Mit 17 Punkten ist der Aufsteiger Freiburger FC die erfolgreichste Mannschaft der letzten sieben Spieltage in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg. Warum, das bekam auch der FSV 08 Bissingen zu spüren. Fünf Siege  und zwei Unentschieden lautet die Bilanz unter dem 24-jährigen Trainer Joschua Moser-Fendel. Darunter waren ein 2:0-Erfolg beim 1. Göppinger SV sowie ein 2:2 beim FV Ravensburg und gegen den VfB Stuttgart II.

Auch der FSV 08 Bissingen konnte die Erfolgsserie der Breisgauer nicht stoppen und muss sich nun in der Tabelle zunächst nach unten orientieren.  In den letzten sechs Partien gelang den Nullachtern lediglich ein Sieg.

Dabei begann der Auftritt der Gäste bei schönem Herbstwetter am Rande von Freiburg vielversprechend. Nach drei Minuten ahndete Schiedsrichter Daniel Leyhr eine Attacke von FFC-Kapitän Kevin Senftleber im Strafraum gegen Yannick Toth mit Elfmeter. Riccardo Gorgoglione verwandelte den Strafstoß zum 1:0 für die Gäste. Bissingen, weiter ohne Duc Thanh Ngo und Kapitän Marius Kunde, der am Samstag (14 Uhr) gegen den Tabellenführer 1. Göppinger SV wieder dabei sein soll, verschaffte die frühe Führung allerdings keine Sicherheit. Das Team stand zwar zunächst gut geordnet und machte die Räume eng, konnte sich in der zweiten Halbzeit aber kaum mehr nach vorne orientieren und hatte in den zweiten 45 Minuten keine Torchance mehr. Stattdessen fingen sich die Nullachter drei Gegentore, zwei davon durch Elfmeter.

Glückliche Pausenführung

Schon zur Pause war die Führung in der bis dahin eher mäßigen Partie etwas glücklich, denn die Gastgeber hatten sich nach und nach drei dicke Chancen erspielt und erarbeitet. Probleme hatten die Bissinger vor allem auf der rechten Defensivseite, und da in erster Linie mit Alexander Martinelli. Der schnelle und ballsichere Außenstürmer erzielte zunächst den Ausgleich und wurde dann nach Alleingängen zweimal elfmeterreif gefoult. Da half auch die Umstellung von 08-Trainer Alfonso Garcia nichts, der nach 62 Minuten Moritz Haile vom Feld nahm und dafür Gorgoglione mit der Kontrolle von Martinelli beauftragte.

Freiburg setzte die offensive Strategie um, die in der Vereinssatzung verankert scheint, tat sich aber lange schwer, weil die Zuspiele zu ungenau waren und die Bissinger aufmerksam und gut verteidigten. In der zweiten Hälfte spielten die Gastgeber dann auch richtig gut Fußball, streuten Direktspiel und Kombinationen ein.

Ihre erste dicke Chance hatten die Freiburger nach 26 Minuten. Nach einer super Flanke von Felix Dreher scheiterte Martinell aus kurzer Distanz an der tollen Reaktion von 08-Schlussmann Dominik Ferdek. Und dann entwickelten sich wilde sieben Minuten mit Riesengelegenheiten auf beiden Seiten. Tim Reich kam nach einem Freistoß von Sebastian Gleißner frei zum Kopfball, platzierte ihn aber genau auf Torhüter Schindler (34.). Im Gegenzug lenkte Ferdek einen abgefälschten Schuss von Elias Reinhardt an die Querlatte des 08-Gehäuses, den Abpraller grätschte Reich gerade noch dem einschussbereiten Matthis Eggert vom Fuß. Sekunden später lief Bissingens Simon Lindner den Freiburgern davon, im Strafraum versprang der Ball leicht und der Ersatzkapitän der Gäste verzog seinen Schuss. Gorgoglione schlug kurz darauf die Kugel von der eigenen Torlinie, und bei Eggerts Schuss aus acht Metern hielt 08-Keeper Ferdek erneut super.

Nach der Pause klingelte es dann doch im Tor der Gäste. Herrlich freigespielt vom immer stärker werdenden Nyamsi Mbem-Som und Eggert zog Martinelli an Haile vorbei und schob den Ball zum 1:1 ins kurze Eck (52.). Gegen die ständig angreifenden Freiburger waren die Gäste meist am verteidigen. Auch die Einwechslung der Offensivkräfte Michael Deutsche und Alexander Götz brachte keine Entlastung. Kaum dass Gorgoglione auf rechts eine Position nach hinten gerückt war, lief ihm Martinelli nach einem schnell ausgeführten Freistoß des FFC davon und konnte nur noch mit einem Schubser gebremst werden.

Fellanxa verwamdelt zwei Elfer

Den Elfmeter versenkte Artur Fellanxa zum 2:1 (67.). Der eingewechselte Stürmer drosch den Ball auch beim zweiten Strafstoß zum entscheidenden 3:1 ins Bissinger Tor (89.). Die Entscheidung des Referees war allerdings zumindest strittig, weil Ferdek zuerst den Ball und erst dann Martinelli erwischt hatte.

„Wir haben nach dem zweiten und dritten Tor einfach weitergemacht“, lobte Freiburgs Coach Joschua Moser-Fendel sein Team, das nach der Führung keineswegs auf Halten des Vorsprungs aus war. Dabei fehlten mit Torjäger Marco Senftleber und Kapitän Fabian Sutter zwei wesentliche Stützen des Teams. „Wir müssen weiter arbeiten und zuhause mal wieder ein positives Ergebnis erzielen“, meinte 08-Coach Garcia vor dem Heimsiel gegen den Spitzenreiter aus Göppingen.