Der SGV Freiberg hat den Befreiungsschlag verpasst. Zum Jahresabschluss der Fußball-Oberliga unterlag die Mannschaft von Trainer Milorad Pilipovic mit 1:2 (1:2)  gegen den SV Linx und wartet damit seit sieben Spielen auf einen Sieg. „Ich denke, das Ergebnis entspricht nicht dem Spielverlauf“, resümierte Pilipovic nach seinem dritten Spiel als SGV-Cheftrainer. Außer der fehlenden Chancenverwertung wollte er seiner Mannschaft jedoch keinen Vorwurf machen: „Wir waren tüchtig, aber ohne Glück.“

Schon früh ging Freiberg in Führung und präsentierte sich ball- und passsicher, ehe die Gäste aus Südbaden besser ins Spiel kamen und mit einem Elfmeter und einem kuriosen Treffer von der Mittellinie den Spielverlauf auf den Kopf stellten. „Mit Sicherheit war das entsprechende Glück mit uns im Bunde“, gab Gästetrainer Thomas Leberer nach der Partie zu. Der SV Linx zog damit in der Tabelle am SGV vorbei, der mit 22 Punkten auf dem vierzehnten Tabellenplatz überwintert.  

Führung durch Eigentor

Es ging gut los für den SGV: Nach einem Dribbling auf der rechten Seite spielte Mert Tasdelen in die Mitte zu Niklas Pollex, der Savino Marotta in Szene setzte. Dessen Flanke von rechts wurde von Gästetorhüter Norman Riedinger zwar noch mit einer Faust abgewehrt, den folgenden Klärungsversuch bugsierte Timo Schwenk jedoch ins eigene Netz – 1:0 für Freiberg (3.). In der 27. Spielminute wendete sich das Glück jedoch schlagartig: Marc Rubio schraubte sich bei einer Flanke im Strafraum hoch, Marotta rempelte ihn von hinten an – Schiedsrichter Luigi Satriano zeigte ohne zu zögern auf den Punkt. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte halbhoch rechts zum 1:1.

Und es kam noch dicker für den SGV: In der 37. Minute eilte Torhüter Alexander Michalik aus dem Tor, um rechts außerhalb des Strafraums eine Situation zu klären. Er drosch den Ball Richtung Mittellinie – jedoch genau in die Füße von Sinan Gülsoy. Der Mittelfeldspieler zog von der Mittellinie ab. Michalik schien damit zu rechnen, dass der Ball links am Tor vorbeigehen würde und verlangsamte seinen Schritt – eine Fehleinschätzung: Der Ball sprang einmal im Strafraum auf und landete dann links im Tor – die Führung für den SV Linx.

In der Halbzeitpause reagierte Pilipovic und brachte mit Simon Klostermann und Hakan Kutlu zwei neue Offensivkräfte, deren Einwechslungen sich beinahe ausgezahlt hätten: Matthias Stüber spielte auf der linken Seite zu Kreshnik Lushtaku, der mit der Hacke direkt in den Lauf von Kutlu spielte. Dieser ging ein paar Schritte und zog aus 17 Metern freistehend ab – der flache Schuss ging knapp rechts am Pfosten vorbei (50.). Eine Minute später war es Kutlu, der sich seine Hacke zunutze machte und links am Strafraum Stüber bediente. Dessen flache Hereingabe fand Klostermann, der aus zwölf Metern mit links aufs rechte obere Toreck abzog – gut ein Meter trennte den SGV vom Ausgleich (51.).

In der 66. Minute ließen auch die Gäste wieder etwas von sich hören: Nach einem weiten Ball probierte es Rubio aus dreizehn Metern mit einem flachen Schuss aufs kurze Eck – Michalik parierte gedankenschnell. Nach einer Kombination über links kam Kutlu links im Strafraum an den Ball, wo er aus etwas spitzem Winkel listig mit der Pike abzog – der Ball rollte knapp am rechten Pfosten vorbei (71.). Die wohl größte Chance zum Ausgleich vergab der SGV in der 84. Minute: Lushtaku schickte mit einem schnell ausgeführten Einwurf Klostermann auf die Reise. Der flankte vom Strafraumrand halbhoch in die Mitte, wo der eingewechselte Ouadie Barini aus sieben Metern zum Abschluss kam – Riedinger lenkte den Ball gerade noch um den linken Pfosten. Außer Vollmers Überlistungsversuch, bei dem der Linxer aus gut 50 Metern das rechte Außennetz traf, passierte nichts mehr.