Auf der neuen Anzeigetafel im kleinen Dorfmerkinger Stadion, die am Samstag eingeweiht wurde, leuchtete schon nach 100 Sekunden ein 0:2. Mit zwei Blitztoren legte der SGV Freiberg beim Oberliga-Aufsteiger einen formidablen Start hin. Nach 19 Minuten führten die Gäste gar mit 3:0. Die Sportfreunde erholten sich allerdings von der katastrophalen Startphase und machten mächtig Druck. Kurz vor der Pause schafften sie den Anschlusstreffer. Weil der SGV die Konter nicht entschlossen und zielstrebig genug zu Ende brachte und zudem einen Elfmeter verballerte, blieb es trotz der Freiberger Zwei-Tore-Führung in einer emotional geführten, hektischen Partie, in der der gute Schiedsrichter Felix Ehing seine großzügige Linie beibehielt, spannend. Der zweite Treffer der Gastgeber fiel auch, aber erst mit der letzten Aktion des Spiels. „Wir mussten froh sein, dass Dorfmerkingen erst in der 94. Minute getroffen hat. Wäre das Spiel fünf Minuten länger gegangen, wäre es noch eng geworden“, meinte Freibergs Trainer Mario Estasi.

Nach zwei Niederlagen schafften die Freiberger die Wende und können den Blick wieder in Richtung Spitzengruppe richten. Erst recht, wenn sie am Sonntag (14 Uhr) im Heimspiel gegen den Tabellenführer 1. Göppinger SV einen Dreier nachlegen. Für Dorfmerkingen war es die dritte Niederlage in Folge bei zusammen 4:11 Toren. Beim SGV musste Estasi den angeschlagenen Niklas Pollex ersetzen, dessen Platz Simon Klostermann einnahm, für Denis Latifovic begann Ouadie Barini. Denis Zagaria dagegen saß nach abgelaufener Gelb-Rot-Sperre zunächst auf der Bank und musste nach 21 Minuten den von Magenkrämpfen geplagten Nico Seegert ablösen.

Die Freiberger hätten schon nach 20 Sekunden in Rückstand liegen können. „Da müssen wir in Führung gehen“, monierte Trainer Helmut Dietterle. Vom Anspiel weg hatte sich der Aufsteiger gegen eine noch unaufmerksame Freiberger  Abwehr durchkombiniert und Daniel Nietzer in eine Abschlussposition gebracht, aber Schiedsrichter-Assistent Stefan Ebe hatte richtigerweise eine Abseitsstellung erkannt.

Klostermann setzt nach

Statt 1:0 stand es Sekunden später 0:1. Dorfmerkingens Schlussmann Christian Zech wollte den bei ihm gelandeten Ball mit dem Fuß wieder nach vorne befördern, schoss den anlaufenden und von einem Gegenspieler bedrängten Mert Tasdelen an, von dem der Ball in Richtung Tor hoppelte. Klostermann hatte nachgesetzt und spitzelte die Kugel aus wenigen Zentimetern Entfernung vor dem grätschenden Yannik Schmidt vollends über die Linie. Kaum hatte Referee Ehing angepfiffen, lag der Ball schon wieder im Tor der Gastgeber. Barini schloss einen Alleingang  mit dem 0:2 ab (2.). Dass er auch mit dem Kopf Tore erzielen kann, wies Barini in der 19. Minute nach, als er einen von Spetim Muzliukaj perfekt servierten Freistoß zum 0:3 verwertete. Dorfmerkingen gab nicht klein bei und scheiterte zweimal am Freiberger Keeper Alexander Michalik. In der 26. Minute lenkte der Youngster den Ball nach einem Freistoß von Spezialist Mayer bravourös um den Pfosten (26.). Mit einer Wahnsinnstat  wehrte er einen Kopfball von Nietzer aus fünf Metern Entfernung ab (40.). Nichts zu halten gab es für Michalik eine Minute später bei einem Schlenzer von Nietzer ins lange Toreck (41.).

Kampf und Einsatz prägten die zweite Halbzeit, in der es rauf und runter ging. Trotz aller Bemühungen kamen die Sportfreunde gegen die gut verteidigenden Freiberger um die beinharten Zweikämpfer und Kopfballspezialisten Steven Kröner und Filip Milisic zu keinen klaren Torchancen.

Eine  Möglichkeit, die Partie zu entscheiden, bot sich den Gästen nach einem Foul von Mayer an Kröner im Dorfmerkinger Strafraum. Aber Tasdelen scheiterte per Elfmeter an Schlussmann Zech (79.). Mit der letzten Aktion schafften die Sportfreunde doch noch das 2:3. Gallego rauschte heran und jagte den Ball nach einer Flanke von Nietzer ins Freiberger Netz (90.+3).

Favoriten stolpern – Ein Trainer hört auf


Der neunte Spieltag der Oberliga hatte es in sich. Schon die Ouvertüre am Freitag mit dem Spiel des FSV 08 Bissingen gegen den FC 08 Villingen war eine in der zweiten Halbzeit packende Angelegenheit. Bissingen führte 2:0 und 3:2, Villingen glich zum 2:2 und in der Nachspielzeit mit der praktisch letzten Aktion auch noch zum 3:3 aus. Am Samstag erwischte es die zuletzt sieggewohnten Stuttgarter Kickers mit einer 1:3-Heimniederlage gegen den FC Nöttingen. Die Kickers hätten aber gewarnt sein müssen, denn die Nöttinger hatten schon am ersten Spieltag mit dem verdienten 1:0-Sieg beim VfB Stuttgart II für eine Überraschung gesorgt. Die gelang diesmal der Neckarsulmer Sport-Union mit dem 2:1-Heimerfolg über den VfB II. Ein Paukenschlag gelang dem SV Linx mit dem 3:1-Sieg beim 1. Göppinger SV. Die Südbadener konterten den Tabellenführer eiskalt aus. Im Anschluss an das mit 2:4 verlorene südbadische Duell gegen den Mitaufsteiger 1. FC Rielasingen-Arlen gab Trainer Ralf Eckert, seit der Saison 2009/10 im Amt,  vom Freiburger FC auf der Pressekonferenz seinen Rücktritt bekannt. Den ersten Trainerwechsel der Saison hatte der 1. CfR Pforzheim schon nach dem ersten Spieltag vollzogen. Am Sonntag verpassten die Pforzheimer den Sprung auf Tabellenplatz zwei. Dazu war das Heim-1:1 gegen den SV Oberachern zu wenig. cp