sieg führte.

„Ich will gar nicht so sehr an Telefonnummern festhalten“, sagt der SG-Trainer, als er darauf angesprochen wird, ob denn angesichts des Übergewichts an Offensivspielern eventuell eine Umstellung auf 4-1-4-1 oder gar 3-5-2 vorstellbar wären. „Ich habe ja zum Glück noch ein paar Tage Training, um herauszufinden, welcher Spieler eventuell nur für eine Partie welche für ihn ungewohnte Position einnehmen kann“, so Zapel weiter. Um doch wieder in „Telefonnummern“ zu sprechen, verrät er, dass er einst in Halle „mit einem asynchronen 3-6-1“ Erfolg hatte.

Wie genau das aussehen könnte, da will er sich nicht in die Karten schauen lassen. Aber zuletzt hatte er beispielsweise Innenverteidiger Kai Gehring auf die rechte Außenposition verschoben und damit Platz in der Zentrale für Dennis Slamar geschaffen. Das hatte recht gut funktioniert und immerhin einen Punkt bei Preußen Münster eingebracht.

Die Offensive bereitet Zapel deutlich weniger Sorgen. Von den Ausfällen Nicolas Jüllich, Charmaine Häusl, Dan-Patrick Poggenberg, Jamil Dem (alle Oberschenkel), Korbinian Burger (Schambeinentzündung), Michael Vitzthum (Hüfte), Jonas Meiser (Knie), Joel Gerezgiher (Aufbautraining) und Sebastian Bösel (Gelb-Rot-Sperre) haben lediglich Gerezgiher und Meiser verstärkten Offensivdrang. Gerade deshalb könnte Zapel auch auf eine offensivere Grundordnung setzen. „Wir haben sehr viele Offensivspieler, die gesund sind und laufen können. Das ist schon einmal etwas, was sie dafür qualifiziert, auf den Platz zu kommen“, so der SG-Coach.

Vor dem großen Namen Eintracht Braunschweig hat man beim Dorfklub aber durchaus etwas mehr Respekt als vor einem x-beliebigen Gegner. „Das ist sicherlich ein Name, der auch neutrale Zuschauer anlockt. Braunschweig ist immer noch eine große Nummer im deutschen Fußball, mit vielen Fans, die auch entsprechend für Stimmung sorgen“, sagt Zapel und fügt an: „Wie ich meine Spieler kenne, können sie aus dieser Atmosphäre aber auch zusätzliche Motivation ziehen. Die Braunschweiger wissen sicher, wie sie uns wehtun können, aber wir wissen auch, wie wir ihnen wehtun können.“