Wie war das noch? Ein 1:0 sei ihm lieber als ein 5:3, hatte Mario Estasi, der Trainer des SGV Freiberg, vor ein paar Wochen in einem Interview mit der BZ gesagt – und bekannt, sich über jedes einzelne Gegentor aufzuregen. So gesehen muss sich der einstige Innenverteidiger mit dem Faible für Abwehrarbeit am Samstagnachmittag grün und blau geärgert haben. Denn sein Team ging am dritten Oberliga-Spieltag beim bisherigen tor- und punktlosen Tabellenletzten FV Ravensburg mit 3:7 (1:5) unter. Für die Wasen-Kicker war es die erste Niederlage in der noch jungen Saison. „Das haben wir uns selbst zuzuschreiben, weil wir in der ersten Halbzeit zu viele Fehler gemacht haben“, sagte Estasi. „Wir waren heute für Ravensburg ein guter Aufbaugegner.“

David Müller fällt kurzfristig aus

Der Gästecoach musste kurzfristig auf David Müller verzichten – der grippekranke Mittelfeldmann winkte nach dem Warmmachen ab. Dafür rückte Steven Kröner, der zuletzt mit einer Rippenverletzung ausgefallen war, wieder in die Startelf. Trotz der Rückkehr des Kapitäns und Defensiv­spezialisten ließ die SGV-Hintermannschaft in den ersten 45 Minuten jegliche Stabilität vermissen. Freiberg legte forsch los und vergab gleich zu Beginn gute Chancen zur Führung. Das 1:0 für Ravensburg durch einen Strafstoß von Jonas Wiest (13.) glich Youngster Simon Klostermann mit seinem dritten Saisontreffer noch aus (24.). Dann aber spielte der SGV Harakiri in der Abwehr, und Jona Boneberger (27./45.+1), Felix Hörger (30.) und erneut Wiest (39.) schossen die Oberschwaben zur Pause mit 5:1 in Front. „In dieser Phase waren wir zu arrogant und nicht konsequent genug. Wir wollten alles fußballerisch lösen und haben gegen einen verunsicherten Gegner nicht einfach gespielt“, rügte Estasi seine zeitweise desolate Elf.

In Durchgang zwei erhöhten Jona Boneberger mit seinem dritten Tor (48.) und dessen Bruder Samuel (88.) auf 7:1, ehe die Gäste Ergebniskosmetik betrieben: Der eingewechselte Ouadie Barini (90.) und Denis Zagaria (90.+2) trafen. Weitere gute Möglichkeiten hatte der SGV zuvor ausgelassen. „Wir hatten sogar ein Chancenplus, was man bei dem Ergebnis kaum glauben kann. Aber bei einem 7:3 von einem unverdienten Sieg zu sprechen, wäre sehr unglaubwürdig“, stellte Estasi fest.