Der SGV Freiberg hat das erste Pflichtspiel der Saison 2019/20 in den Sand gesetzt. Die Oberliga-Fußballer vom Wasen verloren am Freitagabend in der ersten WFV-Pokal-Runde beim Landesligisten VfB Bösingen nach einer 2:0-Führung noch mit 2:3. Hakan Kutlu avancierte zur tragischen Figur im blauen Trikot. Der 27-Jährige besorgte erst das 2:0, flog dann aber wegen einer Undiszipliniertheit mit Rot vom Platz und erwies seinem Team so einen Bärendienst. Die folgenden drei VfB-Tore in Überzahl erzielte alle Marius Müller. „Das Aus ist völlig unnötig“, ärgerte sich Freibergs Trainer Mario Estasi über den frühen Pokal-K.o. „Wir hatten Bösingen bis zum Platzverweis voll im Griff. Dann haben uns provozieren lassen und den Gegner stark gemacht.“ In der vergangenen Saison hatte der SGV noch das Halbfinale erreicht.

Das Auftaktspiel im diesjährigen Pokal-Wettbewerb begann mit 52 Minuten Verspätung: Wegen eines Gewitters pfiff Schiedsrichter Philipp Schlegel die Begegnung erst um 20.22 Uhr statt wie eigentlich vorgesehen um 19.30 Uhr an. Der Favorit aus Freiberg übernahm dann gleich die Initiative. Bereits in der fünften Minute schoss Denis Latifovic den zwei Klassen höher kickenden Oberligisten nach Vorarbeit von Mario Andric in Front. Mit einem Heber aus 16 Metern erhöhte Kutlu auf 2:0 (13.), ehe der Torschütze seine klar überlegene Mannschaft in der 26. Minute in die Bredouille brachte: Der SGV-Offensivspieler geriet nach einem Foul mit einem Bösinger aneinander und sah nach einem Wortgefecht und der Intervention des Schiedsrichter-Assistenten die Rote Karte.

Dies war der Wendepunkt. Mit einem Mann weniger auf dem Rasen entglitt den Gästen die Partie. Noch vor der Pause gelang Marius Müller der 1:2-Anschlusstreffer für den VfB (35.). Und in der zweiten Hälfte kam es noch dicker für die Freiberger: Mit zwei weiteren Treffern brachte Torjäger Müller den Außenseiter aus der Landesliga, Staffel 3, erstmals in Führung (53./64.).

Der SGV bemühte sich zwar weiter, doch es fehlten im Spiel nach vorne die Impulse und die Durchschlagskraft. Chancen? Fehlanzeige. „Die Mannschaft hat sich benachteiligt gefühlt und sich nicht mehr aufs Spiel konzentriert, sondern sich mit dem Schiedsrichter und dem Gegner beschäftigt. So kenne ich sie gar nicht“, sagte Coach Estasi und fügte grimmig hinzu: „Die Art und Weise kann ich nicht akzeptieren.“

SV Kornwestheim ist am Sonntag im Pokal-Einsatz


Zur Frühschoppenzeit findet am Sonntag ein weiteres vorgezogenes Erstrundenduell statt: Ab 11 Uhr kämpfen der Gastgeber SV Unterweissach (Bezirksliga Rems/Murr) und der Landesliga-Aufsteiger SV Salamander Kornwestheim ums Weiterkommen. Der Sieger trifft auf den Gewinner der Paarung Sportfreunde Leukershausen-Mariäkappel gegen TSG Backnang. Der Oberligist FSV 08 Bissingen ist am Mittwoch (19 Uhr) an der Reihe. Gegner ist auswärts der Landesliga-Aufsteiger SV Leingarten. Da am Samstag, 3. August, der erste Oberliga-Spieltag auf dem Programm steht, ist diese Partie vorverlegt worden. Dasselbe gilt für das Pokalderby des TSV Ilshofen bei den Sportfreunden Schwäbisch Hall am Dienstag (19.15 Uhr) sowie für das Gastspiel der Neckarsulmer Sport-Union am Mittwoch (18.30 Uhr) beim Enz/Murr-Bezirksligisten SV Leonberg/
Eltingen. ae