Das Spitzenduo der Oberliga ist an diesem Samstag (14 Uhr) im Kreis Ludwigsburg zu Gast. Während sich beim SGV Freiberg vor dem Heimspiel gegen den Tabellenzweiten VfB Stuttgart II die personelle Situation erheblich entspannt hat und durch den neuen Trainer Milorad Pilipovic Aufbruchstimmung herrscht, ist die Ausfallliste beim FSV 08 Bissingen vor dem Aufeinandertreffen mit dem Spitzenreiter 1. Göppinger SV noch länger geworden.

„Wir haben noch elf gesunde Spieler und sind positiv gestimmt. Wir werden alles versuchen, daheim mal wieder zu gewinnen. Jetzt zählt‘s, denn langsam wird es eng“, gibt sich Trainer Alfonso Garcia vom FSV 08 Bissingen kämpferisch und will den Ausfällen trotzen. Die Hoffnungen auf einen Einsatz von Marius Kunde haben sich am Mittwoch zerschlagen. Nach zwei Trainingseinheiten am Montag und Dienstag meldeten sich beim Kapitän wieder Beschwerden im Oberschenkel, die ihn zuvor schon zu einer Pause zwangen. Am Donnerstag musste sich Yannick Toth krank melden, zudem fällt Mario Di Biccari nach einer im Spiel in Freiburg erlittenen Verletzung aus, der sich gerade in die Mannschaft gekämpft hatte. Mert Okar, Duc Thanh Ngo und Patrick Milchraum fehlen ohnehin. Von Anfang an dabei sein wird dagegen wieder Alexander Götz, der das Offensivspiel der Nullachter beleben soll.

„Wir haben viel mit den Spielern geredet und hatten am Dienstag ein richtig geiles Training“, berichtet Garcia. Mit dabei waren da auch sechs Spieler aus dem Bezirksliga-Kader. Gerne hätte der 08-Trainer daraus Manuel Sanchez gegen Göppingen ins Aufgebot genommen, um die Schwachstelle auf der rechten Defensivseite zu beheben. Aber Sanchez ist am Samstag in seinem Job als Jugendcoach bei der TSG 1899 Hoffenheim gefordert.

Dicklhuber trifft und trifft

Die Göppinger, lange Zeit auf Platz eins, sind dorthin mit einem 4:1-Erfolg über den TSV Ilshofen zurückgekehrt. Trotz der drei Heimniederlagen in Folge hält sich der GSV ganz oben. Auswärts hat die Mannschaft von Trainer Gianni Coveli viermal gewonnen und einmal unentschieden gespielt sowie zweimal verloren. Verzichten muss Coveli auf Torhüter Marcel Schleicher nach dessen Platzverweis gegen Ilshofen. In Kevin Rombach steht ein gleichwertiger Ersatz zur Verfügung. Die Mannschaft aus Göppingen ist über etliche Jahre mit gezielten Verstärkungen zu einer eingespielten Einheit gewachsen Als Volltreffer erwiesen sich zur laufende Saison die Neuzugänge Matej Maglica von der TSG Backnang und Rückkehrer Tomislav Ivecic, die gemeinsam mit Kapitän Oliver Stierle eine stabile Defensive bilden. Wahrscheinlich ist, dass die Göppinger auch am Bruchwald hinten mit einer Fünferkette antreten. Und vorne trifft und trifft Kevin Dicklhuber. Nach seinem Urlaub gelangen ihm gegen Ilshofen drei Tore. „Göppingen steht hinten stabil und ist vorne eiskalt. Wir werden kämpfen, rennen und beißen und das Beste aus der Situation machen“, verspricht Bissingens Coach Garcia.

Vorfreude bei Pilipovic groß

„Ich freue mich sehr auf das Spiel, denn ich weiß, dass meine Mannschaft mit einer anderen Mentalität auftreten wird“, berichtet Milorad Pilipovic. Da der neue Trainer des SGV Freiberg den schönen, offensiven und technisch guten Fußball liebt, kommt die Partie gegen den Tabellenzweiten VfB Stuttgart II zu seinem Einstand in Freiberg gerade recht. „Da treffen zwei gute Mannschaften aufeinander, die dominant und mit viel Ballbesitz spielen wollen“, so der 61-Jährige, der am Montag sein erstes Training mit seiner neuen Mansnchaft absolviert hat. Am Dienstag sah er sie dann im Testspiel beim Bezirksligisten Sportvg Feuerbach erstmals im Einsatz. Nach 90 Minuten hatte der SGV mit 8:1 gewonnen. „Das relativieren wir, weil wir wissen, gegen wen wir gespielt haben. Der erste Eindruck ist aber sehr gut. Die Mannschaft hat eine hohe Laufbereitschaft und Willenseigenschaften und zeigt schöne Spielzüge. Wenn wir so auch in der Oberliga auftreten, bin ich sehr zufrieden. Aber um auf den nächsten Level zu kommen, haben wir noch viel Arbeit“, fasst Pilipovic die Trainingseinheiten und das Testspiel zusammen.

Der erfahrene Coach sorgt mit seiner offenen, kommunikativen Art, seinem Optimismus, seinem Fachwissen und seiner Spielphilosophie bei den zuletzt arg gebeutelten Freibergern für eine Aufbruchstimmung, die sich der SGV-Präsident Emir Cerkez mit der Verpflichtung erhofft hat. Mittlerweile hat sich die personelle Situation erheblich verbessert. Nur noch der verletzte Patrick Fossi und der für sechs Spiele gesperrte Nico Seegert fehlen.

Wieder dabei sind auch Denis Zagaria und Volkan Celiktas, die der Defensive Stabilität verleihen sollen. Die ist auch nötig, denn in den letzten drei Spielen kassierte der SGV 15 Gegentreffer. Und erzielte dabei kein eigenes Tor. Baustellen, die der neue Mann bearbeiten muss, sind also genügend vorhanden.

Pilipovic hat seine neue Mannschaft vor zwei Wochen im Auswärtsspiel beim FC 08 Villingen gesehen, als er seinem ehemaligen Verein einen Besuch abgestattet hat. Gesehen und analysiert hat der neue Freiberger Coach auch die letzten drei Spiele des VfB Stuttgart II. Seine Erkenntnis: „Das ist eine junge dynamische Mannschaft mit einigen erfahrenen Spielern.“ Zur zweiten Kategorie gehört auch Marcel Sökler, der in der Vorsaison 32 Tore für den SGV Freiberg erzielt hat. Anfangs der Saison war er verletzt, jetzt kommt er auf Touren und hat schon sechs Treffer erzielt. Da der VfB Stuttgart in der Zweiten Liga erst am Sonntag das schwäbisch-badische Derby gegen den Karlsruher SC austrägt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass aus dem Zweitliga-Kader Spieler wie Tugay Coulibaly und Matteo Klimowicz im Oberliga-Team am Samstag kicken.