Jeder kann jeden schlagen“ ist das Motto dieser von vielen Beteiligtenals „verrückt“ bezeichneten Oberliga-Saison. Nur den FC 08 Villingen schlägt keiner. Mit dem 3:0-Erfolg über den SGV Freiberg machte die Mannschaft von Trainer Jago Maric  das Dutzend an unbesiegten Spielen voll. Sieben Dreier und fünf Unentschieden stehen in der Bilanz. Dabei hatten die Villinger mit zwei Niederlagen einen miserablen Start erwischt. Doch jetzt herrscht Euphorie im höchsten Oberliga-Stadion Deutschlands. Die Idee, Heimspiele samstags um 17.30 Uhr in der modernisierten MS Technologie-Arena auszutragen, kommt an beim Publikum. 720 Besucher gönnten sich nach der Bundesliga im Fernsehen oder im Radio noch Fußball pur unter Flutlicht.

Für die deutliche Niederlage können die Freiberger mildernde Umstände geltend machen. Beim Stand von 1:0 verweigerte der schwache Schiedsrichter Jonas Bromberger aus Kandern dem SGV einen Elfmeter, nachdem Kreshnik Lushtaku im Villinger Strafraum von Gianluca Serpa gefoult worden war. Und der Treffer zum 2:0 entsprang einer Abseitsposition.

„Bei uns fehlen diesmal sieben Top-Spieler“, verwies SGV-Präsident Emir Cerkez zudem auf die personelle Not. Es fehlten die gesperrten Hakan Kutlu und Volkan Celiktas sowie die verletzten Patrick Fossi, David Müller und Niklas Pollex. Kurzfristig fielen Denis Zagaria, Nico Seegert und Ouadie Barini für die Startelf aus. Barini und Seegert saßen ebenso wie erstmals Daniel Kaiser auf der Bank und kamen in der zweiten Halbzeit noch zum Einsatz. Kaiser zeigte bei seinem Debüt sofort, dass er ein Guter ist und mit seiner Klasse und Mentalität der Mannschaft helfen kann. Zagaria, Kutlu und Celiktas kehren zum Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen den 1. FC Rielasingen in den Kader zurück, dafür fehlt nun Seegert, der für ein rüdes Foul am zweifachen Villinger Torschützen Kamran Yahyaijan die Rote Karte sah (88.).

In der ersten Halbzeit stimmten bei den Gästen die Abstände nicht, die erstmals gemeinsam im zentralen Mittelfeld aufgebotenen jungen Spieler Denis Latifovic und Charalambos Parharidis waren überfordert. Im Angriff gewannen Simon Klostermann und Spetim Muzliukaj keinen Zweikampf. Einzig der schnelle und unternehmungslustige Lushtaku sorgte über die linke Seite für etwas Gefahr.

Schön herausgespielte Tore

Die Gastgeber hatten in der ersten Hälfte drei Chancen und nutzten zwei. Beide Tore waren wunderschön über die linke Seite herausgespielt. In der sechsten Minute legte Steven Ukoh den Ball genau in den Lauf von Yahyaijan, der die  erste  Offensvaktion des FC 08 mit dem Führungstreffer abschloss. Vor dem 2:0 verschlampten die Freiberger einen Eckball. Die Gastgeber spielten ihre Spezialität aus, schalteten blitzschnell gegen die aufgerückten Gäste über Yahyaijan um. Dessen feines Zuspiel erreichte Ukoh in Abseitsposition.  Der Referee hatte das so nicht erkannt, und Ukoh überwand SGV-Keeper Alexander Loch (38.). Bei der dritten Chance des FC reagierte Loch glänzend bei einem Drehschuss von Volkan Bak (45.+2).

Die Villinger präsentierten sich keinesfalls als Übermannschaft,  sie traten aber gut organisiert, mit einer starken Defensive und den schnellen Außen Yayahijan und Flamur Berisha als kompakte Einheit auf. Und sie haben in Andrea Hoxha einen überragenden Torhüter. Bevor der aktuelle albanische U21-Nationaltorhüter sein Können aufbieten musste, vergaben Bak und Berisha das 3:0.

Mit den Einwechslungen von Seegert, Barini und Kaiser gewann das Spiel der Gäste an Stabilität und Gefährlichkeit. Spetim Muzliukaj scheiterte mit einem Drehschuss und einem Fallrückzieher an den phantastischen Reflexen von Hoxha. „Ein Riesenkompliment an ihn für das, was er da gehalten hat. Ihm steht eine große Zukunft bevor“, lobte SGV-Coach Estasi den 08-Keeper.

In die beste Phase der Gäste hinein stoppte Freibergs Filip Milisic nach einem Solo FC-Stürmer Bak im Strafraum nach Ansicht des Schiedsrichters regelwidrig. Yahyaijan versenkte den Elfmeter zum 3:0-Endstand (78.).

Der Unparteiische musste sich nach Spielende Schmähgesänge einer Villinger Fangruppe anhören. Brombacher hatte Mitte der ersten Halbzeit die Partie unterbrochen und einen Fan von Ordnern von der Stehtribüne verweisen lassen, der ihn offensichtlich beleidigt hatte.