Am Samstag treffen am siebten Spieltag in der Oberliga Baden-Württemberg zwei Extreme aufeinander, wenn die Stuttgarter Kickers die Sportfreunde Dorfmerkingen empfangen. Das zeigt die Vielfalt und Attraktivität der Liga. Tabellarisch ist es ein Verfolgerduell, aber rein von der Infrastruktur, den wirtschaftlichen Voraussetzungen, dem Zuschaueraufkommen, der sportlichen Vergangenheit und den Ansprüchen treffen Welten aufeinander. Hier die traditionsreichen Kickers als Nummer zwei im Fußball in der Landeshauptstadt, dort der kleine Dorfverein von der Ostalb aus dem rund 1050 Einwohner zählenden Flecken, der zu Neresheim gehört. Im Gazi-Stadion auf der Waldau feierten die Sportfreunde im Mai 2017 ihren bislang größten Triumph, als sie im württembergischen Pokalendspiel die Kickers in deren „Wohnzimmer“ besiegten.

Um ein Haar wären die Dorfmerkinger als Tabellenzweiter auf der Waldau angetreten. Wie schon im Heimspiel gegen den FSV 08 Bissingen zwei Wochen zuvor führten sie auch gegen den 1. CfR Pforzheim mit 1:0 und kassierten erneut den 1:1-Ausgleich. Diesmal in zweifacher Überzahl.

Die Sportfreunde sind mit neun Punkten der beste der vier Aufsteiger. Der Freiburger FC (6 Punkte) brachte seine offensive und attraktive Spielweise bislang nur immer phasenweise aufs Feld, der 1. FC Rielasingen-Arlen (7) hat getragen von der Euphorie und nach gutem Start zuletzt zweimal verloren. Als einziger Neuling noch ohne Sieg ist der SV Sandhausen II.

Der Tabellenführer 1. Göppinger SV kassierte am sechsten Spieltag mit dem 0:2 bei den Stuttgarter Kickers die erste Niederlage. Am Samstag steigt für das Team von Trainer Gianni Coveli das nächste Spitzenspiel gegen eine Mannschaft aus Stuttgart, diesmal gegen den VfB II. Coveli haderte nach der Niederlage in Degerloch mit Schiedsrichter Jonas Brombacher der den lange sehr defensiv agierenden Göppingern beim Stand von 0:1 einen Elfmeter verweigerte. „Da hat dem Schiedsrichter der Mut gefehlt“, war sich Coveli sicher. VfB-II-Trainer Paco Vaz beobachtete in Degerloch den kommenden Gegner. Wenn die aus einer Mischung mit wenigen erfahrenen Kräften und vielen jungen, technisch perfekten und schnellen Spielern besetzte  Mannschaft ihre Qualitäten umsetzen kann, ist sie klarer Favorit auf die Meisterschaft. Zumal jetzt auch noch der zu Saisonbeginn verletzt ausgefallene Torjäger Marcel Sökler dabei sein wird.

„Gurkentor“ löst Knoten

„Wir haben mal so ein Gurkentor gebraucht“, freute sich Kickers-Trainer Ramon Gehrmann nach dem 2:0-Heimerfolg. Beim harmlosen Schuss von Miso Tunjic ließ Göppingens Schlussmann Kevin Rombach den Ball ins Tor flutschen. Die Kickers hatten sich in den Spielen zuvor viele Torchancen erspielt, sie aber nur unzureichend verwertet. Jetzt soll der Knoten geplatzt sein.

Das scheint auch beim SGV Freiberg geplatzt  zu sein. Weitgehend komplett nach einer schwierigen Vorbereitungsphase und immer besser eingespielt hat sich der SGV in kurzer Zeit auf Platz zwei vorgearbeitet. Jetzt warten zwei Sptzenspiele auf den SGV. Zunächst am Samstag beim so gut wie lange nicht auftretenden 1. CfR Pforzheim, und dann gegen die Stuttgarter Kickers.

Der FSV 08 Bissingen befindet sich auf Platz 14 in seit Jahren ungewohnten Tabellenregionen. Der einzige Sieg gelang gegen die Stuttgarter Kickers, verloren haben die Nullachter gegen den SGV Freiberg und beim 1. CfR Pforzheim, hinzu kommen zwei Unentschieden in Nöttingen und Dorfmerkingen. Keine so schlechte Bilanz, aber die Liga ist wie vor der Saison von vielen Experten vorausgesagt und bislang  immer wieder bestätigt, extrem ausgeglichen. Im Heimspiel am Samstag gegen den SV Oberachern sind die Bissinger schon unter Siegzwang, um nicht länger in der unteren Tabellenhälfte festzustecken.