Bis auf das Ergebnis war Trainer Milorad Pilipovic vom Fußball-Oberligisten SGV Freiberg „total begeistert von der Leistung“ seiner Mannschaft im Test beim Regionalligisten FC Astoria Walldorf. Weil die Freiberger zu einfache Gegentreffer kassierten und eigene Torchancen ungenutzt ließen, verloren sie mit 1:4 (0:2). „Wir hatten schöne Aktionen. Bei mir herrscht eine totale Zufriedenheit. Ich habe die Mannschaft gelobt. Wir sind auch erst eine Woche im Training. Die Spieler geben Gas und arbeiten hart. Aber was wir für Tore kriegen. Und wir müssen vorne effektiver werden“, zog Pilipovic ein erstes Fazit nach harten Einheiten unter der Woche und dem Spiel auf dem Walldorfer Kunstrasenplatz.

In der Startformation des SGV dabei waren die Neuzugänge Kevin Ikpide und Sven Burkhardt, der eine Halbzeit lang zwischen den Pfosten stand. Der erste Ball auf sein Tor war gleich drin, aber da war der Ex-Bissinger machtlos. Eingeleitet hatte die Führung Ikpide mit einem Fehlpass im Spielaufbau, der zu einem Eckball führte. Den servierte Tim Fahrenholz genau auf den Kopf von Walldorfs Torjäger Andre Becker, der wuchtig verwandelte, weil ihn die groß gewachsen (7.).

Nur Ikpede spielt 90 Minuten

Der Ex-Offenbacher Ikpide hatte aber auch viele gute Szenen und spielte als einziger Freiberger 90 Minuten durch. Er bewies Übersicht, Ballsicherheit und Führungsqualitäten. Zudem erzielte er per Kopfball nach einer Ecke von Kreshnik Lushtaku den Treffer zum 1:4-Endstand (60.). „Licht und Schatten“ attestierte ihm hinterher sein neuer Trainer. Vor dem 2:0 landete ein verunglückter Abwehrversuch der Freiberger bei Andreas Müller, bei dessen Flachschuss Burkhardt chancenlos war.

Zweimal innerhalb von 100 Sekunden hatten die Freiberger den Anschlusstreffer auf dem Fuß. Nach einem Konter über Simon Klostermann schob Niklas Pollex den Ball aus bester Position am Tor vorbei (38.). Kurz darauf scheiterte der schussgewaltige Hakan Kutlu mit einem Elfmeter an Schlussmann Paul Lawall.

Ganz bittere zwei Minuten gab es für die zur zweiten Hälfte auf acht Positionen veränderte Freiberger Mannschaft und den eingewechselten Torhüter Alexander Michalik. Ein Querpass in den eigenen Strafraum war wohl für den jungen Schlussmann gedacht, doch Walldorfs Nicolai Groß ging dazwischen, legte quer und Niklas Antlitz schob den Ball ins SGV-Tor (49.). Dorthin durfte Minos Gouras am langen Pfosten unbedrängt eine Flanke zum 4:0 einköpfen (50.). Zweimal rettete Michalik noch glänzend gegen Groß (75.) und Gouras (88.), ansonsten hatten die Freiberger viele Spielanteile und waren häufig am Ball. Die für den Aufwand zu geringe Ausbeute war der Treffer von Ikpide. Der 22-Jährige soll ebenso wie der Burkhardt mit seinen Qualitäten und der Erfahrung aus 307 Spielen in der Oberliga Führungsaufgaben im SGV-Team übernehmen.

Der ehrgeizige Ex-Bissinger ist bereit, die neue Herausforderung anzunehmen. „Wir wollen zuerst die Liga halten und dann versuchen, in der nächsten Saison anzugreifen“, nennt Burkhardt die Ziele. In einem Gespräch über seine sportliche Zukunft erfuhr die langjährige Bissinger Identifikationsfigur von den 08-Verantwortlichen Anfang des Jahres, dass „sie zur neuen Saison die Mannschaft etwas umbauen und verjüngen wollen und ich wohl keinen neuen Vertrag bekommen werde“, erzählte der 36-Jährige. Daraufhin habe er sich nach Optionen umgeschaut und mit Freiberg eine passende gefunden. Beim SGV erhielt er einen Vertrag über eineinhalb Jahre mit einer Option auf eine weitere Saison. „Ich bin Nullacht dankbar, dass sie mich ohne Probleme freigegeben haben. Ich habe in der Vorrunde beiden Bissinger Teams geholfen. Ich habe in der Bezirksliga-Mannschaft gespielt, die ja in der Tabelle unten war und mit mir nach oben gekommen ist. Und die letzten drei Spiele in der Oberliga haben wir mit mir alle ohne Gegentor gewonnen“, zählte Burkhardt auf. Seine ersten Eindrücke von seinem neuen Verein schildert er so: „Alle ziehen mit. Milorad Pilipovic ist ein überragender Trainer. Wir spielen einen Fußball, der mit gefällt. Wir gehen vorne früh drauf und wollen immer den Ball. „