Mit seinem Ausgleichstor zum 3:3-Endstand in der zweiten Minute der Nachspielzeit setzte der Villinger Volkan Bak einen Schlusspunkt hinter eine packende zweite Halbzeit im 08-Oberligaduell zwischen dem FSV 08 Bissingen und dem FC 08 Villingen. Für die Bissinger war es ein bitteres Unentschieden, denn sie hatten 2:0 und nach einer Schwächephase und dem Ausgleich innerhalb von acht Minuten wieder ins Spiel zurückgefunden und waren durch das zweite Tor von Alexander Götz mit 3:2 in Führung gegangen. Die Villinger, die auf mehrerer Stammkräfte verzichten mussten, gaben nie auf, sie waren laufstark, bissig in den Zweikämpfen und streckenweise stark im Kombinationsspiel. Bissingen verpasste es, die Serie von zuletzt sieben Punkten aus drei Partien auszubauen und näher an die Spitzengruppe heranzurücken.

Eine Stunde vor Spielbeginn stand die Begegnung am Bruchwald auf der Kippe. Starke Regenfälle hatten den Rasenplatz aufgeweicht. Die Alternative Kunstrasenplatz weist das Manko einer schwachen Flutlichtanlage auf. Schiedsrichter Roy Dingler entschied sich eine halbe Stunde vor dem offiziellen Anpfiff doch, die Partie anzupfeifen.

Dass der nasse Platz so seine Tücken hatte, diese Erfahrungen mussten zu Beginn Bissingens Abwehrspieler Tim Reich und Villingens Schlussmann Andrea Hoxha machen. Reich rutschte vor dem eigenen Strafraum folgenlos aus, auch Hoxha hatte Standprobleme und verlor den Ball an den nachsetzenden Götz, wehte dessen Schuss dann aber mit einer Flugeinlage ab.

Burkhardt rettet gegen Serpa

Die Gäste aus dem Schwarzwald spielten zunächst gut mit und flott nach vorne, sie bevorzugten dabei mehrfach ein feines Kurzpassspiel. Einmal musste Bissingens Keeper Sven Burkhardt rettend eingreifen und wehrte eine tückischen Flachschuss von Gian Luca Serpa ab.

Mehr und mehr übernahmen die Gastgeber die Spielkontrolle, Villingen zog sich zurück und reihte eine Vierer- und einer Fünferkette auf. Simon Lindner scheiterte mit zwei kernigen Fernschüssen an FCV-Torhüter Hoxha (7./26.). Beim zweiten Abschluss von Lindner wehrte der Schlussmann den Ball vor die Füße von Götz ab, war aber flink auf den Beinen und schnappte sich den Nachschuss.

Mit einer super Flanke von links leitete Lindner das 1:0  ein. Er servierte den Ball maßgerecht an den langen Pfosten, dort nahm Marius Kunde den Ball per Seitfallzieher direkt und brachte die Gastgeber mit diesem Traumtor mit 1:0 in Führung (38.). Treffer Nummer zwei fiel nur 120 Sekunden nach Wiederanpfiff, und hatte eine Vorgeschichte, an der Lindner maßgeblich beteiligt war. Der schnelle Angreifer wurde knapp hinter der Strafraumgrenze von Villingens Leo Benz elfmeter- und rotwürdig an der Schulter gehalten. Lindner kam im Fallen noch zum Abschluss und setzte den Ball an den Pfosten und kollidierte mit Torhüter Hoxha. Riccardo Gorgoglione schaltete blitzschnell, flankte den Ball von der Auslinie vors leere Tor, genau auf Götz, der diue Kugel ins Netz beförderte.

„Wir hatten das Spiel so im Griff und haben das 2:0 in acht Minuten hergeschenkt“, kommentierte Bissingens Trainer Alfonso Garcia hinterher jene Phase nach der vermeintlich beruhigenden Zwei-Tore-Führung. Die Villinger gaben Gas, zogen zeitweise ein Powerplay rund um den Bissinger Strafraum auf und drängten auf den Anschlusstreffer. Der fiel nach einem tollen Spielzug, eingeleitet von Tevfik Ceylan über die linke Seite und vollendet von Serpa mit einem Schuss ins lange Toreck (57.).

Berisha erzielt das 2:2

Die Gäste blieben dran, rannten weiter an und belohnten sich mit dem Ausgleich, den Flamur Berisah mit einem Flachschuss aus 16 Metern erzielte (64.) und dabei Keeper Burkhardt überwand, der zuvor eine Bewegung auf die andere Seite gemacht hatte und dann machtlos war. Ggen die in dieser Phase vogelwilde Bissinger Abwehr traf Mauro Chiaruzzi auch noch den Pfosten (68.). Die Bissinger berappelten sich aber wieder und gingen erneut in Führung, und wieder war es ein klasse Tor. Vorbereitet von Götz, nahm Sebastian Gleißner dessen Flanke technisch perfekt an und vollendete eiskalt ins lange Toreck (78.). Kunde hatte zweimal das vierte Tor auf dem Fuß, verfehlte mit Schüssen aus spitzem Winkel aber nur hauchdünn das Gästetor. Und dann fiel mit dem letzten Angriff der Villinger noch der Ausgleich. Nach einem Einwurf und einer Kopfballverlängerung stand Bak im Strafraum der Gastgeber frei und jagte den Ball ins Netz zum 3:3-Endstand.