Geht es nach den Experten, dann wird das Titelrennen in der Kreisliga B 7 in dieser Saison mindestens ein Vier-, wenn nicht sogar ein Sechskampf. Die meisten Trainer sehen die Absteiger SGM Sachsenheim und TSV Enzweihingen ganz weit oben. Aber auch der TSV Ensingen wird auf den Favoritenschild gehoben. Dass der Sieg beim Vaihinger Stadtpokal ein gutes Omen sein kann, hat die SGM Roßwag/Mühlhausen in der abgelaufenen Spielzeit gezeigt, als die Mannschaft von Trainer Ulli Stengel letztlich souverän Meister in der B 7 wurde.

„Ich zähle uns nicht zum Favoritenkreis“, sagt Detlef Antoni, neuer Trainer der SGM Sachsenheim. Er will damit nicht tiefstapeln, sondern hat seine Gründe für diese Einschätzung: „Wir haben mit Johannes Gronbach nur einen einzigen Offensivspieler, und der verlässt uns in einer Woche für ein Jahr Studium in Lissabon. Unser Kader ist überhaupt nicht gut durchstrukturiert.“ Für Antoni ist die Saison deshalb ein Übergangsjahr, in dem er der Mannschaft seine Handschrift verpassen will. Eine Topverstärkung ist Simon Herbst vom FV Löchgau, der als Abwehrchef und Co-Trainer fungiert. Zum Auftakt gab es zwar einen 3:2-Sieg in Großglattbach. Der „war zwar verdient, aber sehr holprig und von vielen Fehlern bei uns geprägt“, sagt der SGM-Trainer. Für Antoni gibt es deshalb noch viele Baustellen, an denen er im Laufe der Saison zu arbeiten hat.

Doch auch dem FV Markgröningen traut man in der neuen Runde einiges zu, nachdem der FVM in drei Jahren zweimal in der Relegation am Aufstieg in die Kreisliga A 3 gescheitert ist. „Es ist an der Zeit, aufzusteigen. Das ist in dieser starken Kreisliga-B-­Staffel auch unser Ziel“, sagt der neue Coach Joachim Schill, der Achim Lehmann abgelöst hat. Der 54-Jährige war bisher hauptsächlich im Raum Stuttgart tätig. Seine bisherigen Trainer-Stationen waren der TSV Schwieberdingen, der FV 09 Nürtingen, der Stuttgarter SC, der 1. FV Stuttgart 1896 und die SG Untertürkheim.

Der FVM tritt in der Spielzeit 2019/20 mit einem nahezu unveränderten Aufgebot und damit einer eingespielte Mannschaft an. Zu den Korsettstangen gehören Torhüter Mark Vetter, Kapitän und Rechtsverteidiger Florian Prager sowie Innenverteidiger Fabian Bamberg. „Wir haben einen breiten Kader, mit dem man eigentlich aufsteigen sollte“, sagt Schill. Zum Auftakt gewannen die Markgröninger bei der SGM Roßwag/Mühlhausen II nach Toren von Takuto Machizawa (2) und Ole Samuel Heimerdinger glatt mit 3:0 und setzten sich so in der Tabelle gleich vorne fest.

Auch der TSV Ensingen hat alles, was es bedarf, um am Ende der Saison ganz oben zu stehen. Die Abwehr um Routinier Jens Fischer stand zwar nicht immer sattelfest, der Wert von 44 Gegentoren ist aber auch nicht schlecht. In der Offensive werden Dominik Urbani und Kevin Steinl als schnelle Flügelflitzer immer besser. Darüber hinaus haben die Ensinger mit Granit Isafi, der vom FC Gündelbach in den Forchenwald kam, einen weiteren Vollstrecker. Und vom TSV Aurich bekam Trainer Siegfried Blum unter anderem mit Christian Vogel, Sebastian Öhler und Daniel Heyd einiges an Erfahrung.

VfB verliert Torjäger Cenaj

Genannt als Meisterschaftsfavorit wird auch der VfB Vaihingen, der allerdings mit Edison Cenaj seinen überragenden Offensivspieler an den Landesligisten SV Germania Bietigheim verloren hat. Dagegen kaum auf dem Zettel haben die Trainer der B7-Ligisten den SV Horrheim. An der Metter hängt Trainer Sergej Hilgenberg extra eine weitere Saison dran, obwohl er schon vor der abgelaufenen Runde hatte überredet werden müssen, weiterzumachen.

Doch der Übungsleiter fühlt sich als Unvollendeter, nachdem der SVH die Chance auf den Aufstieg im vergangenen Jahr vor allem gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte verspielt hatte. Hilgenberg hat bereits einen Umbruch vollzogen. Er setzte bereits in der abgelaufenen Saison viel auf Nachwuchsspieler, die sogar noch für die A-Junioren spielberechtigt waren. Diese – unter anderem Joshua Krone, Emil Arnold oder Marius Kohler – können nun auf die Erfahrungen, die sie in der Saison 2018/2019 in den Kreisligen B gemacht haben, aufbauen.