Bietigheim-Bissingen / Jan Simecek  Uhr

Nichts ist es mit dem erhofften Pokal-Derby für den NK Croatia Bietigheim gegen den FSV 08 Bissingen. In der ersten Runde des WFV-Pokals unterlag eine kroatische Rumpftruppe der SG Sindringen/Ernsbach, Aufsteiger in die Landesliga Staffel 1, mit 4:6. Eine Runde weiter ist dagegen der SV Germania Bietigheim – wenn auch sehr knapp. Die Elf von Trainer Matthias Schmid setzte sich beim Bezirksligisten SG Stetten-Kleingartach erst nach Verlängerung mit 4:3 durch. Auch der FV Löchgau musste nachsitzen, gewann nach 3:0-Führung mit 10:9 nach Elfmeterschießen beim TSV Schwaikheim.

Am Ende regten sich Fans und Verantwortliche von NK Croatia Bietigheim vor allem über den Unparteiischen Manuel Schmauß (Westheim) und dessen Assistenten Cihan Aksoy und Kathrin Schmauß auf. Einerseits wegen Szenen rund um das 1:2 in der 23. Minute. Kurz zuvor war ein Tor der Gastgeber wegen Abseitsstellung nicht anerkannt worden. Dann kam ein langer Ball in die Spitze und Torschütze Robin Winkler stand von so ziemlich jeder Position rund um den Platz aus gesehen zwei, drei Meter im Abseits, nur Aksoy sah das nicht so. Verteidiger Dominik Genc regte sich darüber so auf, dass er noch von Glück sagen konnte, dass er nur Gelb sah.

Die zweite Szene spielte sich in der 72. Minute ab, als Daniel Divkovic nach einem langen Pass in die Spitze den Ball per Grätsche zur Seite klärte. Manuel Schmauß, weit von Geschehen entfernt, hatte jedoch ein Foul gesehen und entschied auf Strafstoß. Thilo Baier sorgte vom Punkt für das 3:5. Damit hatten die Gäste aus Hohenlohe den Bietigheimern bereits zum dritten Mal einen herben Nackenschlag verpasst. Nach dem 1:2 nur vier Minuten nach dem Ausgleich und kurz nach der nicht gegebenen vermeintlichen Führung gelang auch nur zwei Minuten nach dem 2:3 durch Gino Russo (55.) das 2:4 durch Yannick Lotfi. Gelaufen war die Partie, als Julian Winkler in der 83. Minute Schlussmann Niklas Laufenberg von halbrechts ganz alt aussehen ließ und zum 3:6 traf. Aber auch da gaben die Gastgeber nicht auf, kamen durch Mario Teutsch noch zum 4:6 (86.).

Insgesamt war NK Croatia aber selbst schuld am Ausscheiden. Mit einer Chancenauswertung nur annähernd so effektiv wie die der Sindringer, hätten die Bietigheimer die Partie trotz der unglück­lichen Schiedsrichterentscheidungen gewinnen können. Dazu kam eine – vorsichtig ausgedrückt – unglückliche Abwehrleistung. „Urlaubsbedingt hat uns quasi die komplette Defensive gefehlt. Wir haben oft, wie beim 0:1 in der ersten Minute, viel zu naiv agiert“, analysierte der neue Croatia-Trainer Mihael Zorko. Die Offensive lief dagegen flüssig. Neben den Treffern von Russo, Teutsch und zweimal Trepsic hatten die Gastgeber noch gut ein halbes Dutzend bester Chancen. Und Zorko war auch mit der Einstellung zufrieden: „Wir haben nie aufgegeben, sind immer wieder zurückgekommen.“

Erst in der Verlängerung hat sich der SV Germania Bietigheim beim Bezirksligisten SG Stetten-Kleingartach durchgesetzt. Neuzugang Edison Quenaj sorgte in der 59. Minuten für das 1:1, nachdem die Gastgeber sechs Minuten zuvor in Führung gegangen waren. Bashkim Susuri schoss die Germanen zehn Minuten später in Führung. Doch in der dritten Minute der Nachspielzeit fiel noch der 2:2-Ausgleich. In der 92. und 94. Minute legte dann erneut Susuri den Grundstein für den Sieg. Den Gastgebern gelang in der 109. Minute nur noch das 3:4.

Spannender als unbedingt nötig machte es Verbandsliga-Absteiger FV Löchgau beim neuen Ligakonkurrenten TSV Schwaikheim. Denn nach 72 Minuten führte die Elf von Trainer Thomas Herbst nach Treffern von Kubilay Baki (4.), Terry Asare (52.) und Gianluca Annunziata mit 3:0. Nach den Anschlusstreffern in der 77. und 79. Minute sahen die Löchgauer dennoch wie der sichere Sieger aus, denn Cihat Aytac stellte in der 88. Minute auf 4:2. Durch zwei Treffer in der Nachspielzeit retteten sich die Gastgeber aber in die Verlängerung. Dort sorgte Tim Schwara für die erneute FVL-Führung (108.). Erneut in der Nachspielzeit glich der TSV jedoch aus. Ein Schwaikheimer Fehlversuch reichte dem FVL im Elfmeterschießen schließlich für den Sieg.