In der vergangenen Saison haben der SV Illingen II, der VfL Gemmrigheim II und die SGM Roßwag/Mühlhausen II die Meisterschaft in der Kreisliga B 8 unter sich ausgemacht. Doch keine der Mannschaften wollte von ihrem Aufstiegsrecht Gebrauch machen. Erst der Viertplatzierte, die Spvgg Besigheim II, nutzte die Gunst der Stunde, obwohl die Besigheimer 16 Punkte Rückstand auf den Meister SV Illingen II aufwiesen. Wer nun Böses denkt, vermutet, dass die Illinger, Gemmrigheimer sowie Roßwager und Mühlhausener, weil sie nicht aufsteigen wollten, in die Kreisliga B 7 strafversetzt wurden. Dem ist zwar nicht so – zumindest, was die SVI-Reserve betrifft. Die stellte einen Antrag auf Wechsel der Staffeln.

Doch auch ohne die drei Spitzenmannschaften der vergangenen Saison scheint der Kreis der Teams, die in diesem Jahr um den Titel spielen werden, kaum größer. Mit Abstand ganz vorne auf dem Favoritenschild steht der VfR Sersheim. Die Mannschaft von Trainer Francesco Antonaci hat schon in der abgelaufenen Saison in der Kreisliga B 7 trotz eines massiven Umbruchs im Sommer 2018 eine gute Saison gespielt. „Dass es so schnell so gut funktioniert hat, habe ich mir nicht träumen lassen“, berichtet Antonaci. Zu dem funktionierenden Kollektiv kam mit den Offensivkräften Achim Früh von Landesligist Germania Bietigheim sowie den Brüdern Fabio Tricarico und Marino Zimmermann jeweils von Croatia Bietigheim nun noch ganz viel Qualität dazu. „Wir haben jetzt jede Position doppelt besetzt“, erklärt Antonaci selbstsicher.

Der größte Konkurrent der Sersheimer dürfte die SGM Riexingen II werden, darauf tippt auch der VfR-Übungsleiter. Antonaci: „Die Riexinger haben eine gute erste Mannschaft. Da kommt immer mal der eine oder andere Spieler runter. Und alle wollen sich in der Reserve beweisen und zeigen, dass sie auch ins A-3-Team gehören.“

Absteiger als Außenseiter

Eher Außenseiterchancen werden den beiden A-Liga-Absteigern Spvgg Bissingen und FV Sönmezspor Bietigheim zugeschrieben. Letzterer hat vor allem zu Saisonbeginn Probleme, einen schlagkräftigen Kader zu stellen. Und die Bissinger gelten als nicht konstant genug. Trotzdem wurde der Aufstieg als Saisonziel angegeben. „Als Absteiger muss ich das ja fast machen“, erklärt Spielleiter Sebastian Miessl die Beweggründe. Tatsächlich ist aber auch er der Meinung, dass der Weg zum Titel nur über Sersheim führt. „Die Sersheimer haben mit Abstand den besten Kader. Wir haben drei, vier Leistungsträger verloren. Überhaupt um den Aufstieg mitzuspielen, wird schon eine Mammutaufgabe“, so Miessl.

Auch wenn bislang über den anderen Absteiger Sönmez kaum etwas bekannt ist, rechnet der Bissinger auch mit dem Stadtrivalen im Kampf um den Aufstieg. Beim eigenen Team sieht Miessl die Stärke vor allem in der mannschaftlichen Geschlossenheit. Die Offensive ist dabei die Achillesferse. „Wir haben seit drei Jahren keinen richtigen Torjäger mehr.“, so der Spielleiter. nac/sim