Dem starken Auftritt im Heimspiel gegen den FV Ravensburg und dem 4:1-Sieg folgte beim SGV Freiberg ein Rückfall in überwunden geglaubte Zeiten. Durch die verdiente 1:2-Niederlage beim Freiburger FC sind die Freiberger in der Tabelle auf den drittletzten Platz gefallen und belegen vor dem Derby am Samstag (14 Uhr) gegen den FSV 08 Bissingen einen sicheren Abstiegsrang.

Der Freiburger FC präsentierte sich keineswegs als Übermannschaft, der Aufsteiger brachte aber jene Tugenden auf den Kunstrasenplatz im Dietenbach-Sportpark, die ihn bislang ausgezeichnet und ihm satte 30 Punkte und Rang acht eingebracht haben: Einsatzbereitschaft, Zweikampfstärke, mannschaftliche Geschlossenheit und ein gutes Umschaltspiel, meist mit langen Bällen auf die kreativen und schnellen Außen Alexander Martinelli und Konstantin Freis. In Kapitän Kevin Senftleber hatte der FFC einen Abwehrchef mit glänzendem Stellungsspiel, der zudem als Antreiber fungierte und mit einem Traumtor zum 2:1-Endstand auch den Sieg perfekt machte. In der Schlussphase hatten die Freiberger noch Glück, dass die Gastgeber gute Konterchancen ausließen.

Kein Zugriff  nach gutem Start

Dabei begann es richtig gut für die Freiberger in der Heimatstadt ihres Trainers Milorad Pilipovic. Nach dem starken Beginn und der 1:0-Führung in der 16. Minute versäumten es die Gäste, das zweite Tor nachzulegen, und ließen dann rapide nach. Ballverluste im Spielaufbau und ungenaue Zuspiele verhinderten den von Pilipovic präferierten Ballbesitzfußball. Als die Freiburger in ihren Modus gefunden und glücklich ausgeglichen hatten, bekam der SGV keinen Zugriff mehr, strahlte keine Dominanz aus und hatte in der zweiten Halbzeit im Grunde keine wirkliche Torchance mehr. Auch einige Standardsituationen in der Schlussphase brachten keine Gefahr vor dem FFC-Tor. „Die Realität ist Abstiegskampf“, musste SGV-Trainer Pilipovic hinterher feststellen. Dabei wähnten sich die Freiberger auf dem Weg ins Tabellenmittelfeld.

„Die Niederlage ist verdient. Er wird die Spieler sicher zusammenfalten“, verwies Freibergs Präsident Emir Cerkez nach dem 1:2 auf die strenge Hand seines Trainers, der Nachlässigkeiten wie in Freiburg gesehen, kaum durchgehen lassen wird. Eine erste hatte sich schon nach sechs Minuten beim unzureichenden Verteidigen einer Ecke der Freiburger eingeschlichen, aber der Schuss von Freis wurde vor der Torlinie abgeblockt. Dann hatten sich die Gäste in ihrem gegen Ravensburg bewährten System im 3-4-3 eingerichtet und ein paar Mal schnell umgeschaltet. Nach einer Balleroberung im Mittelfeld ging es direkt nach vorne. Kapitän David Müller setzte mit einem klugen Pass Kreshnik Lush­­taku auf der linken Seite in Szene. Lush­taku passte quer auf Simon Klostermann, und die Freiberger führten mit 1:0 (16.). Da waren die Gastgeber nicht in ihre defensive Ordnung gekommen und hatten sich überrumpeln lassen.

Lushtaku verfehlt leeres Tor

Drei Minuten nach der Führung klappte das Zusammenspiel beim SGV in umgekehrter Reihenfolge, der Heber von Lushtaku nach der Vorlage von Klostermann flog zwar über Torhüter Niklas Schindler hinweg, aber auch über die Torlatte. Diese Riesenchance diente als Weckruf für die Freiburger. Nach einem Missverständnis mit seinen Vorderleuten war SGV-Keeper Sven Burkhardt weit aus seinem Tor geeilt. Dadurch hatte Martinelli bei seinem Kopfball nach der Flanke von Freis das leere Tor vor sich und köpfte den Ball zum 1:1 in die Maschen (29.).

Dieser Treffer zeigte Wirkung bei den Gästen. Das wurde auch bei zwei beinahe misslungenen Zuspielen des Torhüters auf seine Mitspieler deutlich. Freis hätte beinahe das 2:1 erzielt, aber sein Schuss strich knapp am SGV-Tor vorbei. Spielfluss kam auch in der zweiten Halbzeit nur bedingt zustande, meist ging es im Mittelfeld hin und her, Torchancen waren Mangelware.

Mit einer feinen Einzelleistung bereitete Freis, den die Gäste nie in den Griff bekamen, den Siegtreffer vor. Den satten Schuss des Freiburger Rechtsaußen wehrte Burkhardt noch bravourös ab, der Ball landete aber bei Senftlber, der aus 17 Metern mit links volley abzog und die Kugel unhaltbar im oberen Torwinkel versenkte (67.). Der SGV blieb im Spiel nach vorne weiter harmlos.