Die entscheidenden Szenen in der Oberligapartie zwischen dem SGV Freiberg und dem TSV Ilshofen spielten sich in der 63. Minute ab. Weil der Freiberger Volkan Celiktas den einschussbereiten Ilshofener Torjäger Benjamin Kurz, der schon zweimal getroffen hatte, nach einem feinen Spielzug und einer maßgerechten Vorlage von Stani Bergheim kurz vor der Torlinie schubste und damit das sichere 0:3 verhinderte, entschied Schiedsrichter Marvin Maier auf Strafstoß für die Gäste und zückte gegen Celiktas die Rote Karte. Den Elfmeter schoss der mitspielende Ilshofener Co-Trainer Bergheim an den Außenpfosten und vergab so das 0:3.

In Unterzahl schafften die bis dahin schwachen Freiberger noch den 2:2-Ausgleich gegen nachlassende Gäste und holten einen unverdienten Punkt. Damit gehen sie mit sieben Zählern aus den letzten drei Partien ins Spiel am Samstag (17.30 Uhr) beim FC 08 Villingen. Die Gäste aus Hohenlohe holten zwei Wochen nach dem bemerkenswerten Auftritt bei den Stuttgarter Kickers erneut ein 2:2 bei einem favorisierten Gegner. Diesmal allerdings hätte die lauffreudige, taktisch klug auftretende  und mutig nach vorne spielende Mannschaft von Trainer Michael Hoskins einen Sieg verdient gehabt.

Die gegentorlose Zeit der Freiberger, die zuvor zweimal 1:0 gegen den FC Nötingen und beim SV Oberachern gewonnen hatten, war nach vier Minuten vorbei. Nico Rodewald hatte sich über die linke Seite auf und davon gemacht und durfte unbedrängt flanken. Vor dem Freiberger Tor lauerte Kurz und brachte sein Team mit seinem zehnten Saisontreffer mühelos in Führung. Die Hohenloher stellten fortan die Räume zu, beherrschten das Mittelfeld und spielten mutig nach vorne. Zwei zumindest strittige Abseitsentscheidungen brachten Kurz um weitere Torchancen.

Weniger genau nahm es das Schiedsrichtergespann in der 20. Minute bei der ersten und lange einzigen Chance der Gastgeber. Nach einer Flanke von Kreshnik Luhstaku köpfte Spetim Muzliukaj den Ball aus einer ungeahndeten Abseitsposition am TSV-Tor vorbei. Die zweite Chance des SGV resultierte aus einem Weitschuss von Ali Ferati aus rund 30 Metern, der aber am gegnerischen Tor vorbeiflog. Mehr kam nicht von den häufig rat- und ideenlos wirkenden Freibergern bei denen nach vorne kaum etwas zusammen ging, und die auch kein Tempo in ihr Spiel bekamen.  Das zweite Tor für die starken Ilshofener hatte Lukas Lindner nach einem Alleingang auf dem Fuß. Aber sein Flachschuss hatte zu wenig Schärfe, um SGV-Schlussmann Alexander Loch zu bezwingen, der mit einer Hand klären konnte.

Die zweite Halbzeit begannen die Gastgeber mit mehr Schwung und hatten durch einen Kopfball von Celiktas eine gute Ausgleichschance, aber TSV-Torwart Karel Nowak bekam die Hand an die Kugel. Dann leistete sich der Freiberger Kapitän Steven Kröner, der sich zwecks Spielgestaltung mit Denis Zagaria in der Innenverteidigung und in der Mittelfeldzentrale abwechselte, einen kapitalen Fehler. Einen weit nach vorne geschlagenen Ball bekam er nicht unter Kontrolle, Kurz lief durch und vollstreckte abgezockt zum 0:2 (51.). „Das war ein Riesenbock, der nicht passieren darf, aber passiert ist“, meinte SGV-Coach Mario Estasi zu dieser unglücklichen Aktion.

Der verschossene Elfmeter von Bergheim und der Platzverweis für Celiktas sowie Einwechslungen beim SGV sorgten für neue Verhältnisse in dem bis dahin von den Gästen mehr oder weniger bestimmten Spiel. Die Freiberger wehrten sich gegen die Niederlage, steigerten sich und kamen sieben Minuten nach dem Fehlschuss ebenfalls zu einem Elfmeter. „Das muss ich mir im Video nochmals anschauen, aber das war schon eine Nummer gegen uns“, war TSV-Trainer Michael Hoskins nicht einverstanden mit dem Pfiff.

Barini verwandelt Elfmeter

Nach Ansicht des Referees soll Timo Brenner Mert Tasdelen an der Torauslinie gefoult haben. Ouadie Barini machte es besser als Bergheim und verkürzte auf 1:2 (69.).  Freiberg blieb geduldig, drängte nicht mit Macht auf den Ausgleich, sondern wartete auf die eine Chance. Die bekam Simon Klostermann, der sechs Minuten zuvor eingewechselt worden war. Der Youngster bekam den Ball von Denis Latifovic im Anschluss an eine kurz ausgeführte Ecke maßgerecht serviert und köpfte das Leder wuchtig ins Ilshofener Tor zum 2:2 (84.).

Im Grunde bekam TSV-Torhüter Nowak in der zweiten Halbzeit zwei Bälle direkt auf sein Tor, und beide waren drin. Seine Vorderleute machten in Überzahl den einen oder anderen Schritt weniger und ließen auch die Zielstrebigkeit Richtung gegnerisches Tor vermissen. Erst nach dem Ausgleich legten sie nochmals zu, aber da passierte nichts mehr.